WÜRZBURG

Über 5000 Menschen bei Anti-Nazi-Demo

Während in Schweinfurt am Samstagnachmittag mehrere hundert Rechtsextreme durch die Stadt zogen, ließen sie ihren zeitgleich angemeldeten Aufmarsch in Würzburg platzen.
Vor dem Start am Hauptbahnhof: Teilnehmer aus verschiedensten politischen und gesellschaftlichen Lagern sammelten sich am 1. Mai zur Kundgebung gegen Rechtsextremismus. Foto: Theresa Müller

Obwohl sie zuletzt gerichtlich die Genehmigung dafür erwirkt hatten, tauchten bis zum späten Nachmittag keine Neonazis am Hauptbahnhof auf.
Rund hundert Gegendemonstranten harrten dort stundenlang für den Fall eines rechten Aufzuges aus.

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Demo gegen Neonazis

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Demo gegen Nazis in Würzburg (1) - In der Schönbornstraße von Würzburg machten Tausende Menschen klar, dass sie nichts von den Neonazis halten. Die kamen dann auch nicht, deutlich war das Zeichen der Würzburger dennoch. (Video: Andreas Jungbauer)
Demo gegen Nazis in Würzburg (2) - Entspannt war die Lage am Würzburger Hauptbahnhof über weite Strecken. Der für Sicherheit zuständige Referent in der Stadtverwaltung, Wolfgang Kleiner, zeigt sich im Interview zufrieden. (Video: Andreas Jungbauer)
Demo gegen Nazis in Würzburg (3) - Für die örtliche Polit-Prominenz war es Pflicht, bei der Würzburger Demo gegen die Nazis Gesicht zu zeigen. Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder und Landrat Eberhard Nuss sagen im Interview ihre Meinung. (Video: Andreas Jungbauer)
Demo gegen Nazis in Würzburg (4) - Zeichen gegen Rechts: Am Bahnhofsvorplatz von Würzburg kamen am Maifeiertag Demonstranten zusammen, um gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis zu protestieren. (Video: Andreas Jungbauer)
Beeindruckend war zuvor die Demonstration „Würzburg ist bunt, nicht braun“, die auf einer Länge von fast einem halben Kilometer durch die Innenstadt vom Bahnhof zum Marktplatz zog. Rund 5000 Teilnehmer schlossen sich laut Polizei dem Zug an, nach Schätzung der Veranstalter waren es sogar 6000.

Örtliche Bundes- und Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien führten die Demonstration an. Anders als in Schweinfurt fügte sich in Würzburg auch die CSU in das bunte Bündnis ein, das von über 70 politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen unterstützt wurde.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Würzburger Marktplatz rief Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) dazu auf, die Demokratie gemeinsam gegen rechte Feinde zu verteidigen. „Rechtsextremismus“, sagte sie, „ist kein Randphänomen, sondern gedeiht mitten in unserer Gesellschaft.“ Von der Politik forderte sie die Stärkung einer aktiven Jugendarbeit.

Mahnend auch Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD): Rechte Angriffe auf Gewerkschaften seien ein Angriff auf die Demokratie aller. Er dankte dem Landrat und Umland-Bürgermeistern für ihre Demo-Teilnahme: „Das zeigt: Diese Region steht auf gegen die Glatzen.“

Zum Protest nach Würzburg angereist war die bayerische SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen. Sie zeigte sich beeindruckt von der Beteiligung an den bunten Gegendemonstrationen. Gleichzeitig appellierte sie, Zivilcourage und Einsatz für die Demokratie auch im Alltag zu zeigen.

   

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