Würzburg

Unterwegs in Sachen Wirtschaftsförderung

Vor der Besichtigung des Main-Post-Druckzentrums erklärt Marco Franz über welche „Umwege“ beim Offset-Druckverfahren die Farbe auf das Papier gelangt. Foto: Georg Wagenbrenner

Was mit einer gemeinsamen Standortbroschüre begann und auf der Mainfranken Messe fortgesetzt wurde, bestimmt nun auch die Philosophie der Firmenbesuche: Stadtverwaltung und Landratsamt sind in Sachen Wirtschaftsförderung gemeinsam unterwegs. Eine Delegation um den stellvertretenden Landrat Ernst Joßberger und Oberbürgermeister Christian Schuchardt besichtigte mit dem Würzburger Wirtschaftsbeirats und Vertretern der Hochschulen sowie der Wirtschaftskammern- und Verbände zwei für die gesamte Region bedeutende Unternehmen am Heuchelhof. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

140 Jahre Firmengeschichte

Unternehmen, die unterschiedlicher wohl kaum sein könnten: Auf der einen Seite das Medienhaus Main-Post mit über 1100 Mitarbeitern. Auf der anderen Seite mit der GLR Rothkegel GmbH ein kleines Expertenteam, das bei der Restaurierung von Kirchenfenstern alte Handwerkskunst pflegt und in vielen Arbeitsschritten mit dem Blick für feinste Unterschiede Produkte entwickelt, die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte Bestand haben sollen.

2005 übernahm Matthias Rothkegel, das traditionsreiche Familienunternehmen. Im kommenden Jahr wird man auf 140 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Der Firmenchef führte die Delegation durch den Betrieb und beeindruckte bei einer Präsentation mit zahlreichen Referenzen, die entweder der Glasgestaltung, der Restaurierung oder der Leuchtenmanufaktur zugeordnet werden können.

Zuständig für knifflige Sonderaufträge

Letzterer Geschäftszweig kam 1978 hinzu und bescherte Aufträge für das Völkerkundemuseum in München, das Theater in Ulm und zahlreiche Sakralbauten. Während die Leuchten Kunstwerke oder Räume in Szene setzen, oder generalüberholt viel Energie einsparen, sind die Glasgestaltungen für Künstler wie Curd Lessig oder Restaurierungen alter Kirchenfenster zum Beispiel im Ulmer Münster selbst Hingucker.

Das 17-köpfige Team in Würzburg sowie eine eigenständige Niederlassung in Österreich setzen auf individuelle Lösungen. „Große Stückzahlen über 200 Leuchten machen für uns in der Regel keinen Sinn“, bescheinigte Manuela Weißenberger, leitende Objektberaterin in Würzbuerg und Mitgesellschafterin in Österreich. „Wir kommen eher bei kniffligen Sonderaufträgen zum Zuge. Bei uns steht das Objekt im Mittelpunkt, das restauriert oder für eine einmalige Umgebung gestaltet werden soll“, ergänzt Rothkegel, der auch Vorsitzender des Verschönerungsvereins ist.

Neueste Entwicklungen im Medienhaus vorgestellt

Große Maschinen konnte die Delegation im Druckhaus der Mediengruppe Main-Post auf dem Würzburger Heuchelhof bestaunen. Seit Februar ist hier eine der modernsten Zeitungsrotationen Europas in Betrieb. Die Maschinen von Koenig und Bauer der neuesten Generation bedrucken am Tag eine Papierbahn, die von Würzburg bis Rom reichen würde. Bis zu 70 000 Zeitungen können in der Stunde vom Band laufen.

Geschäftsführer David Brandstätter stellte die neuesten Entwicklungen im Medienhaus vor. Bei seiner Präsentation sprach er offen über die täglichen Herausforderungen, wenn es darum geht, den steten Auflagenrückgang bei der Tageszeitung – ein wohl unumkehrbarer Trend der gesamten Branche – durch neue Geschäftsfelder zu kompensieren. Weil „die Marke Main-Post“ heute auch für Produkte wie digitale Apps, den Internetauftritt der Uniklinik oder den Transport von bis zu einer halben Millionen Briefen am Tag durch die Main-PostLogistik steht, ist die Zahl der Mitarbeiter zuletzt wieder gestiegen.

Breites Portfolio an Dienstleistungen

Im Haus habe man laut Brandstätter die eigenen Kernkompetenzen und Stärken, die auch in Zukunft gefragt sein werden, herausgearbeitet. Im Zeitalter der Digitalisierung bietet man den Kunden ein breites Portfolio an Produkten und Dienstleistungen an. Mit der Mediengruppe Pressedruck in Augsburg, habe man seit 2011 einen Eigentümer, der eine große Entscheidungsgewalt in der Region gelassen habe.

Schuchardt würdigte nach Brandstätters Vortrag den eingeschlagenen Weg: „Nicht ist so beständig wie der Wandel. Dies könnte auch der passende Sinnspruch für die hochdynamische Firmengeschichte der Main-Post sein. Es ist beeindruckend, wie breit sich das Haus zwischenzeitlich aufgestellt hat“ Auch Josberger attestierte eine „Strahlkraft für die gesamte Region“ und Brandsätter pflichtete bei.

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