Margetshöchheim

Verständlich, aber der falsche Weg

Das Schwierigste für viele Flüchtlinge ist neben der räumlichen Enge in den Unterkünften vor allem die Unsicherheit, wie lange sie hier bleiben dürfen und ob ihr Asylantrag anerkannt wird. Diese Fragen können eine unglaubliche Anspannung bei den Betroffenen hervorrufen, zumal ihre Tage vor allem aus Warten bestehen, auch wenn man ihnen Deutschkurse und andere Freizeitgestaltungsmöglichkeiten anbietet. Ein anderes Problem ist wohl das Gefühl der Fremdbestimmung.

Lesen Sie dazu auch den Bericht von Gideon Zoryiku: Flüchtlingsprotest überrascht Gastgeber

Daher kann man durchaus Verständnis für die 14 Syrer haben, die am Samstag einen Aufstand geprobt hatten, weil sie über ihre Situation frustriert sind. Nachvollziehbar ist auch, dass sie möglichst schnell eine eigene Wohnung wollen, wo sie selbstständiger leben und mehr Privatsphäre haben können.

Billigen muss man die Aktion allerdings nicht, auch wenn der Protest friedlich verlief. Denn sie haben mit ihrem Protest den falschen Weg gewählt und womöglich denjenigen eine Steilvorlage geliefert, die ohnehin eine negative Einstellung zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland haben.

Die 14 Syrer haben mit ihrer Protestaktion auch die Menschen verärgert, die Asylbewerbern wohlwollend gegenüber stehen und alles tun, um ihnen zu helfen. Auch wenn die Syrer die Strukturen hierzulande nicht kennen können, war die Aktion zumindest ungeschickt.

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