RIMPAR

Über eine Lösung zur Erlösung

Das Projekt „Umgehungsstraße“ ist eine harte Nuß, die es in Rimpar zu knacken gilt. Deshalb schaltet sich jetzt auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann ein: Am morigen Samstag (23. August) kommt er um 17.30 Uhr zu einem Ortstermin in die Landkreisgemeinde.
Von fünf Umgehungsvarianten sind letztlich noch zwei übrig geblieben. Während die Gemeinde Rimpar die blaue Trasse (link... Foto: Quelle Markt Rimpar/MP-Grafik Heike Grigull

Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Gemeinderat, Kreistag, Straßenbauamt und die Regierung mit der Umgehungsstraße. Fünf Varianten wurden ins Spiel gebracht, letztendlich blieben zwei westlich von Rimpar übrig, eine favorisiert die Gemeinde. Doch es gibt einen Knackpunkt: Sie ist wohl nicht genehmigungsfähig.

Das wurde in der jüngsten Sitzung des Kreistages deutlich. Dort besteht Mitspracherecht, weil es sich bei der Rimparer Ortsdurchfahrt, die täglich von 12 000 Fahrzeugen genutzt wird, um zwei Kreisstraßen handelt (Wü 3 und Wü 8).

Auch im Kreistag gehen die Meinungen auseinander. Für die Grünen ist es unstrittig, das eine Ortsumgehung für Gesundheit und Lebensqualität der Bürger notwendig ist. Sie stören sich jedoch an der Vorgehensweise, ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten, das keine Aussicht auf Genehmigung habe.

„Naturfeindlich“

Grünen-Fraktionssprecher Christoph Trautner spricht von starken Eingriffen in die Natur. Zudem wollten die Rimparer mit dem Kopf durch die Wand, statt einen Kompromiss zu suchen. „So nicht“, sprach Trautner und geißelte das Projekt obendrein als „naturfeindlich“.

Etwas ausweichend argumentierte CSU-Sprecher Manfred Ländner, der zwar von Alternativen – die geprüft werden sollten – sprach, letztlich aber doch wieder eine Möglichkeit aufzeigte: Eine Straßenneubau durch die Natur sei nur dann möglich, wenn keine andere Alternative vorhanden sei.

Deutlicher wurde Volkmar Halbleib von der SPD. Man sollte Trautners Argumente schon ernst nehmen, meinte er mit erhobenem Zeigefingerchen. Gleichwohl sollten schon weitere Möglichkeiten geprüft, dafür gebe es das Planfeststellungsverfahren. Es sollte auch um gemeinsame Lösungen gerungen werden um Erlösung zu finden, appellierte Halbleib.

FDP-Kreisrat Wolfgang Kuhl kritisiert, es könne nicht sein, dass bei den geplanten Streckenvarianten lediglich die Naturschutzbelange gutachterlich geprüft würden, der Lärmschutz dagegen außen vor bleibe.

Das alles ficht den Rimparer Bürgermeister Burkard Losert nicht. Er und sein Gemeinderat wollen mit ihrer Variante – sie kostet rund 8 Millionen Euro – in die Planfeststellung gehen. Sie habe den Vorteil, dass sie im Gegensatz zur Variante des Straßenbauamtes (6 Millionen Euro) etwas weiter von der Bebauung entfernt ist.

Bisher haben die Rimparer schon 200 000 Euro an Planungskosten aufgebracht, der gleiche Betrag steht nun nochmal im Haushalt. Losert hofft, das die Rimparer Variante mit Unterstützung aller Beteiligten in zwei Jahren grünes Licht bekommt.

„Eine Genehmigung unserer Variante wäre mein dringlichster Wunsch“, so Losert, denn es kommt noch etwas auf die Gemeinde zu, nämlich der Möbelriese Ikea bei Estenfeld. Dann rechnet der Rimparer Bürgermeister mit einer Zunahme des Verkehrs von 15 Prozent, der dann noch zusätzlich von der Ortsdurchfahrt zu verkraften sei.

Innenminister Joachim Herrmann komt am morgigen Samstag nach Rimpar, um sich ein Bild zur Umgehung zu machen. Foto: FOTO dpa

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