Würzburg

Unibund zeichnet herausragende Wissenschaft und Musik aus

Das Akademische Orchester der Universität Würzburg beeindruckte unter anderem mit einer Rossini-Ouvertüre.  Foto: Heiko Becker

Es ist schon im dritten Jahr zu einer festen Einrichtung im akademischen Kalender geworden: Das Unibundkonzert mit dem Akademischen Orchester der Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU), musikalischen Ehrengästen und herausragenden Wissenschaftlern. Besondere Glanzlichter setzte an diesem Abend in der Neubaukirche das Ehepaar Franziska und Florian Glemser als harmonierendes Klavier-Duo. Vor rund 350 Gästen begeisterte aber auch das Akademische Orchester unter Leitung von Markus Popp. Im festlichen Rahmen wurden insgesamt sechs Auszeichnungen und Forschungsförderpreise mit einer Dotierung von knapp 100 000 Euro verliehen. 

Wiederbelebung an Schulen: Projekt "Kinder retten Leben" ausgezeichnet

Der Vorstandsvorsitzende des bald 100 Jahre bestehenden Universitätsbundes Würzburg, Main-Post-Geschäftsführer David Brandstätter, hält die öffentlichen Prämierungen für eine gute Gelegenheit, "Einblicke in die exzellente Arbeit der Universität" zu gewähren – und um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Denn Wissenschaft stehe immer im Dienste des Menschen.

Der Universitätsbund will Lehre und Forschung vor allem dort fördern, wo staatliche Mittel fehlen. Wenn dafür auch private Nachlässe zur Verfügung gestellt werden, werden sie gerne eingesetzt – so wie in diesem Jahr für den mit 25 000 Euro dotierten Förderpreis, der an Thomas Wurmb vom Uniklinikum und sein Projekt "Kinder retten Leben" ging. Dabei führen Experten an Würzburger Schulen Trainings für Herzdruckmassagen durch. Das Ganze wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. "Wenn Kinder Lesen und Schreiben lernen, können sie auch Wiederbelebung lernen", ist Wurmb überzeugt. Ziel sei es, die geringe Ersthelferquote bei Herz-Kreislauf-Stillstand von weniger als 20 Prozent in Deutschland deutlich zu steigern. 

Die diesjährigen Preisträger (von links): Christine Ott (Röntgenpreis), Manfred Lutz (Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung), Thomas Wurmb (Förderprojekt "Kinder retten Leben"), Hans Stark (Nachhaltigkeitspreis), Vasilij Baumann (IHK-Förderpreis) sowie Florian und Franziska Glemser (Musikpreis der Keck-Köppe-Stiftung). Foto: Heiko Becker

Den von Albrecht Fürst zu Castell-Castell ins Leben gerufenen Nachhaltigkeitspreis der JMU (3000 Euro) erhielt Hans Stark, Leiter des Universitäts-Forstamtes in Sailershausen (Lkr. Haßberge). Rund 2300 Hektar Wald betreut das Forstamt – und Stark tut es laut Uni-Präsident Alfred Forchel mit einer besonders nachhaltigen und naturschonenden Bewirtschaftung. Der Röntgenpreis (5000 Euro) ging an Christine Ott und damit erstmals an eine Germanistin beziehungsweise eine "germanistische Generalistin", wie sie in der Laudatio gewürdigt wurde.

Preis der Vogel Stiftung für Forschung am Immunsystem

Mit dem IHK-Förderpreis (35 000 Euro) wurde der technische Physiker Vasilij Baumann für seine Forschung zur Künstlichen Intelligenz ausgezeichnet. Den Forschungsförderpreis der Vogel Stiftung (25 000 Euro) erhielt Manfred Lutz vom Institut für Virologie und Immunbiologie. Er untersucht neue Möglichkeiten zur Diagnose und Therapie von Alzheimer und Parkinson.

Exzellentes Zusammenspiel: Für das Orchester unter der Leitung von Markus Popp gab es höchstes Lob. Foto: Heiko Becker

Als diesjährige Träger des Musikpreises der Keck-Köppe-Stiftung zeigten Franziska und Florian Glemser eindrucksvoll, warum sie ausgezeichnet wurden. Seit 2010 hat sich das Paar, mittlerweile mit zwei Kindern, auch am Klavier gefunden. Wunderbar aufeinander abgestimmt in Tempi, Dynamik und Farbe gaben sie eher unbekannten Klavierstücken von Johannes Brahms ("Souvenir de la Russie") eine spielerisch leichte Eleganz.

Akademisches Orchester und Klavierduo Glemser in musikalischer Harmonie

Beim eigens fürs Klavier zu vier Händen arrangierten Bach-Konzert zeigten das Paar Glemser und das Akademische Orchester großartige Musikalität. Die einzelnen Register im Orchester korrespondierten exzellent untereinander und mit den beiden Pianisten. Für die Rossini-Ouvertüre ("Die diebische Elster") bekam das Orchester höchstes Lob vom früheren Kulturamtsleiter Johannes Engels: "So fantastisch habe ich das noch nie gehört".   

Hatte das musikalische Programm koordiniert: Musikwissenschaftler Ulrich Konrad (rechts) mit David Brandstätter, Vorstandsvorsitzender des Unibundes. Foto: Heiko Becker

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