WÜRZBURG

Umsonst & Draussen: Gewitter? Regenschirmtänze!

Umsonst & Draussen: Auftakt gelungen! Auch nach 25 Dienstjahren ist das Würzburger Festival noch gut in Form.
Draußen: Nicht nur mit Seifenblasen ist der Entspannungs- und Spaßfaktor hoch beim Festival. Foto: THOMAS Obermeier

Musiker und Bands jeglicher Gattung und Couleur, vereint auf einem Festival, ohne Eintritt zu nehmen – wie geht das zusammen? Für das Würzburger Umsonst & Draussen-Festival ist das kein Problem: „Die Mutter von all dem heißt Musik. Und Mutter hat immer recht“, bekennt lachend ein Besucher mit gelber Schlaghose. Entsprechend bunt war auch das versammelte Publikum am Donnerstag beim Auftakt des Festivals, das dieses Jahr seinen 25. Geburtstag feiert. Tätowierte Punks reihten sich hinter Studenten am Bierstand, auf den Mainwiesen saßen Hippies in Batikgewändern neben jugendlichen Technojüngern.

Als die Band „Egotronic“ ihren ersten Song anstimmte, verließen Eltern, die ihre Kleinkinder mitbrachten, das proppenvolle Zelt um die „Drinnen-Bühne“, denn das Herumgespringe zu den krawalligen Elektrobeats der Berliner Combo war den Kleinen zu viel. Vielleicht auch manchem Großen.

Neben all den Crossover-Projekten, die auch dieses Jahr das breitgefächerte Line-Up des U&D bestimmen, boten „Kellerkommando“ am Eröffnungstag die wohl eigenwilligste Mischung: Die 2011 mit der „Creole“, dem wichtigsten deutschen Weltmusikpreis prämierte Band, vereint Volksmusik mit Schüttelreimen, Rap und Polka-Sound. „So absurd, dass es schon wieder geil ist“, urteilte ein junger Herr, dessen T-Shirt ihn als Heavy-Metal-Hörer auswies.

Etwas ruhigere Klänge wurden während des ganzen Abends im „Kinderkulturzelt“ angestimmt. Hier durften Songwriter unter dem Titel „Drei Songs“ – wie der Name schon sagt – drei Lieder zum Besten geben. Die Sitzreihen in diesem Zelt waren zwischendurch etwas licht, was den anwesenden Gästen, die den vorwiegend eher nachdenklichen Texten lauschten, die Gelegenheit bot, sich auch mal hinzulegen. Abgeschlossen wurde dieser Programmteil durch die Sängerin Anika Frerichs, der neben den drei erlaubten Songs noch ein vierter gestattet wurde.

Pünktlich zum Soundcheck der beiden Headliner kündigten Blitze und einzelne Regentropfen schließlich ein Unwetter an, das sich prompt zum Konzertbeginn der kubanischen Band „Soneros De Verdad“ entlud. Vielen Besuchern fiel es daher nicht schwer, lieber das Konzert der niederländischen Folkpop-Formation „The Black Atlantic“ zu besuchen oder dem Auftritt des Spaß- und Liedermachers Gymmick im „&-Zelt“ beizuwohnen. Immerhin fanden diese Performances auf überdachten Bühnen statt.

Ein geübter U&D-Gänger versteht es jedoch, mit schlechtem Wetter umzugehen – wer das Festival in den vergangenen Jahren besucht hat, für den ist Regen keine Überraschung. Während die Standbetreiber schnell ihre Verkaufsstände ins Trockene retteten, warfen sich viele Festivalbesucher ihre wetterfesten Umhänge über. Andere tanzten einfach mit dem Regenschirm zu den kubanischen Klängen, die von der „Draussen-Bühne“ schallten. Die Schirme formten dabei ein farbenfrohes Dach über dem Gelände – schön, dass ein spätes Gewitter dem Festivalauftakt nicht seine bunte Vielfalt rauben konnte. Die Veranstalter des Würzburger Umsonst-und-Draussen Festivals brachen am Donnerstag gegen 23.45 dann das letzte Konzert wegen einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes etwa 20 Minuten vor dem geplanten Ende ab.

In all den 25 Jahren hat es noch nie einen Abbruch gegeben. Ralf Duggen, Geschäftsführer des Umsonst-und-Draussen Vereines, kam selbst auf die Bühne und erklärte den Zuschauern die Lage. „Wir möchten, dass alle bei unserem Festival Spaß haben, aber vor allem wollen wir, dass alle gesund und munter nach Hause kommen.“

Das Festival am Wochenende: Am Samstag geht der Betrieb an den Mainwiesen um 18 Uhr weiter. Das ausgefallene Konzert von Spaceman Spiff wird am Samstag um 23.45 auf der Drinnen-Bühne nachgeholt. Ende des Festivals ist am Sonntag gegen 22.30 Uhr.


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