Würzburg

UUD: Wo Zelte und Stiefel fliegen

„Umsonst & Draussen“: Das ganze Wochenende gibt's auf den Mainwiesen einen bunten Mix aus Musik und Kultur. Wenn das Wetter mitspielt. Am Eröffnungsabend fiel der letzte Auftritt buchstäblich ins Wasser.
Eingeheizt: „Boppin B“ machte am Donnerstagabend mächtig Stimmung beim „U & D“ auf der Draussen-Bühne. Die steht in diesem Jahr übrigens dort, wo in den Vorjahren immer das Drinnen-Zelt stand. Das Festivalteam hat das Gelände „gespiegelt“. Foto: CHRISTOPH WEISS

Davon, das am Vorabend noch Zelte durch die Luft gewirbelt wurden, ist am Freitagnachmittag auf dem „Umsonst & Draussen“-Festival nicht mehr viel zu merken. Da, wo die Sonne scheint, ist die Wiese schon fast wieder getrocknet. Die Budenbesitzer sind mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt, ordnen ihre Auslage. „Ein T-Shirt ist uns gestern weggeflogen und ein Spiegel zu Bruch gegangen“, berichtet Verkäufer Christopher Dick. Größter Schaden sind zwei Basarzelte, die von dem Sommergewitter weggeweht wurden, so Tilman Hampl von Organisationsteam.

Aber insgesamt sei das Festival glimpflich davongekommen: „Wir hatten ja Glück, dass das Wetter erst so spät umgeschlagen ist.“ Um kurz nach 23 Uhr, als der Wetterdienst eine rote Sturmwarnung herausgab, brachen die Veranstalter das Programm ab. Wenige Minuten später waren Gewitter und Regen da und die meisten Besucher völlig durchnässt.

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Umsonst & Draußen Do Teil 1

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Umsonst & Draussen Do Teil 2

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Bis dahin konnte das Programm des Eröffnungsabend aber planmäßig laufen. Etwa 10 000 Zuschauer waren gekommen, schätzen die Veranstalter – „nicht super, aber okay für den ersten Abend“, sagt Hampl. Die angekündigte Band Tubbe hatte kurzfristig abgesagt, aber Ersatz war mit Spaceman Spiff schnell gefunden. Die Zuschauer der Drinnen-Bühne saßen auf dem Boden und lauschten dem Singer-Songwriter mit seiner Gitarre.

Ließen sich die Zuschauer bei seinem Auftritt noch von der leicht melancholischen Stimmung mitnehmen, tanzten sie kurz darauf wild zur Musik von Red Manhole. Die drei Bandmitglieder mit Hund bezeichnen sich als das größte Trio der Welt. Als die Band von neuen Schuhen sang, zogen einige Zuschauer dieselbigen aus und hielten sie beim Tanzen in die Luft. Manche warfen ihre alten Schuhe auf die Bühne. Vorher hatten die Bandmitglieder versprochen, diese dann zur Altkleidersammlung zu bringen. Währenddessen machten Boppin B. aus Aschaffenburg auf der Draußen-Bühne Stimmung. Sie interpretierten Songs im Country-Stil. Mit Kontrabassspieler und einem Gitarristen, der sich nebenbei auch noch um seine Frisur kümmern konnte.

Was die Musik angeht, haben sich die Organisatoren heuer wieder um einen Stilmix bemüht, erklärt Hampl: „Wir wollen eben nicht nur Tanzbands, sondern auch außergewöhnliche Beiträge, die vielleicht nicht ganz leicht zugänglich sind“. Diese „intelligente musikalische Unterhaltung“ könnten die Besucher zum Beispiel bei Musikern wie „Mamsell Zazou“ (Samstag, 18 Uhr) oder „Oy“ (Samstag, 22.30 Uhr) erleben, so Hampl. Neu im Programm ist die Cairo-Bühne. Hier geben Künstler Interviews und spielen unplugged.

Und nicht nur auf den Bühnen gibt es ein bunt gemischtes Programm. Ab 14 Uhr am Samstag findet erstmals auf dem „U & D“ ein Gummistiefel-Weitwurfwettbewerb statt. Parallel läuft das schon traditionelle Fußballturnier statt, das jedes Jahr viele Zuschauer lockt. Direkt im Eingangsbereich gibt es etwas andere Gartenzwerge zu bestaunen: Würzburger Künstler haben die klassische Vorgartendeko in ausgefallene Unikate verwandelt, die im Laufe des Wochenendes zugunsten des Festivals versteigert werden.

Auf keinen Fall verpassen sollte man laut Hampl am Samstag die Graffitiaktion an der Brücke der Deutschen Einheit: Straßenkünstler aus aller Welt gestalten einen Pfeiler neu. Das Gerüst dafür steht schon bereit. Der Sonntag startet um 11 Uhr mit einem gemeinsamen Gotttestdienst auf dem Festgelände. Ab 15.30 Uhr sind Straßenkünstler und Artisten auf dem Festival-Gelände unterwegs. Für die kleinen Besucher gibt es an beiden Tagen ein buntes Kinderprogramm unter anderem mit Hüpfburg, Kletterwand und Mitmachtheater.

Insgesamt werden 60 Konzerte gespielt. Deutlich weniger als beim 25-Jährigen vergangenes Jahr, als es nach der Abrechnung rote Zahlen gab. Das soll in diesem Jahr anders werden. Das Programm ist verkleinert und neue Aktionen wie die Gartenzwerg-Versteigerung sollen mehr Einnahmen bringen. Auch die Stadt gibt mehr Geld: 25 000 statt wie bisher 15 000 Euro gibt es an Zuschuss.

Dennoch bleibt die Veranstaltung ein Risiko: „Es ist nie ganz vorhersehbar, wie es läuft“, sagt Hampl, „und wir haben keine großartigen Rücklagen.“ Jetzt, wo alles aufgebaut ist, bleibt den Organisatoren nur noch der nervöse Blick auf die Wettervorhersage – in der Hoffnung, dass die Sonne scheint und entsprechend viele Besucher kommen.


Abendstimmung: Zum Festivalauftakt am Donnerstag war es lange besser als die Wettervorhersagen ankündigten.
Draußen: Elusive Grey war Opener zum Festival-Auftakt.
Drinnen: Red Manhole spielte geschützt im Zelt.

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