Würzburg

Uniklinik Würzburg: Erster italienischer Corona-Patient geheilt

Ein 61-jähriger Mann aus der Region Bergamo verbrachte über zwei Wochen in Unterfranken. Seine Behandlung war offenbar nicht einfach – was auch mit Sprachbarrieren zu tun hatte.
Der geheilte italienische Corona-Patient an der Würzburger Uni-Klinik Giacomo C. (Dritter von rechts) am Entlassungstag mit (von links) Prof. Stefan Frantz, Dr. Susanne Wiebecke, Dr. Dirk Weismann, Prof. Georg Ertl, Prof. Hermann Einsele und Prof. Meybohm
Der geheilte italienische Corona-Patient an der Würzburger Uni-Klinik Giacomo C. (Dritter von rechts) am Entlassungstag mit (von links) Prof. Stefan Frantz, Dr. Susanne Wiebecke, Dr. Dirk Weismann, Prof. Georg Ertl, Prof. Hermann Einsele und Prof. Meybohm Foto: Margot Rössler, Uniklinikum Würzburg

Ende März wurde Giacomo C. ins Uniklinikum Würzburg (UKW) eingeliefert – im künstlichen Koma und über einen Schlauch in seiner Luftröhre beatmet. 17 Tage später, am 16. April, verließ er "bester Dinge" das Würzburger Krankenhaus, wie die Uniklinik nun mitteilt. Der 61-Jährige aus der Region Bergamo war der erste Corona-Patient aus Italien, der am UKW behandelt wurde.

Mit dem Flugzeug von Italien nach Nürnberg

Nach der Entlassung von Giacomo C. sind aktuell noch zwei weitere italienische Corona-Patienten an der Uniklinik in Behandlung. Hintergrund ist, dass die Bayerischen Staatsregierung das stark belastete Gesundheitssystem Italiens unterstützen möchte. Wie seine beiden Landsleute war C. vor rund drei Wochen zunächst mit dem Flugzeug nach Nürnberg transportiert und von dort aus mit einem Krankenwagen nach Würzburg gebracht worden. Dort wurde er auf der Anästhesiologischen Intensivstation aufgenommen. Seit Ende März sind alle zwölf Betten dieser Station ausschließlich Corona-Patienten vorbehalten.

Italiener verwirrt, wenn sie in Franken aufwachen

Das Krankheitsbild und die dadurch erforderlichen Therapieschritte waren im Fall von Giacomo C. offenbar sehr schwierig. Durch die Gabe entsprechender Medikamente, verbunden mit einer engen Überwachung, habe das Team der Intensivstation diese Krankheitssymptome soweit verbessern können, dass nach zwei Tagen die künstliche Beatmung beendet werden konnte, heißt es in der Mitteilung.

Die Aufwachphase nach dem künstlichen Koma halte demnach weitere Herausforderungen bereit: Die Kranken seien häufig noch verwirrt. "Dazu kommt, dass unsere Patienten, die momentan alle keine Besuche bekommen dürfen, ab der Aufwachphase nur vermummtes medizinisches Personal sehen, das durch die Schutzmasken akustisch schwer zu verstehen ist", erklärt Sonja Nebl, stellvertretende Pflegeleiterin der Anästhesie-Intensivstation. "Für unsere Italiener ist diese Situation besonders krass: Neben der Sprachbarriere müssen sie ja auch erst mal verstehen, dass sie in Italien in Narkose versetzt wurden und dann hier bei uns in Franken wieder aufgewacht sind."

So geht es den anderen italienischen Patienten

Nachdem der Patient im weiteren Verlauf zwei Tage lang symptomfrei war und das Institut für Virologie und Immunologie der Uni Würzburg keine Erreger mehr bei ihm nachweisen konnte, stand einer Entlassung des ersten italienischen Patienten nichts mehr im Wege. Auch dem zweiten Corona-Patienten aus Italien gehe es schon so gut, dass er kurz vor seiner Entlassung in die Heimat steht, heißt es. Der dritte Patient sei noch auf der Intensivstation und müsse weiterhin beatmet werden.

"Ich bin glücklich, dass Herr C. die schwere Covid-19-Infektion so gut überstanden hat und stolz auf die Leistungen unserer Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte", sagte Professor Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, laut Mitteilung bei der Verabschiedung des Patienten. Der Norditaliener selbst habe allen an seiner Genesung Beteiligten herzlich für die Versorgung gedankt. 

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