Veitshöchheim

UWG und Grüne waren für eine Vertagung

Schon über zehn Jahre vor dem Volksbegehren 'Rettet die Bienen'  hatte die Gemeinde Veitshöchheim zur Verbesserung der Artenvielfalt die Anlage von Blumenwiesen mit einer mehrjährigen, blütenreichen Saatgutmischung initiiert. Wie auf diesem Foto zu sehen, entstand auf einer 5000 Quadrat großen Ackerfläche am Fußwegs von der Gartensiedlung zum Maincenter, da wo derzeit das neue Veitshöchheimer Baugebiet Sandäcker erschlossen wird, eine blühende Landschaft und ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Mensch, Flora und Fauna.
Schon über zehn Jahre vor dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" hatte die Gemeinde Veitshöchheim zur Verbesserung der Artenvielfalt die Anlage von Blumenwiesen mit einer mehrjährigen, blütenreichen Saatgutmischung initiiert. Wie auf diesem Foto zu sehen, entstand auf einer 5000 Quadrat großen Ackerfläche am Fußwegs von der Gartensiedlung zum Maincenter, da wo derzeit das neue Veitshöchheimer Baugebiet Sandäcker erschlossen wird, eine blühende Landschaft und ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Mensch, Flora und Fauna. Foto: Dieter Gürz

"Seit dem Volksbegehren zur Bienenrettung ist der Artenschutz in aller Munde und wir als Gemeinde sollten auch unseren Beitrag leisten," forderte Bürgermeister Jürgen Götz in der letzten Gemeinderatssitzung.  Ein erster Schritt sind nach seinen Worten entsprechende Blühstreifen an Ackerrändern, um eine Vernetzung für Insekten und Bienen zu erreichen. Er habe hierzu mit zwölf Landwirten entsprechende Gespräche geführt. Diese seien bereit, zur Sicherung der Artenvielfalt an den Ackerrändern Blühstreifen anzulegen, wenn ihnen die Gemeinde den Ernteausfall erstatte.

Der Bürgermeister schlug deshalb dem Gremium vor, ab dem nächstem Jahr das Anlegen von Blühstreifen sechs Jahre lang finanziell mit 17 Cent pro Quadratmeter Ansaatfläche zu unterstützen.

Von allen Fraktionen wurde zwar allseits begrüßt, die Anlegung von Blühflächen zu fördern. Der Vorschlag des Bürgermeisters wurde aber nicht einstimmig, sondern gegen die Stimmen der Fraktionen von UWG und Grüne angenommen. Die beiden Fraktionen hatten sich vergeblich für eine Vertagung ausgesprochen.

UWG und Grüne stimmten dagegen

UWG-Sprecher Stefan Oppmann war dafür, bis September abzuwarten, bis Klarheit über die Fördermodalitäten des Freistaates Bayern bestehen. Erfahrungsgemäß würden staatliche Förderrichtlinien eine Doppelförderung ausschließen. Wenn ein Landwirt für Ansaaten im nächsten Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit der Gemeinde abschließe, könne er diese jederzeit kündigen, wenn dem die staatlichen Richtlinien entgegenstehen würden, erwiderte Götz.

Dieser Auffassung schloss sich auch CSU-Sprecher Marc Zenner an. Er gehe davon aus, dass die von der Gemeinde geförderten Mindestflächen von 1000 Quadratmeter für eine staatliche Förderung nicht interessant seien.

Günter Thein (Grüne) vermisste konkrete Bedingungen für die Ausgestaltung der Blühflächen, beispielsweise, dass keine Dünger verwendet werden dürfen und nicht jährlich abgemäht werden darf.

Weitere Auflagen

Sein Fraktionskollege Holger Kess war der Meinung, die 17 Cent Förderung pro Quadratmeter nur für die hochwertigste Mischung zu gewähren und einen Abzug zu machen, wenn ein Landwirt jährlich mähe. Weiter forderte er einen Pestizid-Verzicht auf den an die Blühflächen angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, da sonst die Gefahr bestehe, dass die Wirkstoffe durch Windabdrift auch in den Blühflächen landen und diese dann keine ökologische Wirkung mehr haben.

Weitere Auflagen würden eine höhere Förderung bedingen, stellte dazu Götz fest. SPD-Sprecherin Marlene Goßmann wies darauf hin, dass die meisten Äcker zwischen Veitshöchheim und Gadheim im Wasserschutzgebiet liegen und die Landwirte hier eine Entschädigung für das wasserschonende Anbauen ohne Spritzen erhalten.

Dieter Leimkötter (SPD) hielt es für überlegenswert, auch den beiden Landwirten, die vor kurzem die Randstreifen der Zugangswege zum eventuellen Mittelpunkt in Gadheim für Ansaaten zur Verfügung gestellt haben, in die Förderung mit einzubeziehen. Der Bürgermeister lehnte dies ab, da dies ein starkes Durcheinander gebe, zumal die Landwirte von der LWG das Saatgut und die Einsaat spendiert bekamen.

Rege Diskussion

Bevor man das Ganze "totrede" sprach sich Dr. Andreas Cramer (CSU) für eine sofortige Zustimmung zum Förderprogramm aus. Auch sein Fraktionskollege Simon Kneitz hielt es für wichtig, jetzt ein Signal zu setzen. Ein "Fine-Tuning" für weitere sinnvolle Maßnahmen sei danach noch jederzeit möglich.

Grünen-Sprecherin Christina Feiler wollte dagegen nicht etwas in die Wege zu leiten, was nur halbgar sei und später wieder revidiert werden müsse. Man vergebe sich nichts, auch nochmal Experten anzuhören.

Fördervorschlag fand Mehrheit

Man sollte es nicht übertreiben und ein gewisses Grundvertrauen in die Praxis der hier tätigen Landwirte haben, forderte schließlich Zenner. "Wenn wir jetzt anfangen, Bedingungen zu formulieren, dann können wir gleich eine Personalstelle in der Verwaltung schaffen, die die Bedingungen draußen vor Ort kontrolliert," so der CSU-Sprecher.

Der Bürgermeister ließ dann nicht über die von UWG und Grünen geforderte Vertagung, sondern über seinen Fördervorschlag abstimmen, der die Billigung der Mehrheit des Gemeinderates mit 17 Ja-, bei 7 Neinstimmen fand.

Bereits angesät wurden unabhängig vom Förderprogramm der Gemeinde bei einer Aktion am 29. März 2019 die bislang mit Getreide angebauten Randstreifen der Zugangswege zum eventuellen EU-Mittelpunkt in Gadheim auf einer Fläche von 3100 Quadratmeter mit Blumen-Samen. Eine von drei Blühflächen erstreckt sich wie auf dem Foto zu sehen, in sechs Meter Breite vom Zugangsweg zum EU-Mittelpunkt bis zum Überlandmast kurz vor der Bebauung in Gadheim, auf dem Foto (von links) Gärtnermeister Sebastian Heller, LWG-Landespfleger Dominik Kretzer, Bürgermeister Jürgen Götz, Landwirt Walter Dieck und Bauhofleiter Rudolf Köhler.
Bereits angesät wurden unabhängig vom Förderprogramm der Gemeinde bei einer Aktion am 29. März 2019 die bislang mit Getreide angebauten Randstreifen der Zugangswege zum eventuellen EU-Mittelpunkt in Gadheim auf einer Fläche von 3100 Quadratmeter mit Blumen-Samen. Eine von drei Blühflächen erstreckt sich wie auf dem Foto zu sehen, in sechs Meter Breite vom Zugangsweg zum EU-Mittelpunkt bis zum Überlandmast kurz vor der Bebauung in Gadheim, auf dem Foto (von links) Gärtnermeister Sebastian Heller, LWG-Landespfleger Dominik Kretzer, Bürgermeister Jürgen Götz, Landwirt Walter Dieck und Bauhofleiter Rudolf Köhler. Foto: Dieter Gürz

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