WÜRZBURG

Warnung vor dem neuen Funksystem

Der im Aufbau befindliche digitale „Tetra-Funk“ für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sorgt weiter für Zündstoff. Der Arbeitskreis Elektrosmog der Würzburger Agenda 21 zeigt sich in einer Stellungnahme überrascht ob der Äußerungen von Experten im Stadtrat. Die Agenda 21 hält sie für eine „Verharmlosung der zu erwartenden gesundheitlichen Gefahren sowie der mannigfachen technischen Unzulänglichkeiten“ des neuen Funknetzes.

Berichte aus Großbritannien, Dänemark und Niederlande, wo das Tetra-Funksystem seit einiger Zeit in Betrieb ist, würden Gesundheitsschäden der Anwohner im Umfeld von Tetra-Masten sowie der Nutzer der Mobilgeräte aufzeigen. Außerdem, so die Kritik, gebe es gravierende technische Mängel, „die zum Teil zu einer ernsthaften Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung wurden.“

In München und Hamburg, so berichten Josef Dattler und Claus Dieter Krüger für den Elektrosmog-AK der Agenda 21, musste der Tetra-Funk-Probebetrieb zeitweise eingestellt werden, weil unter anderem die komplizierte Menüführung und die miserable Sprachqualität aufgrund der obligatorischen Verschlüsselung zu Behinderungen bei Einsätzen führte. „Selbst Sonneneinwirkung legte reihenweise mobile Funkgeräte lahm.“

Gleichwellen-Netz beibehalten

Einige Organisationen plädieren deshalb für die Beibehaltung des analogen Gleichwellen-Funknetzes, das gerade in den letzten Jahren wesentlich verbessert wurde und weniger Gesundheitsgefahren birgt als das neue Tetra-Funksystem. Die Behauptung, dass ein Handy-Telefonat schlimmer sei als das jahrelange Wohnen neben einer Tetra-Funk-Basisstation sei aus technologischen Gründen nicht nachvollziehbar, heißt es in der Stellungnahme.

Folge der niedrigeren Strahlenfrequenzen und der Tag und Nacht mit Volllast emittierenden Tetra-Funkwellen laut Agenda 21: eine tiefere und intensivere Aufnahme im Körpergewebe, als dies bei den mehrfach höheren Mobilfunkfrequenzen der Fall ist. Mit den bereits vorhandenen elektromagnetischen Strahlen aus Mobilfunk, WLAN, Radar u.a. sowie der schon weitgehend vorhandenen T-DAB- und T-DVB-Stationen „ist die Belastungsgrenze bei Mensch, Tier und Natur durch die nachhaltige Exposition schon längst überschritten.“

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