WÜRZBURG

Wanderausstellung des Verfassungsschutzes über Islamisten

Den Islamismus stets im Blick: Anne-Kathrin Wahl und Michael Utsch vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Foto: FOTO stefan römmelt

Islamismus in Würzburg? Fehlanzeige. So lautet – kurz gefasst – die vorerst beruhigende Botschaft eines Gesprächs mit Michael Utsch und Anne-Kathrin Wahl vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Dennoch lohnt sich ein Besuch in der Franz-Oberthür-Schule. Dort wartet bis zum 26. April auf Schulklassen ab der 10. Jahrgangsstufe, Studierende und alle politisch Interessierten die 2004 bis 2006 von Utsch konzipierte, regelmäßig überarbeitete und an die 40 Mal in ganz Deutschland gezeigte Wanderausstellung „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“.

Es geht um anschauliche Aufklärung. Und um eindeutige Differenzierung: „Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, zwischen der großen Weltreligion des Islam und der extremistischen Ideologie des Islamismus klar zu unterscheiden.“ So stellt die erste Abteilung die Grundprinzipien des Islam vor. Den Missbrauch des Islam für politische Zwecke, die Ideologie des Islamismus, beleuchten die vier anschließenden Abteilungen. Hier werden „Erscheinungsformen, Ziele und Aktivitäten islamistischer Organisationen in Deutschland“ fokussiert. Die Themen der einzelnen Abteilungen: „Islamismus – eine extremistische Ideologie“, „Legalistische Islamisten – Mit zwei Gesichtern“, „Gewaltbefürwortende islamistische Organisationen – Kampf für eine islamistische Herrschaftsordnung“, „Mujahedin-Netzwerke – Anatomie des Terrors“.

Als gemeinsames, mit friedlichen Mitteln oder gewaltsam angestrebtes Ziel der keineswegs einheitlichen Islamisten benannte Referatsleiterin Wahl bei der Ausstellungseröffnung „die absolute Geltung islamischer Werte in den Bereichen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft“ – und damit das Ende der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Ein weiteres verbindendes Element des Islamismus: die intensive Nutzung des Internet als globaler Schauplatz des „Heiligen Krieges“, des „Online-Jihad“.

Wachsamkeit ist also geboten. Dies brachte auch das abschließende Statement Wahls zum Ausdruck, die zugleich eine unaufgeregte Vorgehensweise ankündigte: „Der Verfassungsschutz wird seine Arbeit bei der Beobachtung des Islamismus weiter mit vollem Engagement, aber ohne ohne Alarmismus verfolgen.“ Mehr Informationen über Struktur und Aufgaben des Verfassungsschutzes bietet die sechste und abschließende Abteilung der ansprechend gestalteten, 200 000 Euro teuren Schau.

Die Ausstellung wird in den Räumlichkeiten W 113/114 der Franz-Oberthür-Schule, Zwerchgraben 2 in Würzburg, gezeigt. Öffnungszeiten: Montags bis Donnerstags 9 bis 16 Uhr, Freitags 9 bis 12 Uhr. Für Führungen wird um Voranmeldung unter Tel. (09 31) 79 53-0 gebeten. Der Eintritt ist frei.

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