Waldbüttelbrunn

Waldbüttelbrunn: Wer auf welche Weise Bürgermeister werden will

Bleibt Bürgermeister Klaus Schmidt im Amt oder können die anderen Kandidaten mehr überzeugen? Bei einer Podiumsdiskussion präsentierten sie nun ihre Ansichten.
Präsentierten auf dem Podium ihre Ziele für Waldbüttelbrunn (von links): Klaus Schmidt, Sebastian Hansen und Winfried Körner sind die Bürgermeisterkandidaten. Tim Schumacher moderierte den Schlagabtausch auf offener Bühne.
Präsentierten auf dem Podium ihre Ziele für Waldbüttelbrunn (von links): Klaus Schmidt, Sebastian Hansen und Winfried Körner sind die Bürgermeisterkandidaten. Tim Schumacher moderierte den Schlagabtausch auf offener Bühne. Foto: Matthias Ernst

Lange Zeit sah es so aus, als würde eine gemeinsame Podiumsdiskussion der drei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Waldbüttelbrunn nicht stattfinden. Doch dann ging alles ganz schnell. Gefühlt innerhalb von zwei Wochen organisierten der amtierende Bürgermeister Klaus Schmidt (SPD) und seine Herausforderer Winfried Körner (CSU) und Sebastian Hansen (Bündnis 90/ Die Grünen) in der Halle am Sumpfler eine Podiumsdiskussion, die Tim Schumacher (Radio Gong) moderierte. Gut 250 Zuhörer waren am Sonntag gekommen, um den Schlagabtausch der Kandidaten live zu erleben.

Welche Erfahrung die Kandidaten mitbringen

Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung der einzelnen Kandidaten folgten direkt wichtige Fragen. Jeder Kandidat sollte erläutern, warum er die beste Wahl für das Bürgermeisteramt in Waldbüttelbrunn ist. Während Schmidt und Körner schon viele Jahre im Gemeinderat sitzen (Körner seit 1996 und Schmidt seit 2008), ist Sebastian Hansen seit 2015 dabei. Alle drei weisen also längere Erfahrungen im kommunalen Ehrenamt auf. Hansen ist mit seinen 25 Jahren der jüngste Bewerber und hat viel politische Erfahrungen bei der Grünen Jugend sammeln können, deren Landesvorsitzender er war. Darüber hinaus ist er Masterstudent der Chemie. Körner ist im Ehrenamt groß geworden, steht schon viele Jahre im DJK-Vorstand in Verantwortung und ist derzeit im Waldbüttelbrunner Gewerbegebiet bei einer Firma für Showtechnik angestellt. Schmidt hingegen ist vor seiner Zeit als Bürgermeister Reiseverkehrskaufmann gewesen. Eine weitgehende Weiterführung seines Geschäftes in Höchberg hatte ihm der Gemeinderat bei der konstituierenden Sitzung nicht genehmigt.

Volles Haus gab es bei der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in der Halle am Sumpfler.
Volles Haus gab es bei der Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in der Halle am Sumpfler. Foto: Matthias Ernst

Verkehr und Belebung der Ortsmitte

Die Themen Verkehr und Belebung der Ortsmitte waren vorherrschend an diesem Nachmittag. Winfried Körner sprach sich vehement gegen einen Bau der B26n aus, da der geplante Anschluss an die Autobahn weite Teile von Roßbrunn und Mädelhofen zerschneiden würde. Da pflichteten ihm die anderen beiden Kandidaten noch zu. Bei der Diskussion um die Belebung des Ortskerns kam es zu kontroversen Ansichten. Während Körner und Hansen sich offen für einen von einer Privatfirma geplanten Neubau in der August-Bebel-Straße aussprachen, sah dies Schmidt anders. Grundsätzlich "ist mir jeder Investor willkommen" und er spreche auch mit jedem, der den Ort voranbringen möchte. "Sauer" stieß ihm jedoch eine Wurfsendung der Firma auf, die im Ort verteilt wurde und in dem offen davon gesprochen worden sei, dass die Neubauten nur verwirklicht werden, wenn sich im Bürgermeisteramt etwas ändert.

Mehr Gewerbe oder nicht?

Auch zum Thema Gewerbegebietserweiterung gab es unterschiedliche Ansichten. Während Sebastian Hansen sich gegen eine weitere Vergrößerung des Gewerbegebietes aussprach, wie kürzlich mehrheitlich vom Gemeinderat beschlossen, sehen die anderen beiden Kandidaten in einem maßvollen Ausbau des Gewerbegebietes eine Aufwertung für den Ort. Man habe besonders bei "Kiesäcker 4.3", das derzeit geplant wird, eine gute Vorauswahl an Firmen getroffen und auch bei Kiseäcker 4.2 sei das so gewesen, sagte Klaus Schmidt. Schmidt und Körner waren sich einig, dass man die Entwicklung des Gewerbegebietes langsam voranschreiten lassen müsse und nicht so schnell wie bisher.

Alle drei Kandidaten wollen das soziale Zusammenleben im Ort fördern, egal ob mit Wohnungen für Senioren oder dem Ausbau der Jugendarbeit. Bei den Finanzen meinte Körner, dass die Gemeinde noch ganz gut dastehe, man aber bei der steigenden Verschuldung auf die Ausgaben achten müsse. Sebastian Hansen will grundsätzlich auch auf die Finanzen achten, aber man solle investieren, um der kommenden Generation keine Infrastrukturschulden zu hinterlasssen und Schmidt zählte auf, was in der Gemeinde in den vergangenen Jahren alles entstanden ist. Das sei jetzt schon eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Bürger.

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