LANDKREIS WÜRZBURG

Umgang mit Alkohol überdenken

Die Preisträger (von links): Katrin Freundorfer, Elisabeth McCormack (beide Caritas-Diözesanverband), Ann-Kristin Volkmuth (Landratsamt Würzburg), Jasmin Müller (Bezirk Unterfranken), Tamara Stockmann (AOK Würzburg) stellten sich mit Magdalena Schlereth (rechts) und Landrat Eberhard Nuß zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Traudl Baumeister

Fünf Gewinner holten ihren Preis persönlich im Landratsamt ab, acht bekommen ihn zugesandt. Zum Abschluss der zweimonatigen Postkartenaktion „Alkoholfreie Tage sammeln“ im Rahmen des bundesweiten Präventionsprojektes HaLT (= Hart am Limit) hatten die Initiatoren Magdalena Schlereth, im Landratsamt zuständig für Gesundheitsförderung und Prävention, und Kreisjugendpfleger Stephan Junghans eingeladen. Über die Resonanz mit 120 Teilnehmern beim ersten Versuch, so Schlereth, war sie selbst überrascht. Das geht aus einer Pressemitteilung des Amtes hervor.

Kritik im Vorfeld

Denn zuvor habe es Kritik gegeben. Vor allem, so die Präventionsbeauftragte, weil viele die Mitmachaktion, die ohne Kontrollmechanismen auskommt und auf freiwilligen Angaben basiert, für zu beliebig hielten. Andere wiederum waren der Meinung, das Feierabendbier und das gelegentliche Gläschen Wein sei doch nichts, das man verbieten müsse. Zudem erreiche man diejenigen, die Probleme mit mäßigem Alkoholkonsum hätten, ohnehin nicht und die anderen „bräuchten sowas nicht.“

Ziel dabei war es, hielt Schlereth den Kritikern entgegen, Erwachsene anzuregen, ihren eigenen Umgang mit Alkohol zu überdenken. „Schließlich erlernen die Kinder den Konsum von ihren Eltern.“ Landrat Eberhard Nuß stellte sich ganz bewusst hinter die Aktion, wie er bei der Preisübergabe betonte. Sponsoren hatten Gutscheine für sportliche Aktivitäten und Genuss zur Verfügung gestellt.

„Einerseits“, gab er zu bedenken, „ist Alkohol nicht verboten. Bei uns in der Region und auch im Landkreis Würzburg ist man stolz auf das hier produzierte Bier, den Wein oder Schnaps. Wir werben ja sogar dafür.“ Andererseits lägen Genuss und Missbrauch nah beieinander. „Gerade, weil Alkohol zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar ist.“

Die Gewinner waren ausgelost worden aus denen, die auf ihre Karten im Mai und Juni mehr als 20 Kreuze gemacht hatten. Zwar habe man, erläuterte Schlereth, über die Arbeitgeber für die Aktion geworben – hier richtete man sich ganz nach dem Vorbild „Mit dem Rad zur Arbeit“ – im weiteren Verfahren allerdings blieben diese völlig außen vor. Es sei ja, so Schlereth, um die eigene Erkenntnis und Verhaltensänderung gegangen und keinesfalls um Disziplinierung durch den oder gar Anschwärzen beim Arbeitgeber.

Beim Pressetermin klangen unterschiedliche Erfahrungen durch. Während es für die einen überhaupt kein Problem war, 40 und mehr alkoholfreie Tage zu erreichen, stellten andere fest, dass sie doch häufiger Alkohol konsumierten als gedacht. Übereinstimmend berichteten alle, dass durch ihr Mitmachen der Umgang mit Alkohol und ob er – in Maßen genossen – „einfach dazu gehört oder nicht“ in ihrem Umfeld häufiger diskutiert wurde als sonst.

Wiederholung im Jahr 2018

Damit sei das wichtigste Ziel, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, erreicht worden, freuten sich Nuß wie Schlereth. 2018 soll die Aktion wiederholt werden.

Teilgenommen hatten Mitarbeiter von: Sparkasse Mainfranken, Diözesancaritasverband, Landratsamt Würzburg, Vogel Business Media, AOK Würzburg, Steinwerk Haas, Bezirk Unterfranken, Stadt Würzburg, Jugend- und Drogenberatungsstelle Würzburg, Kreisjugendrind, Gemeinde Waldbüttelbrunn. Spitzenreiter waren Caritas (26 Teilnehmer) und Landratsamt (25).

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