HEIDINGSFELD

Übung unter realen Bedingungen

Mit Atemschutz dringen die Feuerwehrleute in das verrauchte Haus ein. Zum Glück ist es nur eine Übung. Foto: Thomas Obermeier

Ein Bild des Schreckens bot sich den Mitgliedern der Feuerwehr, den Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk, als sie am Dienstagabend zu ihrem Einsatz in den Wiesenweg im Stadtteil Heidingsfeld kamen: auf dem unübersichtlichen Gelände einer ehemaligen Lackiererei befanden sich neun zum Teil schwer Verletzte, und aus dem benachbarten Wohnhaus loderten an mehreren Stellen Flammen. Rund eine Stunde lang dauerten die Lösch- und Rettungsmaßnahmen. Zum Glück handelte es sich aber nur um eine äußerst wirklichkeitsgetreu gestaltete Großübung mit 100 Teilnehmern.

Kurz nach 19 Uhr gab es eine ohrenbetäubende Explosion auf dem früheren Fabrikareal. Unmittelbar danach raste das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Heidingsfeld herbei, und die Einsatzkräfte begannen mit dem Löschen der Brände. Aus einem Dachfenster lehnte sich eine in dem Haus eingeschlossene Person, die mit Hilfe der Drehleiter aus der Gefahrenzone befördert wurde. Die Atemschutzgeräteträger kletterten an der Rückseite über Steckleitern auf eine Terrasse und brachten weitere Verletzte in Sicherheit.

Beim Vordringen in den Hof zwischen Wohnhaus und den leerstehenden Fabrikgebäuden entdeckten die Helfer drei weitere Verletzte: eine junge Frau schrie laut vor Schmerzen, eine Bewusstlose gab keinen Mucks von sich, die dritte Verletzte lehnte an der Mauer und starrte unter Schock ins Leere. „Bei so einem großen Einsatz passiert schon einmal ein Ressourcenmangel“, kommentierte Harald Rehmann, Leiter der Berufsfeuerwehr Würzburg, als Beobachter die Szenerie. Normalerweise kümmern sich bis zu drei Rettungskräfte um einen Bewusstlosen, hier musste für kurze Zeit ein Sanitäter die Bewusstlose versorgen, bis er Verstärkung bekam.

Die Verletzten stammten aus der Abteilung „Notfalldarstellung“ des Jugendrotkreuzes. „Wir schminkten heute zu zweit insgesamt sechs Verletzte“, informierte Jessica Stiegler. Das Duo benötigte etwa eineinhalb Stunden, um Verbrennungen dritten Grades, einen offenen Schienbeinbruch sowie verschiedene Schnittwunden realitätsnah zu simulieren. Mit Erfolg, denn den Rettungskräften war ihre Anspannung anzumerken. Unter anderem daran, wie sie über Funk weitere Helfer anforderten.

Um die Ecke setzten Mitglieder des Technischen Hilfswerks schweres Gerät ein: mit dem Rettungsspreizer hoben sie ein Betonteil an, unter dem eine Puppe eingeklemmt war.

Vorbereitet hatte die Großübung Thorsten Ante, stellvertretender Leiter der Würzburger Berufsfeuerwehr. Im Mittelpunkt der Aktion stand die Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungsorganisationen. Außerdem wurde der Digitalfunk getestet.

Unter die Lupe nahmen Einsatzleiter Michael Neis sowie die Beobachter auch die Arbeit der frisch ausgebildeten Führungskräfte. „Wir hatten extra ein unübersichtliches Gelände gewählt“, erklärte Thorsten Ante. Hier hatten die Helfer die Gelegenheit, das auf den Lehrgängen erworbene Wissen unter schwierigen Bedingungen anzuwenden. Nach dem Ende der Übung zog der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr ein positives Fazit.

Eine „hervorragende Zusammenarbeit“ bescheinigte Jens-Uwe Greiner, Leiter des Rettungsdienstes des Kreisverbands Würzburg des Roten Kreuzes, und der Einsatzleiter Rettungsdienst, Christian Sturm, den Teilnehmern aller beteiligten Organisationen. Das Rote Kreuz, die Johanniter sowie die Malteser stellten 25 Helfer zur Verfügung, außerdem waren noch fünf Verletztendarsteller und fünf Übungsbeobachter mit von der Partie.

Außer der Berufsfeuerwehr waren die Freiwilligen Feuerwehren Heidingsfeld, Rottenbauer, Versbach und Lengfeld und das Technische Hilfswerk vertreten.

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