WÜRZBURG

Versöhnung: Neue Mosaiktafel vor der Stephanskirche verlegt

Mosaiktafel mit tschechischer Inschrift: Unser Bild von der Verlegung zeigt (hinten von links) Balthasar Alletsee, Susanne Eisele, Andrea Huber, Dekanin Edda Weise und Johanna Falk sowie vorne Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und Theodor Rejda. Foto: Franz Nickel

Das „Denkmal der Versöhnung“ auf dem Boden des Wilhelm-Schwinn-Platzes vor der Stephanskirche ist um eine Mosaiktafel reicher: Die 16. Steinplatte ziert das tschechische Wort für Versöhnung „Usmireni“. Nun besteht das im Mai 2002 begonnene Werk aus Mosaiktafeln in 13 Sprachen sowie aus drei weiteren, auf denen es um die Versöhnung mit der Natur, den Einsatz der verschiedenen Religionen für dieses wichtige Thema und die Eröffnung der Friedensdekade geht.

Während der Verlegung informierte Johanna Falk von der ökumenischen Nagelkreuzinitiative über die Bestandteile des „Denkmals der Versöhnung“.

„Der Glaube verträgt keine Gewalt.“
Dekanin Edda Weise

Nach einer Steinplatte in gälischer Schrift wurde mit der Tafel in tschechischer Schrift heuer schon die zweite Verlegung verwirklicht. Zu den Organisatoren gehörten auch der Riesengebirgler Heimatkreis Trautenau sowie die Ackermann-Gemeinde.

„Das Denkmal ist ein Zeichen der Hoffnung“, sagte Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake. Nicht das begangene Unrecht, sondern das verständnisvolle Miteinander bestimme unsere Zukunft. Die neue Platte in tschechischer Schrift verleihe der Freundschaft zwischen beiden Nationen Ausdruck.

Sie sei auch glücklich über die Partnerschaft zwischen Würzburg und Trutnov, dem früheren Trautenau, betonte die Bürgermeisterin. Was 1956 mit einer Patenschaft begonnen hatte, wurde vor fünf Jahren zu einer festen Partnerschaft.

Dekanin Edda Weise berichtete von zahlreichen deutsch-tschechischen Begegnungen. Die Geschichte von Krieg, Unrecht und Vertreibung habe nicht die Kraft gehabt, eine positive Entwicklung zu verhindern. „Der Glaube verträgt keine Gewalt“, hob sie hervor, und der Glaube führe zur Versöhnung.

„Möge diese Mosaiktafel zur weiteren Versöhnung der beiden Länder beitragen“, erklärte Pfarrer Adam Possmayer. Zwar falle es den Menschen schwer zu vergeben, dennoch habe Gott durch Jesus dazu Weisungen gegeben. Am Anfang des Weges zur Versöhnung stehe die Wahrnehmung von Verletzungen und Schmerzen. Dies bedeutet, dass es so nicht weitergehen könne. Bis zum Ziel, der Versöhnung, sei es jedoch ein „langer Prozess, das lehrt uns auch die Bibel“.

Andrea Huber las einen Text von Anna Valeska Strugalla vor, die sich unter anderem in einer Projektarbeit intensiv mit dem Riesengebirgler Heimatkreis Trautenau beschäftigt hat.

Die Heimatvertriebenen hätten sich in Würzburg integriert und beispielsweise aufgrund der Eröffnung ihrer Stube Anfang der 1980-er Jahre „ein Zentrum der Brauchtumspflege“ sowie eine geschichtliche Dokumentation geschaffen. Der Heimatkreis ist nach Ansicht von Strugalla wichtig, weil dessen Mitglieder „anderen Migranten ihre Erfahrungen weitergeben können“.

Nach dem Festakt in der Stephanskirche hielten Mitglieder des Riesengebirgler Heimatkreises noch einen Vortrag im Ratssaal. Das Thema: Von Trautenau nach Trutnov, von der Patenschaft zur Partnerschaft in Europa“.

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