Uettingen

Waldpakt: Verantwortliche wollen auf Augenhöhe arbeiten

Unterzeichnung am grünen Schreibtisch: Heiko Menig, Bürgermeister von Neubrunn und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg und Elfi Raunecker, Bereichsleiterin Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg unterzeichnen den Kooperationsvertrag unter Anwesenheit von Landrat Eberhard Nuß (zweiter von links) und Heribert Endres, Bürgermeister von Uettingen (ganz links) sowie Bauhof-Mitarbeitern aus der Region Würzburg.
Unterzeichnung am grünen Schreibtisch: Heiko Menig, Bürgermeister von Neubrunn und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg und Elfi Raunecker, Bereichsleiterin Forsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg unterzeichnen den Kooperationsvertrag unter Anwesenheit von Landrat Eberhard Nuß (zweiter von links) und Heribert Endres, Bürgermeister von Uettingen (ganz links) sowie Bauhof-Mitarbeitern aus der Region Würzburg. Foto: Lucia Lenzen

Der Landkreis Würzburg und seine Waldflächen gehören zu den trockensten Gebieten Bayerns. Die Zahl der Tropentage, also der Tage an denen das Thermometer über 30 Grad klettert, ist von ehemals zehn Tagen auf 36 Tage angestiegen. Im Gegenzug dazu fällt gerade während der Vegetationszeit wenig Regen. 

Die Spuren dieser klimatischen Veränderungen sind im Wald überall sichtbar: trockene Bäume, Pilzbefall, Schädlinge, die ganze Bäume kahl fressen. Und sie beschäftigen alle, die mit ihnen zu tun haben: Forstwirtschaft, Waldbesitzer, Kommunen, Privatleute.  

Um sich hier für die Zukunft besser zu wappnen, setzt der Freistaat Bayern seit 2018 auf Zusammenarbeit: Zur Stärkung der Forstwirtschaft und des ländlichen Raumes wurde mit Interessenvertretern der Waldbesitzer der "Waldpakt" geschlossen. Er sieht unter anderem eine stärkere finanzielle Förderung der FBGs und mehr Unterstützung durch staatliches Forstpersonal vor. Generell sollen die staatliche Forstverwaltung und die FBGs enger zusammenarbeiten.

Heiko Menig: "Wir brauchen den Wald und der Wald braucht uns."

In einem Kooperationsvertrag haben nun auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Würzburg und die Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg (FBG) ihre "Zusammenarbeit auf Augenhöhe" besiegelt, wie es Forstdirektorin Elfi Raunecker vom AELF beim Unterzeichnungstermin im Uettinger Wald formulierte. Gemeinsam mit Heiko Menig, dem Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft Würzburg und Bürgermeister von Neubrunn, unterschrieb sie den Vertrag. 

"Wir brauchen den Wald und der Wald braucht uns", erläuterte Menig die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Er kündigte an, erste Ergebnisse bereits in ein bis zwei Jahren zu evaluieren, um möglichst rasch nachbessern zu können.  

Ebenfalls bei der Unterzeichnung anwesend waren Bürgermeister Heribert Endres aus Uettingen und Landrat Eberhard Nuß. Er sei wie elektrisiert gewesen von der Einladung, erläuterte der Landrat, denn der kritische Zustand des Waldes treibe ihn um. Es sei gut, dass der Termin im Wald stattfinde, denn hier seien die Schäden offenkundig.

Timo Renz, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft, erläuterte, dass der Uettinger Wald besonders stark betroffen sei. 1500 bis 2000 Bäume seien geschädigt.  

Auch rund 40 Bauhof-Mitarbeiter aus dem Landkreis Würzburg, die an einer Schulung der FBG in dem Waldstück teilnahmen, bezeugten die Vertragsunterzeichnung. 140 bis 160 Mitarbeiter aus dem Landkreis werden jährlich in unterschiedlichen Themen rund um die Arbeit im Wald und mit Holz fortgebildet. In diesem Jahr ging es um die Fällung trockener Bäume sowie um die Rußrindenkrankheit am Ahorn.  

Detailziele/Kooperationsfelder der Vereinbarung:
  • Durch möglichst umfassende Durchforstung die heimischen Baumarten fördern, die Dürre und Hitze besser ertragen. Als da sind: Traubeneiche, Feldahorn, Vogelkirsche, Walnuss und Wildobst (Elsbeere, Speierling etc.)
  • Dafür sorgen, dass im Jungwald diese Baumarten ihren angemessenen Anteil behaupten können. Das gilt insbesondere für die Leitbaumart Eiche mit ihren Mischbaumarten, die in den letzten 30 Jahren kaum nachgezogen wurde.
  • Dafür sorgen, dass Waldbesitzer ihre Verantwortung bei Jagdverpachtung und Abschussfestsetzung wahrnehmen.
  • In bemessenem Umfang in den Wald neue klimatolerante Baumarten einbringen, die Hitze und Trockenheit besser überstehen.
  • Waldeigentümern, aber auch Politik und Öffentlichkeit vermitteln, dass der Landkreis Würzburg Vorteile hat: auf nährstoffreichen Böden kann eine große Vielfalt von Trockenheit vertragenden Baumarten auch durch Naturverjüngung nachwachsen.

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