Würzburg

Von Moos in die Sahara

Tina Hoffmeister überreichte die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" an Burkhard Steinbach. Foto: Gut Moos

Die Rauchschwalbe ist ein Kulturfolger – sie brütet laut Pressemitteilung hauptsächlich im Inneren von Ställen, Scheunen und selten, falls man sie lässt, sogar in Wohnhäusern. Durch ihre enge räumliche Bindung an den Menschen, seien Schwalben darauf angewiesen, dass die Nester von den „Vermietern“ geduldet werden, heißt es weiter im Pressebericht und obwohl das Zerstören der Nester gesetzlich verboten ist, werden sie trotzdem häufig entfernt.

Rauchschwalben im Nest. Foto: Andreas Hartl LBV Bildarchiv

Auf dem Pferdehof „Gut Moos“ ist die Rauchschwalbe ein willkommener Gast – Karl-Friedrich und Burkhard Steinbach liegt eine naturnahe Bewirtschaftung ihres Hofes am Herzen, so die Mitteilung. Seit 1935 befindet sich das Anwesen in Familienbesitz. Die rund 40 Hektar Land werden extensiv bewirtschaftet und bieten den Vögeln einen abwechslungsreichen Lebensraum. Die wendigen Vögel profitierten von der offenen Bauweise der Ställe und der rund 2000 Quadratmeter großen Reithalle – 40 Nester konnten Mitarbeiterinnen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in diesem Frühjahr zählen.

Vor allem die Männchen sind sehr brutplatztreu. Oftmals kommen auch die Weibchen zum alten Nest zurück, heißt es weiter. Die meisten Schwalben verpaaren sich allerdings jährlich neu oder sogar nur für eine Brut. Ihre Nestbauweise ist einzigartig in der Vogelwelt: der Baustoff besteht aus Lehm, vermischt mit Speichel, Grashalmen und sonstigen Pflanzenanteilen. „Auf dem Pferdehof 'Gut Moss'“, so Tina Hoffmeister (Mitarbeiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Unterfranken ), "finden Schwalben ausreichend Pfützen, an deren Rändern sie Lehm sammeln und ihre Nester damit an Wände und Decken befestigen können, dies ist nicht selbstverständlich“. Oftmals seien die Hofflächen heutzutage voll versiegelt oder geschottert.

Bis zu drei Jahresbruten schaffen Rauchschwalben in einem Jahr groß zu ziehen. In diesem Jahr hat Karl-Friedrich Steinbach 150 Rauchschwalben gezählt, die jetzt im Oktober ihre lange Reise von Moos in die ostafrikanischen Savannengebiete nach Südafrika antreten.

Weitere Infos gibt es im Internet auf der Homepage des LBVs unter www. unterfranken.lbv.de

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