REGION WÜRZBURG

Vierbeinige Retter mit sensiblen Spürnasen

Die Wunden waren nur geschminkt: 22 Rettungshunde, jeweils begleitet von ihrem Führer sowie einem Helfer, suchten am Samstag bei einer Großübung im Ochsengrund zwischen Gramschatz und Güntersleben acht vermisste Personen.Insgesamt beteiligten sich an dem Test 120 Helfer des Bezirksverbands des Bayerischen Roten Kreuz (BRK).. Foto: Thomas Obermeier

Bei einer Großübung im Ochsengrund zwischen Güntersleben und Gramschatz suchten am vergangenen Samstag 22 Rettungshunde, jeweils begleitet von ihrem Führer sowie einem Helfer, acht vermisste Personen. Die auf einer Fläche von rund 15 Quadratkilometern verteilten und „hingelegten Opfer“ sahen aufgrund ihrer Brandwunden schwer verletzt aus – für diese wirklichkeitsgetreue Ansicht sorgte zum Glück jedoch nur reichlich Schminke. Insgesamt beteiligten sich an dem Test 120 Helfer des Bezirksverbands des Bayerischen Roten Kreuz (BRK).

Übungsleiter Alex Löw erklärte das angenommene Szenario: Während eines Zeltlagers hatte jemand versucht, mit Benzin aus einem Kanister ein fast erloschenes Feuer wieder zu entfachen. Dadurch gab es eine Explosion mit zahlreichen Verletzten. Nachdem alle Betroffenen in Kliniken eingeliefert worden waren, wurde festgestellt, dass mehrere Personen vermisst werden. Die unauffindbaren Camper waren in einem Auto zum Zeltplatz gefahren. Von diesem Pkw aus begann die stundenlange Suche mit den Rettungshunden.

Geruch aufnehmen

Eingesetzt wurden dabei sogenannte „Man-Trailer“: Das sind Rettungshunde, die den Geruch einer bestimmten Person (hier von den Autositzen aus) aufnehmen und danach suchen. Außerdem waren „Flächensuchhunde“ mit von der Partie, die im Gelände keine bestimmte Person aufspüren, sondern jeden dort vorhandenen Menschen entdecken. Normalerweise dauert es etwa eine Stunde, bis zwei Vierbeiner einen Quadratkilometer abgesucht haben. Bei guten Windverhältnissen riecht ein Flächensuchhund jemanden bis auf 200 Meter Entfernung.

Nicht nur die insgesamt sechsstündige Übung mit Teams aus Aschaffenburg, Bad Kissingen, Landkreis Haßberge, Kitzingen sowie Würzburg war aufwändig, sondern auch schon die Vorbereitungen. Um den „Man-Trailern“ eine möglichst realitätsnahe Situation zu bieten, waren am Abend vor der Übung die „Opfer“ aus dem Auto gestiegen und in Richtung Waldhaus Einsiedel „verduftet“. So bekamen die Rettungshunde eine rund zwölf Stunden alte Spur vor ihre feinfühligen Nasen gesetzt.

„Die Rettungsteams mit ihren Hunden werden alle 18 Monate bezüglich ihres Könnens geprüft“, informierte Übungsleiter Alex Löw. Darüber hinaus hat sich der BRK-Bezirksverband entschieden, ab heuer spätestens jedes zweite Jahr eine Großübung zu organisieren. Damit soll die Zusammenarbeit untereinander, aber auch mit anderen BRK-Fachdiensten, verbessert werden. Im Ochsengrund waren ebenfalls die Unterstützungsgruppe Sanitätsdienst sowie die Abteilungen „Technik und Sicherheit“ und „Informations- und Kommunikation“ zur Stelle.

Die Rettungshunde sind häufig nachts im Einsatz, informierte Löw. Sie sind sowohl hier in der Bundesrepublik – beispielsweise bei der Suche nach geistig verwirrten Patienten – als auch bei Katastrophen im Ausland tätig.

Vermisste Opfer

Während der Übungsleiter die Pressevertreter informierte, knackte das Funkgerät und ein Hundeführer meldete den Fundort des achten und damit letzten vermissten „Opfers“. Mit Hilfe von Karten und GPS-System (Global Positioning System) lotste er den Rettungswagen heran. Im wirklichen Notfall geht es dann nach der Erstversorgung durch Hundeführer und Sanitäter mit Blaulicht und Martinshorn ins Krankenhaus; heute reichte glücklicherweise ein nasser Waschlappen zur Entfernung der geschminkten Wunden.

„Wir haben alle etwas dazu gelernt“, zog Löw am Ende der Übung eine positive Bilanz. Alles sei reibungslos abgelaufen, niemand habe sich verletzt, und den Hunden gehe es gut.

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