WÜRZBURG

Umsonst & Draussen: Nur das Ghana-Spiel kostete Besucher

U&D-Höhepunkt: Der Auftritt der Berliner Elektropunk-Combo Egotronic war trotz des zeitgleichen Spiels der deutschen Nat... Foto: Fotos:

Mit dem Auftritt von „Voice-of-Germany“-Gewinner Andreas Kümmert aus Gemünden ist am Sonntagabend das 27. „Umsonst-&-Draussen”-Festival auf den Mainwiesen zu Ende gegangen. Bei einer ersten Bilanz am Sonntag ging Festival-Chef Ralf Duggen von rund 75000 Besuchern an den vier Tagen aus.

Geregnet hat es ausnahmsweise bis auf wenige Tropfen am späten Donnerstagabend kein einziges Mal – und trotzdem gab es auch dieses Mal einen ziemlich großen Wermutstropfen in der Bilanz der Veranstalter. „Eigentlich ist es eher ein ganzes Wermutsfass“, sagte Duggen. Ohne das WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstagabend wären es wohl wie im letzten Jahr 90 000 Besucher geworden. Das finanzielle Risiko einer Public-Viewing-Veranstaltung war Duggen und Co. aber zu groß.

Deutlich über 10 000 Euro hätten Leinwand, Gema-Gebühren und zusätzliche Sicherheitskräfte gekostet – bei schlechtem Wetter hätten sie draufgelegt. „Außerdem haben wir bei der EM vor zwei Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Leute danach lieber in die Sanderstraße gehen als bei uns ihr Bier zu trinken“, so Duggen. So wurde es auf dem Platz immer leerer, je näher der Anstoß rückte.

Das Kurzfilmprogramm der Filminitiative war trotzdem gut besucht, und auch das Stammpublikum der Berliner Electro-Punker „Egotronic“ kam in Scharen und sorgte kurzfristig für Stress bei der Security vor der Draussen-Bühne. Die Fans der „Raver gegen Deutschland“ drückten mit Macht gegen die Absperrgitter. Mit dem Versprechen von Freibier, das anschließend auch eingelöst wurde, bekamen die Veranstalter die Situation aber schnell in den Griff.

Die Mischung aus lokalen, überregionalen und internationalen Bands hat auch in diesem Jahr wieder funktioniert. Darunter auch Ron Spielman aus Berlin, der sich noch an seinen letzten U&D-Auftritt mit der Band „The Body and the Beat“ vor über 20 Jahren erinnern kann: „Damals war das ein ganz kleines Festival, jetzt ist es richtig groß. Auch nicht schlecht“, sagte der Berliner Songwriter und Gitarrist, bei dem das Drinnen-Zelt am Freitag aus allen Nähten platzte. Wild und laut wurde es danach bei den „Dirty Honkers“ auf der Draussen-Bühne – die Berliner brachten mit ihrer schrägen Performance die Menge zum Tanzen.

Für Andreas Kümmert war es der erste Auftritt mit Band auf einer der beiden großen U&D-Bühnen. Er hat bei früheren Festivals schon als Solist mit Gitarre bei der Straßenmusik-Stunde gespielt, auf der kleinen Bühne beim Musik-Picknick und zweimal im kleinen Zirkuszelt, das es seit dem letzten Jahr nicht mehr gibt. „Ich komme gerne hierher. Das ist unser lokales Festival, da trifft man immer viele alte Bekannte“, sagte der 28-jährige Gemündener. Über seinen Auftritt berichten wir ausführlich in unserer Dienstags-Ausgabe.

Insgesamt waren Ralf Duggen und Co. trotz der Samstags-Einbußen mit der 27. Auflage ihres Festivals zufrieden. Ob die 75 000 Besucher auch für genug Getränkeumsatz gesorgt haben, „das werden wir dann bei der Endabrechnung sehen“, so Duggen. Vier ruhige Tage hatte auch der Sanitätsdienst der Malteser auf dem Festivalgelände. „Alles sehr entspannt wie immer bei dieser Veranstaltung“, sagte der Einsatzleiter am Sonntagnachmittag.

ONLINE-TIPP

Weitere Bilder vom „Umsonst & Draussen“ im Internet unter www.mainpost.de/uud

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