Oberickelsheim

Warten auf Schlussrechnung der Ortsdurchfahrt

Verabschiedung in Coronazeiten: Mit Abstand und ohne Händedruck verabschiedete Oberickelsheims Bürgermeister Michael Pfanzer (Zweiter von rechts) die scheidenden Gemeinderäte (von links) Bernhard Betz, Armin Freitag und Werner Brand.
Verabschiedung in Coronazeiten: Mit Abstand und ohne Händedruck verabschiedete Oberickelsheims Bürgermeister Michael Pfanzer (Zweiter von rechts) die scheidenden Gemeinderäte (von links) Bernhard Betz, Armin Freitag und Werner Brand. Foto: Gerhard Krämer

Sparen, wo es möglich ist, lautete die Devise im Oberickelsheimer Gemeinderat bei der Vorberatung des Haushalts für 2020. Es waren aber nur kleine Beträge, die sich am Ende dann auf rund 46 700 Euro summierten. Hinter großen Beträgen steht noch ein ebenso großes Fragezeichen, denn seit fast einem Jahr wartet die Gemeinde auf die Schlussrechnung für die Ortsdurchfahrt Oberickelsheim.

Es sind keine kleinen Summen, die die Gemeinde Oberickelsheim noch an die Baufirma für die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt (Bundesstraße 13) noch zu zahlen hat. Auch wenn es dafür noch Zuschüsse vom Staatlichen Bauamt und vom Amt für Ländliche Entwicklung geben wird. Mehrmals habe man nachgefragt, berichtete Bürgermeister Michael Pfanzer in der Sitzung des Gemeinderats, die wegen der Abstandsregelungen zu Coronazeiten im Gemeindesaal des Rathauses stattfand. 665 000 Euro sind für die Straßenarbeiten geschätzt, 235 000 Euro werden für die Kanäle anfallen, 300 000 Euro für Wasserleitungen. 2500 Euro für Grunderwerb, wenn denn das Ergebnis der Vermessung vorliegt. An Zuschüssen wird, je nach Ausgabenhöhe, mit 530 000 Euro gerechnet.

"Es ist gerade alles andere als lustige", meinte Pfanzer und meinte damit nicht nur die Einschränkungen wegen Corona. Denn durch die fehlenden Rechnungen, auch im Vermessungsbereich, gebe es finanzielle Unwägbarkeiten. Durch den Weggang von Mitarbeitern bei den Firmen, auch beim Planungsbüro, träten nun Verzögerungen ein, die alles nicht leichter machen.

Denn wegen Corona gibt es im Haushalt der Gemeinde für heuer große Unsicherheiten. So wurden die Gewerbesteuereinnahmen mit 30000 Euro weniger als 2019, nämlich mit 80 000 Euro veranschlagt. Bei der Einkommenssteuerbeteiligung rechnet man derzeit mit 325 000 statt wie im Vorjahr mit 410 000 Euro. "Letztlich weiß keiner, wie es wird" meinte Pfanzer. "Es kann schlimmer kommen", fügte er hinzu.

Kirchensanierung wird verschoben

Deswegen begaben sich die Gemeinderäte, letztmals in dieser Zusammensetzung, auf die Suche nach Einsparmöglichkeiten im Vermögenshaushalt. So wurde der Zuschuss für die Kirchensanierung in Rodheim (4700 Euro) ins nächste Jahr geschoben, ebenso die 5000 Euro für das Förderprogramm Wohnnutzung.

Die Gehwege im Zollweg in Oberickelsheim waren gleich für 2021 eingeplant worden, dorthin schob man auch die Arbeiten an der Bushaltestelle in Rodheim. Statt 10 000 Euro für Dienstbarkeiten beim Bau der Druckleitungen sind nur noch 4000 Euro im Haushalt, weil die zuletzt zu querende Fläche vermutlich erst 2021 an der Reihe ist. Wenn der Bauhof neue Werkzeuge benötigt, keine Ersatzbeschaffungen, dann hat er nur 1000 statt 5000 Euro zur Verfügung. Die geplante Sondertilgung von 10 000 Euro soll entfallen.

Statt zwei Gruppen sollen in diesem Jahr nur je eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehren Rodheim und Geißlingen mit neuer Schutzkleidung und neuem Schuhwerk ausgestattet werden. Ersparnis: rund 7000 Euro im Verwaltungshaushalt.

Neben den ausstehenden Restzahlungen steht in diesem Jahr vor allem der Bau der Druckleitungen nach Geißlingen beziehungsweise weiter nach Hopferstadt an. Fast zwei Millionen Euro sind hierfür im Abwasserbereich notwendig. 1,35 Millionen Euro werden als Zuschuss erwartet.

Jochen Gleiß als Kommandant bestätigt

Der Gemeinderat bestätigte, nachdem dies auch der Kreisbrandrat getan hatte, Jochen Gleiß als Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Geißlingen. Ebenso bestätigt wurde sein Stellvertreter Stefan Hanselmann. "Ich bin froh, dass sich zwei gefunden haben", sagte Bürgermeister Pfanzer. Der frühere, langjährige Kommandant Herbert Hauf und sein Stellvertreter Holger Hirsch sollen noch offiziell verabschiedet werden. Vermutlich bei der Weihnachtsfeier der Gemeinde.

An dieser sollen dann auch die ausscheidenden Gemeinderäte verabschiedet werden. Falls solche Feiern dann schon wieder stattfinden dürfen, meinte Pfanzer.

So bedankte er sich schon einmal am Ende der öffentlichen Sitzung bei Bernhard Betz (Rodheim), der dem Gremium 18 Jahre lang angehört hatte. Werner Brand (Oberickelsheim) war zwölf Jahre dabei, sechs Jahre davon als dritter Bürgermeister. Nicht mehr dabei ist auch Armin Freitag (Rodheim), der in dieser Periode nachgerückt ist und dem Rat seit 12. Januar 2016 angehörte.

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