WÜRZBURG

Übungseinsatz im Neuen Hafen

Mit Blaulicht in den Neuen Hafen: Am Samstagmorgen fand in einer Lagerhalle BSL GmbH & Co. KG ein großer Übungseinsatz statt. Nachdem um 9.15 Uhr der Notruf abgesetzt wurde, rückten kurze Zeit später schon die Einsatzwagen an.

Beteiligt waren die Freiwillige Feuerwehr Würzburg und Unterdürrbach, die Berufsfeuerwehr, das Technische Hilfswerk, sowie die Johanniter Unfallhilfe und der Malteser Hilfsdienst.

Bevor der Notruf eingeht, haben die 80 Einsatzkräfte keine Information über die inszenierte Gefahrensituation: In einer Lagerhalle bricht ein Brand aus. Zwei der drei Räume bleiben verbunden, da ein Gabelstapler in der Feuerschutztür feststeckt. Sechs Mitarbeiter sind verletzt und können das Gebäude nicht verlassen. Was die Einsatzkräfte nicht wissen: Als die CO2-Löschanlage ausgelöst wird, entsteht ein lauter Ton. Einer der Mitarbeiter erschrickt und stößt einen 1000-Liter-Behälter um, der mit Pflanzenbehandlungsmittel befüllt ist. Aus einem Leck sickert Flüssigkeit, in der der Mitarbeiter ausrutscht. Verletzt und kontaminiert liegt er in der immer größer werdenden Pfütze.

Eine Übung mit drei Schwerpunkten

Die Übung hat somit drei Schwerpunkte: Brandbekämpfung, CO2-Löschanlage und Gefahrstoffeinsatz. Zuerst trifft die Freiwillige Feuerwehr Unterdürrbach ein. Der Gruppenführer spricht mit den Mitarbeitern der Firma und holt Informationen über Gebäude und Situation ein. Zusammen mit dem Zugführer legt er die Vorgehensweise fest. Währenddessen erreicht der Einsatzleiter den Gefahrenort, er wird die Schwerpunkte des Einsatzes setzen.

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Feuerwehrübung im Neuen Hafen

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Und schon geht es los: Vor dem Gebäude werden Schläuche ausgelegt, hinter dem Gebäude das Gebiet erkundet. Mit Atemschutzmaske bekleidet, betritt der erste Zweier-Trupp die Halle. Im Inneren herrscht durch den dichten Rauch völlige Dunkelheit. Trotz ihrer Helmlampe sind die Feuerwehrleute so gut wie blind. Die 30-Kilogramm schwere Ausrüstung und die Hitze machen den Einsatzkräften zusätzlich zu schaffen. Nach und nach werden die ersten Opfer gerettet und an den Rettungsdienst übergeben.

Plötzlich ändert sich die Lage

Als der vierte Angestellte gefunden wird, ändert sich plötzlich die Lage. Die Feuerwehrleute melden einen Gefahrstoff und einen Kontaminierten. Sofort wird draußen ein Dekontaminationsplatz aufgebaut. Werkzeug, Chemiekalienschutzanzug und eine Duschkabine werden vorbereitet. Gleichzeitig herrscht vor dem Gebäude höchste Konzentration. Mit einem Tragetuch wird der Kontaminierte geborgen. Zwei Feuerwehrmänner, mit Atemschutzmaske und Schutzhandschuhen bekleidet, nehmen Erste-Hilfe-Maßnahmen vor: EKG, stabile Seitenlage und Wärmedecke. Die oberste Regel lautet: Niemand darf mit dem Gefahrstoff in Berührung kommen!

Video

Feuerwehrübung im Neuen Hafen - Zu einem Brand in einer Lagerhalle im Neuen Hafen wurde die Feuerwehr am Samstag Vormittag gerufen. Vor Ort stellten die angerückten Kräfte schnell fest, dass es sich um einen Übungsalarm handelte. Als Szenario angenommen wurde ein Feuer in einer Lagerhalle in der nördlichen Hafenstraße. Außerdem kam es in der Halle zu einem Gefahrgutaustritt. An der Übung nahmen etwa 120 Personen teil. Beteiligt waren die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Würzburg, das Technische Hilfswerk sowie die Rettungsdienste.

Während weitere Einsatzkräfte auf dem Etikett des auslaufenden Behälters nach Informationen suchen, wird dem Kontaminierten die Kleidung vom Leib geschnitten und ein Strahlrohr ausgelegt. Sollte der Stoff nicht mit Wasser reagieren, kann der Verletzte gereinigt werden.

Realistische Situation

Um die Situation so ernst wie möglich darzustellen, zittert der junge Mann am ganzen Körper und erhöht so den Stressfaktor der Beteiligten. Als er für den Krankentransport bereit ist, heißt es für die beiden Feuerwehrmänner: Abduschen und Kleidung ablegen. In der Lagerhalle sind zeitgleich Zweier-Team damit beschäftigt den Gefahrenstoff sicher zu stellen. Auffangwannen hindern die Flüssigkeit daran, auf den Boden zu fließen, bis der Behälter endlich mit Hammer und Pfropfen abgedichtet werden kann.

Während ein Trupp Bindemittel holt, misst ein anderer den Kohlenstoffdioxid- und den Sauerstoffgehalt der Luft. Um 10.25 Uhr ist die Übung erfolgreich beendet. Florian Fastner von der Würzburger Berufsfeuerwehr ist zufrieden. ¨Es waren keine Schwierigkeiten zu erkennen¨, sagt er und erklärt, dass es bei diesen Übungen für die Einsatzkräfte vor allem darum gehe, ihre eigenen Erfahrungen zu beurteilen, aber auch das Feedback der rund 30 Beobachter in ihr zukünftiges Handeln einzubeziehen.

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