Würzburg/Schweinfurt

Viel Arbeit für Feuerwehr: So wütete der Schneesturm in Unterfranken

"Bianca" sorgte am Donnerstag für viel Ärger. Es gab Unfälle, Zugreisende strandeten und in manchen Orten fiel der Strom aus. In der Rhön hat der Schnee aber auch sein Gutes.
Schneechaos bei Lohr: Eine Buche stürzte auf zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand.
Schneechaos bei Lohr: Eine Buche stürzte auf zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde niemand. Foto: Feuerwehr Lohr

Stromausfälle, Stau auf den Straßen und gestrandete Zugreisende: Das Sturmtief "Bianca" hat mit Massen an Schnee am Donnerstagabend für einiges Chaos in Unterfranken gesorgt. Bis etwa 1 Uhr hatte die Polizei gut zu tun, sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken. So habe es rund 140 Einsätze wegen Behinderungen oder Gefährdungen des Verkehrs gegeben. Außerdem ereigneten sich 65 Verkehrsunfälle während des Schneesturms. Bei sechs Unfällen gab es Verletzte.

Auch die Feuerwehren hatten in der Nacht einiges an Arbeit. Über 100 unwetterbedingte Einsätze beschäftigten die örtlichen Feuerwehren im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Würzburg. Dazu gehören die Stadt und der Landkreis Würzburg sowie die Landkreise Main-Spessart und Kitzingen. Überwiegend waren die Feuerwehren damit beschäftigt, blockierte Straßen von umgestürzten Bäume zu befreien, heißt es in einer Mitteilung.

Wintereinbruch: die Feuerwehr Altfeld im Einsatz
Wintereinbruch: die Feuerwehr Altfeld im Einsatz Foto: Benedict Rottmann

Immer wieder sorgten Lkw, die sich festfuhren und querstellten, für Behinderungen auf den Straßen.  Zwischen Marktheidenfeld (Lkr. Main-Spessart) und Rohrbrunn (Lkr. Aschaffenburg) ist dadurch der Verkehr auf der A3 vollständig zum Erliegen gekommen, teilt die Feuerwehr Marktheidenfeld mit. Auch am Autobahnkreuz Schweinfurt-Werneck bereitete der Schnee einem Lkw-Fahrer Schwierigkeiten. Dort fuhr ein Sattelzug bei schneebeckter Fahrbahn auf den Randstreifen und blieb dort stecken. Bis die Straße wieder befahrbar war, hatte sich laut Verkehrspolizei ein neun Kilometer langer Stau auf der A70 in Richtung Würzburg gebildet.

Strom und Busse fielen wegen des Sturmtiefs aus

Wer auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war, hatte zum Teil ebenfalls unter dem Sturmtief zu Leiden. Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (WVV) kündigten beispielsweise an, dass Donnerstagnacht und Freitagmorgen keine Busse mehr fahren können wegen des Schnees. Die Straßenbahnen fuhren aber weiterhin.

Besonders heikel: In der Nacht hatten mehrere 10 000 Haushalte über Stunden keinen Strom. Das bestätigt der Netzbetreiber "Bayernwerk". Betroffen war zum Beispiel Erlabrunn (Lkr. Würzburg). Die Ursache seien Sturm und Nassschnee gewesen. In den meisten betroffenen Haushalten war der Strom bis 2 Uhr morgens weg. Zum Teil dauerte es aber auch länger. Zu Ausfällen kam es laut einem Sprecher im kompletten Netzgebiet von Bayernwerk von Unterfranken bis Oberbayern. 

Der Rothhanglift am Kreuzberg ist in Betrieb: Skifahrer haben sich am Freitag über den Schnee gefreut.
Der Rothhanglift am Kreuzberg ist in Betrieb: Skifahrer haben sich am Freitag über den Schnee gefreut. Foto: Barbara Enders

Im Hauptbahnhof Würzburg standen in der Nacht vier ICE, die aufgrund der Witterung nicht weiterfahren konnten, meldete das Bayerische Rote Kreuz (BRK). Kurzzeitig steckten 1300 Reisende in Würzburg fest. Das Rote Kreuz habe die Reisenden in den Zügen mit Getränken und Verpflegung versorgt. Der Malteser Hilfsdienst Würzburg richtete in der Jenaplan-Schule eine Notunterkunft für Familien mit Kleinkindern sowie Senioren und Hilfsbedürftige ein. Die Hilfsorganisationen hatten sich laut BRK zunächst auf eine Einsatzdauer von sieben Stunden eingestellt, bereits gegen 2 Uhr fuhren die Züge aber schon wieder.

Teils heftiger Schneefall und glatte Straßen sorgten am Donnerstagabend auch für zahlreiche Rettungsdiensteinsätze in Stadt und Landkreis Würzburg, teilt das BRK mit. Dabei ging es auch um Verletzungen durch Stürze. Besondere Eile war bei der Rettung einer Schwangeren auf der Autobahn geboten. Mehrere Lkw blockierten bei glatter Fahrbahn die Durchfahrt. THW und Feuerwehr wurden auf der Autobahn eingesetzt, um Fahrbahnen freizumachen.

Das erste Mal in der Saison: Skifahren in der Bayerischen Rhön

Aber nicht für alle Menschen in Unterfranken war der Schneesturm eine schlechte Nachricht. In der Bayerischen Rhön war es am Donnerstag zum ersten Mal in der Saison möglich, Ski zu fahren. Der Rothhanglift am Kreuzberg (Lkr. Rhön-Grabfeld) nahm dort am Mittag den Betrieb auf. Bei blauem Himmel und Sonnenschein kamen dort am Freitag zahlreiche Menschen vorbei, um die Piste herunterzuwedeln. Das könnte sich allerdings bald schon wieder erledigt haben: Am Wochenende sollen die Temperatur nämlich auf bis zu 16 Grad steigen.

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