Prosselsheim

Vortrag zum Thema "Erhalt der Artenvielfalt"

Besucher ein Feuerwerk fantastischer Bilder, verbunden mit eigens dazu komponierter Musik von Kai Arend und den launigen und humorvollen Ausführungen des Referenten. Im Bild: Mohnbienen-Weibchen schneidet ein Blattstück aus einer Mohnblüte heraus
Besucher ein Feuerwerk fantastischer Bilder, verbunden mit eigens dazu komponierter Musik von Kai Arend und den launigen und humorvollen Ausführungen des Referenten. Im Bild: Mohnbienen-Weibchen schneidet ein Blattstück aus einer Mohnblüte heraus Foto: Roland Günter

Das Wissen und die Sorge, dass die Natur von Jahr zu Jahr ärmer wird, dass der Artenverlust bei Pflanzen und Tieren unserer Flur erschreckend fortschreitet, bewegten wohl über 120 Menschen, einen Freitagabend zu opfern, um sich einen Vortrag anzuhören, den die Ortsgruppe des Bund Naturschutz  im Prosselsheimer Rathaus veranstaltete, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Naturfotograf Roland Günter, der sich besonders auf dem Gebiet der Makrofotografie einen Namen gemacht hat, präsentierte den Besuchern ein Feuerwerk atemberaubender, fantastischer Bilder, verbunden mit eigens dazu komponierter Musik von Kai Arend und den launigen und humorvollen Ausführungen des Referenten.

Köstlich zuzusehen, wie ein Feldhase sich sorglos zwischen den Wildpflanzen in der Sonne räkelt und ungeniert und zufrieden gähnt, wie eine Lerche sich morgens triumphierend trällernd in den blauen Himmel schraubt -untermalt mit der Musik von Haydns Lerchenquartett. Prächtige Großaufnahmen zeigten, wie die Ackerkratzdistelbohrfliege ihr Ei in den Blütenboden der Distel plaziert und die Mohnbiene ihren Brutgang mit Mohnblätterstückchen austapeziert.

Buchstäblich vor Augen geführt bekamen die Besucher die vielfältige, enge Verflechtung von tierischem und pflanzlichem Leben, die aufs Genaueste abgestimmten Abhängigkeiten, die wie ein Puzzle zusammengefügt werden müssen, um zu funktionieren. Staunend erlebte man, wie wenig wir eigentlich von diesen Vorgängen wissen. Vielleicht würde der Mensch dann diese Vielfalt der Biodiversität anders schätzen und sorgfältiger mit der Um- und Mitwelt umgehen, heißt es in der Mitteilung. Dann würde eine "Hecke" kein auf ein bis zwei Meter zurechtgestutztes Gebilde sein, sondern würde breit genug gelassen, dass sie wirklich Lebensraum sein könnte für Hase, Rebhuhn, manche Amphibien, eine Vielzahl von Insekten und viele Vogelarten. 

In vielen weiteren Beispielen zeigte Roland Günter, was getan werden müsste - und könnte, damit nicht diese über die langen Zeiträume der Evolution entstandene Formen-, Farben- und Artenvielfalt vom Aussterben bedroht ist.

An den Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an. Von Seiten der konventionellen Landwirtschaft wurde auf die finanzielle Situation, den Zwang zur Vergrößerung, der Unschädlichkeit eines integrierten Pflanzenschutzes, der Notwendigkeit unkrautfreier Äcker und Ackersäume hingewiesen. Dagegen beklagten andere Gesprächsteilnehmer den enormen Rückgang von bäuerlichen Betrieben und die "Monokultur der Industrielandwirtschaft" und betonten, dass eine weniger intensive Ausnutzung der Natur und auf Gewinnmaximierung orientierte Landwirtschaft durchaus machbar wäre, dass mit biologischen, ökologischen Methoden oft die gleichen Erfolge erzielt werden können. Freilich wäre dafür ein höherer Mehraufwand nötig.

Der Abend schloss mit dem Fazit: "Wir haben eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung - zum Erhalt dieser Vielfalt."

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