WÜRZBURG

Vertrauen schaffen: Regierung zeichnet Integrationsprojekte aus

Integrationspreise: Staatssekretär Johannes Hintersberger (rechts) und Regierungspräsident Paul Beinhofer (links) zeichnen (v. l.) Stephan Rinke (Freie Turner), Marile Schneider-Günter (Kinderschutzbund) und Gudrun Greger (Mehrgenerationenhaus) aus.
Integrationspreise: Staatssekretär Johannes Hintersberger (rechts) und Regierungspräsident Paul Beinhofer (links) zeichnen (v. l.) Stephan Rinke (Freie Turner), Marile Schneider-Günter (Kinderschutzbund) und Gudrun Greger (Mehrgenerationenhaus) aus. Foto: T. Müller

Mit der großen Zahl an Flüchtlingen aus Kriegsgebieten stellt die Integration von Menschen aus anderen Kulturen eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre dar. In der Würzburger Residenz hat die Regierung von Unterfranken nun drei von Ehrenamtlichen getragene Gruppen für ihre erfolgreiche Arbeit mit dem Integrationspreis ausgezeichnet.

Der Kinderschutzbund Aschaffenburg kann sich über 2500 Euro freuen. In der „Elternwerkstatt“ treffen sich an drei Standorten einmal in der Woche Eltern von Grundschülern. „Es geht um Lerninhalte und Lernmethoden, die die Menschen in ihren Ländern nicht haben“, erklärt die zweite Vorsitzende Marile Schneider-Günter. So seien zum Beispiel türkische Eltern oft nicht darauf eingerichtet, ihren Kindern beim Lernen zu helfen. Die Elternwerkstätten sind entstanden aus der Lernhilfe, bei der Lerncoaches Kinder zu eigenständigem Lernen anleiten. Es geht um grundlegende Dinge, wie die Gestaltung des Arbeitsplatzes oder die Lernmotivation. „Wesentlich für den späteren Erfolg ist, dass die Basis in der Grundschule gelegt wird“, sagt Schneider-Günter. Ihr Ziel ist eine Elternwerkstatt an jeder Grundschule in der Umgebung.

Den zweiten Preis in Höhe von 1500 Euro erhielt das Mehrgenerationenhaus Haßfurt des BRK-Kreisverbands Haßberge. Bildungspaten kümmern sich dort vor Ort um Zuwandererfamilien, lernen mit ihnen Deutsch, gehen ins Theater oder die Bücherei. „Freiwilliges Engagement braucht Wertschätzung von außen, auch von offizieller Seite und der Politik“, hat die Leiterin des Hauses, Gudrun Greger, auf der Fahrt nach Würzburg beobachtet. Zur Preisverleihung waren etwa zwei Dutzend Paten und Kinder mitgereist. Das Preisgeld möchten sie unter anderem für Supervisionen ausgeben. Gerade die Arbeit mit den Flüchtlingen ist nicht immer einfach: „Manches Schicksal geht einem schon nahe.“

Den Weg der Annäherung der Kulturen durch den Sport geht seit April 2014 die Freie Turnerschaft Würzburg. Die Sportangebote richten sich bewusst auch an Asylbewerber und Ausländer. „Grundlage für ein gutes Zusammenleben vor Ort sind Anerkennung, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung“, lobte Regierungspräsident Paul Beinhofer den Einsatz der Freiwilligen. Was Behörden oft schwerfalle, gelinge Menschen, die sich aus eigenem Entschluss engagieren, oft umso besser.

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