WÜRZBURG

Viel Schweiß, viel Schlamm: 900 Unermüdliche kämpfen beim Rock-Race in Würzburg

Rock Race 2015
Um die 800 Teilnehmer quälen sich am Sonntag (16.08.15) über die 18 km lange Strecke des 2. Rock Race in Würzburg. Vom Viehmarkt aus am Mainufer entlang geht es über zahlreiche Hindernisse hinauf zur Festung und zurück. Foto: Daniel Peter

Temperaturen von maximal 20 Grad und Dauerregen – das hat am Sonntag sicher viele Menschen davon abgehalten, ihre Wohnung zu verlassen. Nicht so die geschätzt rund 900 Teilnehmer beim 2. Würzburger "Rock.Race": Die Freunde des anspruchsvollen Hindernislaufs über 7 oder 18 Kilometer haben sich über das fast schon herbstliche Wetter sehr gefreut.

„Die Leute stehen drauf. Nass werden sie sowieso, bei schönem Wetter kann jeder laufen“, sagte Organisationschef Jürgen Schweighöfer vor dem Start am Viehmarkt-Parkplatz. Dort hatten er und sein Team einen Hindernis-Parcours aufgebaut, der mit seinen Kletterwänden, Hangelstangen und Containern ein wenig an „Spiel ohne Grenzen“ erinnerte – mit dem Unterschied, dass bei der Fernsehshow nicht noch zusätzlich viele Kilometer mit zahlreichen weiteren Hindernissen zurückgelegt werden mussten.

Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und den Willen, den inneren Schweinehund zu überwinden: Das waren die Fähigkeiten, die am Sonntag vor allem auf der langen Strecke gefragt waren.

Los ging es um 10:30 Uhr aber erst einmal mit einem Kinderlauf über zwei Kilometer. „Es war schön“, sagte die 9-jährige Vanessa hinterher. Der Regen hat ihr nichts ausgemacht, am schwierigsten fand sie es, über hohe Strohballen zu klettern.

Rock Race 2015
Um die 800 Teilnehmer quälen sich am Sonntag (16.08.15) über die 18 km lange Strecke des 2. Rock Race in Würzburg. Vom V... Foto: Daniel Peter


Wie kommt man als Erwachsener dazu, sich der Herausforderung beim Rock.Race zu stellen? Kai Demel ist 40 Jahre alt und betreibt Kampfsport beim SV Oberdürrbach: „Einer aus unserer Gruppe gehört zum Organsationsteam und hat uns gefragt. In unserem jugendlichen Leichtsinn haben wir Ja gesagt.“ Bei der Zusage wussten die Kampfsportler wahrscheinlich noch nicht, dass sie zu Beginn des 18-Kilometer-Rennens gleich mal zehn Kilo schweren Sandsäcke – die durch die Nässe noch schwerer geworden waren – über Hindernisse würden schleppen müssen.

 

Die Sieben-Kilometer-Strecke führte am Main entlang zum Kloster Oberzell. Auf dem Rückweg zum Start durften die Teilnehmer dann im Übungshafen der Feuerwehr am Main eine Runde schwimmen. Nicht leicht in Laufschuhen und Klamotten – einige brauchten die Hilfe der Wasserwacht, um wieder aus dem Wasser zu kommen. Kai Demel hatte keine Probleme: „Alles gut“, sagte er nach der kurzen Schwimmeinlage.

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Rock Race Teil 1

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Rock Race Teil 2

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Dann ging es für die 7-Kilometer-Läufer über den Hindernis-Parcours ins Ziel, während die ganz Harten noch elf Kilometer weiterliefen, um sich der größten Herausforderung beim Rock.Race zu stellen: Gut 700 Höhenmeter in den Weinbergen unterhalb der Festung beim Maschikuli-Turm. Vor dem Rückweg zum Ziel mussten sie dort im schlammigen Steilhang gleich mehrmals rauf und runter – hoch auf allen Vieren, runter auf dem Allerwertesten.

Philipp Kordwig aus Würzburg war einer von denen, der zum ersten Mal an einem Extremsport-Wettbewerb teilnahm. „Es war eigentlich halb so wild. Ich bin überrascht, dass ich es so gut durchgestanden habe. Am heftigsten war es oben in den Weinbergen, das Schwimmen war das Angenehmste“, sagte der 30-jährige Würzburger im Ziel.

Rock Race 2015
Um die 800 Teilnehmer quälen sich am Sonntag (16.08.15) über die 18 km lange Strecke des 2. Rock Race in Würzburg. Vom V... Foto: Daniel Peter

Gut dreieinhalb Stunden nach dem Start kämpften sich die letzten Läuferinnen und Läufer über die letzten Hindernisse und unter einem Bundeswehr-LKW hindurch tapfer ins Ziel. Die Sieger über die lange Strecke heißen in diesem Jahr Agata Krafczyk bei den Frauen und Chris Lemke bei den Männern – beide gehören zum Team „Harzer Keiler“ aus Niedersachsen.

Die Rettungskräfte – Malteser und BRK-Wasserwacht waren mit rund 60 Helfern im Einsatz – meldeten keine besonderen Vorkommnisse. „Die Teilnehmer waren sehr gut vorbereitet und wurden nicht gehetzt. Wir hatten nur einen Transport ins Krankenhaus“, so Malteser-Einsatzleiter Lorenz Böck.

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Rock Race für Hartgesottene

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Rock Race für Hartgesottene II

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Rock Race Teil 4

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Rock Race Teil 3

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Und Kai Demel? Der 40-Jährige hat sein erstes Rock.Race zusammen mit sieben Freunden gut überstanden und will auch 2016 wieder am Start sein: „Es war super und macht sehr viel Spaß, vor allem in der Gruppe.“ Sein Tipp für alle, die das Hindernis-Rennen bei der nächsten Auflage (Voraussichtlich im September 2016) selbst ausprobieren wollen“ Zweimal laufen reicht als Vorbereitung nicht.“

Die Ergebnisse aller Wettbewerbe sind auf der Veranstalterseite zu finden.

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