WÜRZBURG

War die Einheit verordnet?

Am Samstag, 27. Juni, findet ab 10 Uhr in den Räumen der Fachhochschule, Münzstraße 12, die zweite Veranstaltung der Reihe „Vereinigtes Deutschland – einiges Deutschland?“ statt. Veranstalter sind die Evangelische Studentengemeinde und der Verein „Aufarbeitung der Geschichte der DDR“; Unterstützung kommt von der Bundesstiftung Aufarbeitung. Das Thema lautet: „Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion – eine verordnete gesellschaftliche Einigung?“

Gemeinsam mit Referenten und Zeitzeugen will man der Frage der gesamtdeutschen Bedeutung der dreifachen Union von 1990 diskutieren; es soll nach den damaligen Eindrücken und Perspektiven, aber auch nach den Risiken und Gefahren des Vertragswerkes gefragt werden. Zwei Zeitzeugen sind dabei.

So wird der ehemalige Postminister Wolfgang Bötsch seine Erlebnisse schildern. Er war damals aufgrund seiner Stellung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unmittelbar eingebunden in die Verhandlungen.

Kontroverse Debatten

Gerhard Botz, SPD-Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer, wird deren intensive Arbeit behandeln. Es gab damals zum Teil kontroverse Debatten über die bevorstehende deutsche Einheit. Interessant ist laut den Veranstaltern der Tagung die Frage nach dem Spielraum der Regierung de Maiziere: Hätte er das Gesamtpaket der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion ablehnen können? Hätte man vielleicht andere Modelle des Sozialismus wagen können, gar mit finanzieller Hilfe der Bundesrepublik?

Zu Beginn der Tagung gibt Isabelle Thomas, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Innovationsgeschichte der Universität Bamberg, einen Einblick in die Wirtschafts- und Sozialpolitik der DDR. Sie will dabei die wirtschaftlich desolate Lage der DDR und die fast schon kopflos wirkende Suche der DDR-Führung nach finanzieller Unterstützung in einer Zeit des drohenden politischen Niedergangs darstellen.

Anschließend beleuchtet Professor Arnd Bauerkämper aus Berlin Einzelheiten des Vertrags. Er untersucht die Erwartungen der Bevölkerung an die Vereinbarung und analysiert Probleme, die unter anderem dadurch entstanden, dass diese Erwartungen auf beiden Seiten zu hoch waren.

Natürlich wird im Rahmen der Veranstaltung auch genügend Zeit für Diskussionen mit den Zeitzeugen und den Referenten zur Verfügung stehen.

Anmeldung: Tel. (09 31) 88 07 45 31 oder E-Mail an tkpohl@t-online.de.

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