WÜRZBURG

Vertriebene wollen Flüchtlingen helfen

Nach den Schlagzeilen im Vorjahr wollen die Vertriebenen in Unterfranken den „Tag der Heimat“ diesmal wieder in ruhigerem Fahrwasser begehen. Festredner in Würzburg ist am Samstag, 3. Oktober, Christian Knauer, der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebener (BdV). Die Stadt Würzburg gibt einen Empfang im Rathaus.

Genau diesen traditionellen Empfang hatte Oberbürgermeister Christian Schuchardt im vergangenen Jahr abgesagt, weil der BdV-Bezirksverband als Festredner zum Tag der Heimat den Republikaner-Funktionär und rechtspopulistischen Publizisten Michael Paulwitz eingeladen hatte. Diese Entscheidung des Vorsitzenden Albert Krohn sorgte damals auch verbandsintern für Kritik. Günther Rinke, einer der stellvertretenden Vorsitzenden, trat zurück.

Der Festredner in diesem Jahr genießt hingegen einen tadellosen Ruf. Knauer (63) war von 2002 bis 2014 Landrat des schwäbischen Kreises Aichach-Friedberg. Seit 1999 ist der CSU-Politiker, dessen Familie aus Schlesien stammt, Vorsitzender des BdV in Bayern. Vor zehn Tagen wurde er von der Landesversammlung in Traunreut (Lkr. Traunstein) im Amt bestätigt. Einer seiner Stellvertreter ist der Unterfranke Alfred Kipplinger (Sulzbach/Main).

Christian Knauer steht für einen „offenen Dialog“ mit den östlichen Nachbarstaaten Deutschlands. Von nationalistischen Strömungen im BdV grenzt er sich deutlich ab. Gleichwohl, so sagt er, bleibe die Anerkennung historischer Wahrheiten und der Völkerrechtswidrigkeit von Vertreibungen das Ziel der Gespräche mit den heutigen Bewohnern der ehemaligen Heimatländer.

Im Gespräch mit dieser Zeitung spricht sich der Landesvorsitzende dabei für einen „verstärkten Kampf“ gegen Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus aus. Gerade die Vertriebenen hätten schmerzhaft erfahren, „wozu Totalitarismus in letzter Konsequenz führen kann“. Die Situation der Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsländern in heutiger Zeit könne „niemand besser nachvollziehen als sie. Den Menschen von dort zu helfen, sei eine „zutiefst humanitäre und christliche Aufgabe“.

Die Festveranstaltung zum Tag der Heimat in Unterfranken beginnt am Samstag, 3. Oktober, um 14.30 Uhr im Tagungszentrum Heiligkreuz, Hartmannstraße 29, Würzburg. Bereits um 12.30 Uhr gibt die Stadt Würzburg im Rathaus einen Empfang für die Vertriebenen.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Michael Czygan
  • Christian Schuchardt
  • Flüchtlinge
  • Stadt Würzburg
  • Vertriebene
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!