WÜRZBURG

Verschönerungsverein: Neue Straba ist nötig

Das wäre die Straßenbahn-Variante durch das Oegg-Tor, die inzwischen immer unwahrscheinlicher wird. Foto: FOTO WVV
Hinter die jüngst vom Stadtrat beschlossene Trasse für die neue Straßenbahn ans Hubland hat sich auch der Verschönerungsverein Würzburg (VVW) gestellt. Noch vor eineinhalb Jahren hatte man grundsätzliche Bedenken gegen eine Straßenbahn im Bereich der Residenz und des Mozartareals geäußert. Nun sieht die Sache anders aus.

In einer Pressemitteilung spricht der Verein von der „stadtplanerischen Notwendigkeit, die Universität am Hubland sowie den dort neu zu entwickelnden Stadtteil mit einer neuen Straßenbahnlinie auf die bestmögliche Weise ans ÖPNV-Netz anzubinden“. Diese Notwendigkeit erkenne man an, so das Ergebnis einer eingehenden Diskussion bei der Mitgliederversammlung.

Gleichwohl mahnt der Verschönerungsverein zu besonderem Feingefühl bei der Planung, da die Trasse durch städtebauchlich hochsensible und ökologisch wertvolle Bereiche führe. Hierzu hat der VVW fünf wichtige Punkte benannt. Erstens wendet er sich gegen Strommasten und Oberleitungen im Umfeld der Residenz. Stattdessen solle hier ein oberleitungsfreier Betrieb realisiert werden. Zweitens spricht man sich für eine Arrondierung des Residenzplatzes aus, d.h. asphaltierte Flächen sollten wieder durchgehend gepflastert werden. Auf einen erhöhten Gleiskörper sei zu verzichten.



Drittens verweist der Verschönerungsverein auf die historische Bedeutung der vier Baumreihen in der Balthasar-Neumann-Promenade. Sie seien wesentlicher Bestandteil der noch aus der Barockzeit stammenden, auf die Planung des Hofgärtners Johann Prokop Mayer zurückgehenden Promenade in Würzburg. „Das Entfernen auch nur einer Baumreihe würde deren Charakter zerstören“, heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb schlägt der VVW eine eingleisige Straßenbahnführung in diesem Abschnitt oder eine geringfügige Versetzung der Baumreihen vor.

Als vierten Punkt warnt der Verschönerungsverein vor einem Durchstich vom Amtsgericht quer durch den Ringpark direkt auf die Sieboldstraße zu: „Hierdurch würden ein historisch besonders wertvoller Bereich des Ringparks mit seinem noch originalen Bodenrelief und ferner ökologisch außerordentlich wertvolle, sehr alte und kostbare Gehölze zerstört.“ Deshalb solle die Trasse entlang der bestehenden Ottostraße durch den Ringpark geführt werden. Und schließlich empfiehlt der VVW mit seinem Vorsitzenden Stefan Kummer „eine elegantere Gestaltung und Formgebung der Straßenbahnzüge“. Sie könne die Akzeptanz im Umfeld der Residenz steigern.

Neben dem Verschönerungsverein hat sich jüngst auch der Bund der Selbstständigen bei einem Treffen mit der neuen Straßenbahn befasst. Gastredner war WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer. Am Ende stand ein ganz konkreter Wunsch, vor allem von Geschäftsleuten aus der oberen Theaterstraße: Sie wollen dort im Zuge des Straba-Baus eine Fußgängerzone und keine Einbahnstraße. So könne auch eine gute Anbindung zum Kardinal-Faulhaber-Platz und zum Mozartareal geschaffen werden.

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