THEILHEIM

Verborgene Schätze dreier Orte gemeinsam entdecken

Zu einer ersten Information und einem Ideenaustausch trafen sich Bürger und offizielle Vertreter der Gemeinden Theilheim, Eibelstadt und Randersacker im Theilheimer Rathaus. Projektleiter Dr. Gerrit Himmelsbach, Dozent am Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg informierte anschaulich und ausführlich über Kulturwege. Diese mittlerweile 94 Wege in Franken sind ein Projekt des gemeinnützigen Vereins archäologisches Spessartprojekt (ASP) mit Sitz in Aschaffenburg. ASP ist gleichzeitig ein Institut der Uni Würzburg.

Die Kulturwege, erläuterte Himmelsbach im Beisein der Bürgermeister Hubert Henig (Theilheim) und Markus Schenk (Eibelstadt), dienen weniger touristischen Zwecken, als vielmehr der Identitätsfindung. Vor allem durch das gemeinsame Entdecken bislang oft verborgener, typischer Schätze eines Ortes beziehungsweise einer Region.

Aus Randersacker vertrat Ralf Kuhn, Zunftmeister der örtlichen Steinhauerzunft und Vorstandsmitglied des altfränkischen Wengert den amtierenden Bürgermeister Oliver Liedtke bei dem Infoabend. Bei dem Termin dabei waren außerdem der Manager der interkommunalen Allianz Südliches Maindreieck, Holger Becker, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Theilheim, Thomas Herpich, die Theilheimer Gemeinderäte Marita Gläßel (SPD), Fred Stahl (Bündnis 90/die Grünen), Chronist Siegfried Faulhaber sowie ein paar interessierte Bürger.

Ehrenamtliche Mitarbeiter

Ziel des Abends war es, auszuloten, inwieweit sich die drei Allianz-Gemeinden Theilheim, Eibelstadt und Randersacker vorstellen könnten, gemeinsam einen Kulturweg zu erarbeiten. Rund 5500 Kilometer Wege hat ASP in 16 Jahren Tätigkeit mittlerweile markiert. Dafür zuständig, dass diese Markierungen möglichst aktuell sind, und niemanden in die Irre führen, sind 300 ehrenamtliche Mitarbeiter, erklärte der Projektverantwortliche. Damit machte er gleichzeitig das Grundprinzip der Kulturwege deutlich. Die Wege seien kein der Bevölkerung von oben aufgesetztes Vorhaben, keine Sache, die Bürgermeister und Gemeinderäte unter sich entscheiden und regeln, sondern ein Gemeinschaftsprojekt, das von unten wachsen soll und muss. „Es geht m die Menschen. Hierfür sind Bürger gefragt, die Lust haben sich mit der Geschichte ihres Dorfes und der dort lebenden Menschen zu beschäftigen.“

Sollte sich für Eibelstadt/Randersacker/Theilheim eine Arbeitsgruppe zusammenfinden, so würde sich diese sechs Mal im Jahr treffen und unter seiner Moderation, so Himmelsbach, die interessanten Punkte für ihren Weg gemeinsam herausarbeiten. Sind der Weg und seine markanten Punkte gefunden, werden die Infos anschließend in Wort und Bild zusammengefasst und mithilfe des APS ein Faltblatt (Auflage 6000 Stück) und sechs Infotafeln gefertigt. Letztere werden dann aufgestellt und von der Projektgruppe weiter betreut und gegebenenfalls aktualisiert. Die Gesamtkosten liegen bei 16 000 Euro. Die ebenfalls nicht einfach die Gemeinde bezahlen soll. Vielmehr versuche die Projektgruppe, Sponsoren und Finanzierungsmöglichkeiten zu finden.

Wie lebendig diese Arbeitsgruppen arbeiten und helfen, (wieder) gemeinsame Identität zu entwickeln, welche Vielfalt an Themen und Infos sich bieten, davon berichtete Himmelsbach. Er erzählte beispielsweise vom Sichtbar-Machen eigentlich unsichtbarer Dialektgrenzen, vom Einbeziehen aktueller Kulturgüter (warum steht hier am Weg ein Wind- und Solarpark) oder Hinweisen auf einzigartige kulinarische Besonderheiten. Ohne dass sich Bürger finden, die bereit sind, mitzuarbeiten, auch dass machte der Referent sehr deutlich, werde es keinen Kulturweg Eibelstadt, Randersacker und Theilheim geben.

Einige Markenzeichen unter dem Motto „Das gibt es nur bei uns“ fanden sich für Theilheim schnell, wie etwa die erste Raiffeisenbank Bayerns (1877) oder die einzigen, nicht-flurbereinigten Weinberge der Region. Aber auch gemeinsam haben die drei Dörfer einiges. So etwa die religionsgeschichtliche Tatsache, nicht zum Besitztum des Bischofs, sondern des Domkapitels zu gehören, wie Faulhaber anmerkte.

Randersacker als Mitstreiter?

Sowohl Theilheim als auch Eibelstadt haben bereits signalisiert, tiefer einsteigen zu wollen. Noch offen ist, ob sich in Randersacker auch Mitstreiter finden. Kuhn merkte an, dass man dort eher das Problem habe, schon zu viele Angebote und damit zu viele Gäste im Ort zu haben.

Mittels einer weiteren Informationsveranstaltung, diesmal in der Marktgemeinde (vorausgesetzt Randersacker signalisiert das Okay hierzu), will man demnächst ausloten, ob sich nicht doch Interessenten finden, so lautete die Tendenz der Teilnehmer in Theilheim.

Mit der Grundintention, die Themen, Natur, Umwelt und Kultur regional aufzugreifen, fügte Becker noch an, passe das Konzept der Kulturwege hervorragend zur Zielsetzung der interkommunalen Allianz.

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