Sommerhausen

Verbotenes Linksabbiegen mit hoher Unfallgefahr

Autofahrer akzeptieren Verkehrsschilder nicht und sorgen so für gefährliche Situationen. Die Baustelle ist am Brückenkopf in Sommerhausen.
Selbst im gefährlich dichten Berufsverkehr ist verbotenes Linksabbiegen auf die B13 Richtung Würzburg an der Tagesordnung. Foto: Antje Roscoe

Montag, 6. Mai, 17.15 Uhr: Die Kamera ist noch nicht startklar, schon beobachtet die Reporterin das erste Fahrzeug, das die vorgeschriebene Fahrtrichtung ignoriert und nach links fährt. Die Umleitungsbeschilderung an der Mainbrücke in Sommerhausen wird weithin nicht akzeptiert.

In der abendlichen Hauptverkehrszeit ist das verbotswidrige Queren und Linksabbiegen an der B 13 offenbar die Regel. Etwa jedes fünfte Fahrzeug biegt am Montag von Winterhausen kommend an der Brückenrampe links Richtung Würzburg ab. Eines quert die B 13, um dann über die reguläre Zufahrtsspur auf die Straße aufzufahren. Lücken für solche Manöver gibt es um diese Uhrzeit im Verkehr der Bundesstraße nur sehr begrenzt.

Dass noch keine Unfälle registriert wurden, ist beinahe unglaublich. Zwei Szenen gibt es innerhalb weniger Minuten, an denen erkennbar ist, mit welcher Gefahr die Falschabbieger spielen. Korrekt wäre die Auffahrt auf die B 13 Richtung Ochsenfurt und ein sicheres Wenden über die südliche Abfahrt Sommerhausens. Es handelt sich um gut drei Kilometer Umweg.

Bis Mitte Oktober Baustelle

Seit gut sieben Wochen ist die Kreuzung am Brückenkopf in Sommerhausen Baustelle, voraussichtlich noch bis Mitte Oktober. Das Problem des verbotswidrigen Abbiegens trat von Anfang an auf, berichtet Norbert Meyer, Sachbearbeiter für den Verkehr bei der Polizeiinspektion Ochsenfurt. Auch Lastwagen seien dabei. Das sei schon an den Spuren deutlich geworden. Als erste Sofortmaßnahme wurden unmittelbar nach Bekanntwerden der Problematik Leitbaken an der Einmündung der Rampenabfahrt in die B 13 aufgestellt, um verbotenes Linksabbiegen zu erschweren, teilt das Landratsamt auf Anfrage schriftlich mit. Zusätzlich sei die Beschilderung ergänzt worden, die vorgeschriebene Fahrtrichtung "rechts" ist beidseitig abzulesen.

Das Umleitungsschild bekam eine Präzisierung als Umleitung für den Verkehr Richtung Würzburg und Autobahn A 3. Indes, es nutzt nichts, zeigen die Recherchen. Hier werden vorsätzlich alle Signale, inklusive der ausgezogenen Mittellinie zur Gewährleistung von Verkehrssicherheit missachtet.

Leitschwellen gegen Verkehrssünder

Als Konsequenz hat die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt nun "als letzte Maßnahme für den betroffenen Abschnitt der B 13, das Aufbringen von Leitschwellen entlang der durchgezogenen Mittellinie angeordnet, die das Überfahren der Linie verhindern sollen." Dies soll bis spätestens 10. Mai erfolgen.

Wesentlich länger, nämlich sechseinhalb Kilometer mit Wenden in Eibelstadt, ist der Umweg für diejenigen, die auf der B 13 von Ochsenfurt kommend Richtung Winterhausen fahren wollen. Und wer das Ziel Erlach bzw. Sommerhausen hat und nicht an die Sperrung denkt, muss ebenfalls bis Eibelstadt fahren - sofern er nicht auf der Bundesstraße wendet.

Bürgermeister Fritz Steinmann hat von allen Szenarien gehört, um die Umwege abzukürzen. "90 Prozent sind Ortskundige. Sie sehen keine Schilder oder nehmen sie nicht wahr. Fremde fahren nach Navi", verdeutlicht Meyer die Schwierigkeit einer funktionierenden Beschilderung. Das andere Problem sei der Vorsatz.

Mit dem Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie dem Anschluss des Weinbergsradweges Richtung Eibelstadt sind für den Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr bei Sommerhausen sieben Monate Bauzeit veranschlagt. Foto: Antje Roscoe

Vollsperrung im öffentlichen Interesse

Geplant wurde die Umleitungsbeschilderung für den Bau des Kreisverkehrs von der Straßenverkehrsbehörde in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt und der Polizeiinspektion Ochsenfurt. Man habe sich für die Vollsperrung des Baustellenbereichs entschieden, weil sich für den Großteil der betroffenen Verkehrsteilnehmer bei einspurigem Ampelverkehr an der Kreuzung im Vergleich zur jetzigen Umleitungsregelung kein nennenswerter Vorteil ergeben hätte, so die gemeinsame Aussage. Die Verkehrsbehinderungen wären vielmehr erheblich gewesen und sowohl Bauzeit als auch Kosten entsprechend höher, teilt die Pressestelle des Landratsamtes für die Verkehrsbehörde mit. "Daher war es im öffentlichen Interesse, die Entscheidung für die Vollsperrung zu treffen."

Im Ortsbereich von Sommerhausen wirkt sich die Sperrung der nördlichen Zufahrt vor allem mit erhöhtem Anlieger-Verkehr in der Ochsenfurter Straße und auch der Ölspielstraße als Umfahrung des Ortskerns aus. Das merkt Steinmann als Anlieger direkt und "arg". In der Hauptstraße im Ortskern dagegen sei es jetzt wesentlich ruhiger, richtig angenehm. Es fielen die Busse weg und auch der Durchgangsverkehr für Einkäufe.

Der Verkehr Richtung Erlach und Kitzingen nimmt die Industriestraße und An den Aussiedlerhöfen, in der Fahrweise "wie die Henker", sagt Steinmann. Und auch der Leiter der Umweltstation im Tierpark, Thomas Biechele-Kusch sieht weniger das Verkehrsaufkommen kritisch als das Tempo.

Polizei sieht wenig Tempo-Verstöße

Geschwindigkeitsmessungen mit Laser hatte die Polizei im 30-Stundenkilometer-Bereich in der Ochsenfurter Straße Mitte April durchgeführt, so Meyer. Bei der Messung am 11. April von 9 bis 10.30 Uhr wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Bei anderer Gelegenheit zwischen 7 und 8 Uhr wurden eine Verwarnung und eine Anzeige ausgestellt. Bei beiden Kontrollen habe sich nicht bestätigt, dass generell zu schnell gefahren werde. Das Tempo werde meistens höher eingeschätzt, so Meyer. In Tempo-30-Zonen betrage die Durchschnittsgeschwindigkeit erfahrungsgemäß 36-37 Stundenkilometer.

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