Ochsenfurt

Unsinn mit Methode

Bei den Herbstimpressionen warf Puppenspieler Thomas Glasmeyer einen bierernst gemeinten Blick auf Blähungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen.
In seiner Kurzversion der Bizet-Oper 'Carmen' gibt PuppenspielerThomas Glasmeyer bislang ungekannte Einblicke in das berühmte Werk. Foto: Gerhard Meißner
In seiner Kurzversion der Bizet-Oper "Carmen" gibt PuppenspielerThomas Glasmeyer bislang ungekannte Einblicke in das berühmte Werk. Foto: Gerhard Meißner

Der Unsinn hat Methode bei Thomas Glasmeyer - eine überaus unterhaltsame und manchmal auch tiefgründige Art, wie sein Figurentheater "Blähungen" zum Auftakt der Ochsenfurter Herbstimpressionen unter Beweis stellte. Nicht körperliche Blähungen sondern Aufgeblähtes und Überbewertetes in den zwischenmenschlichen Beziehungen sind Thema das Programms. 

Schräge Typen aus dem Koffer

Schräge Typen, die der Puppenbauer und Puppenspieler aus seinem Koffer auferstehen lässt. Allen voran Roland Gotthilf Schillerhahn, der ebenso neunmalklug wie gestenreich durch den Abend führt. Zwei Schauspieler des Hamburger Schauspielhauses proben Shakespeares "Sommernachtstraum" und entspinnen daraus einen weitgehend sinnfreien Dialog.

Gesangsdiva Liliane Lindelbacher präsentiert den Hit "Johnny, wenn du Geburtstag hast". Und die Kurzversion der Bizet-Oper "Carmen" legt bislang ungekannte Facetten des Meisterwerks frei. Vielleicht ist der tiefere Sinn des Programms, dass nicht alles einen Sinn haben muss.

Wie die Werke des Komponisten und Kabarettisten Friedrich Hollaender aus den 1920er Jahren, die Thomas Glasmeyer seinen Figuren in den Mund legt. Wie gut, dass es Briefträger Alwin aus Versbach versteht, das intellektuelle Niveau wieder in Bodennähe zu bringen.

Zehn Jahre gibt es die Herbstimpressionen bereits; mal drei Veranstaltungen macht 30 Abende, an denen der Spital-Förderverein jeweils andere Künstler im Braustüble der Oechsner-Brauerei präsentierte. Als 31. in der Reihe erntete auch Thomas Glasmeyer langen Applaus.

Stammgast im Kulturherbst

Im Kulturherbst des Landkreises mischt Glasmeyer bereits zum vierten Mal mit und hat weit mehr als schräge Komik für Erwachsene auf dem Kasten. So ist er beispielsweise am Samstag, 6. Oktober, in Gerbrunn mit dem Kinderstück "Krabat" nach einem alten sorbischen Märchen, und am Sonntag, 14. Oktober, in Sommerhausen mit nicht ganz jugendfreien "Liebes- und Schelmengeschichten aus 1001 Nacht" zu sehen.

Bei den Herbstimpressionen im Oechsner-Stüble geht es am 12. Oktober weiter mit der Klezmer-Band "Schmitts Katze" und am 26. Oktober mit den fränkischen Übersetzern der Asterix-Comics, Kai Fraass und Gunther Schunk, und Auszügen aus ihrem neuesten Werk "Asterix un die Schlachtbladdn." Der Eintritt ist jeweils frei. Der Erlös des Abends und Spenden kommen der Restaurierung des Ochsenfurter Spitals zugute.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Ochsenfurt
  • Gerhard Meißner
  • Asterix
  • Blähsucht
  • Koffer
  • Puppenspielerinnen und Puppenspieler
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!