Bergtheim

Warten auf das Baugrundgutachten für den Anschluss Opferbaum

Die Teichkläranlage in Opferbaum ist noch in Betrieb. Dort soll der künftige Zulaufkanal beginnen und bis zum Verbandskanal nach Bergtheim gebaut werden. Foto: Irene Konrad

Um den Bau des neuen Abwasserkanals vom Fangecken an der Kläranlage in Opferbaum bis zur Anbindung an den Verbandskanal, die grob geschätzten Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro und die nächsten Schritte zur Konkretisierung ging es bei einer Sitzung des Zweckverbands Abwasserbeseitigung Obere Pleichach. Im Abwasserzweckverband mit seiner Kläranlage in Unterpleichfeld sind die Gemeinden Bergtheim, Hausen, Oberpleichfeld und Unterpleichfeld zusammengeschlossen. Der Kanalanschluss des Bergtheimer Gemeindeteils Opferbaum war lange im Gremium diskutiert worden. Nun sind die Beschlüsse gefasst und Förderanträge gestellt. Bis Ende 2021 muss der Bau des Kanals fertig und abgerechnet sein.

Die Zeit drängt also. Von der Bergtheimer Seite aus schon längst, weil die Genehmigung für die aktuelle Teichanlage in Opferbaum eigentlich seit Ende 2015 ausgelaufen ist. Sie kann zurzeit nur dank Verlängerungsfristen weitergeführt werden. Mittlerweile ist vom Tisch, dass das Abwasser der Opferbaumer vielleicht auch in den Kläranlagen in Schwanfeld, Werneck oder Rieden gereinigt werden könnte. Es gab Ablehnungen und Vergleichsberechnungen. Nun wird "die kostengünstigste Anbindung nach Unterpleichfeld konkretisiert".

Baukosten von 1,2 Millionen Euro

In der Verbandssitzung stellte Andreas Rußwurm vom Ingenieurbüro Auktor in Würzburg die Trassenplanung vor. Für "die Leitung alleine" rechnet er mit Baukosten von 1,2 Millionen Euro. Im Moment stockt es an der Baugrunduntersuchung. Die Freigabe für diese Untersuchung wurde schon im Januar dieses Jahres beim Wasserwirtschaftsamt beantragt. Bisher ist noch keine Antwort da.

"Ohne Baugrundgutachten können wir keinen Entwurf und keine Kostenrechnung machen", erläuterte Rußwurm. Insgesamt sei der neue Kanal 3,7 Kilometer lang. Er beginnt am Fangbecken der jetzigen Kläranlage in Opferbaum und endet in Bergtheim am Sammler des Abwasserzweckverbands am Schwanfelder Weg.

Insgesamt sei das Gelände schwierig. Es gibt mehrere Querungen, auch unter eine Bahnlinie, über die Pleichach und unter die Kreisstraße Wü 56. Die ersten 1,3 Kilometer müssen aufgrund ihrer Höhendifferenz von 33 Metern mit einer Druckleitung überwunden werden. Dazu müsse "ein leistungsstarkes Pumpwerk" gebaut werden. Die restliche Strecke von 2,4 Kilometern ist dank des Geländeverlaufs mit Gefälle im Freispiegelverfahren möglich.

Auch privater Grund ist betroffen

Der neue Abwasserkanal wird möglichst über öffentlichen Grund geführt. Manchmal ist privater Grund betroffen. Dazu müssen Genehmigungen eingeholt und Grunddienstbarkeiten eingetragen werden. Manchmal wird auf einen Baumbestand Rücksicht genommen. Ein Teil der Strecke geht der Bahnlinie entlang.

Das Ingenieurbüro hat in Abstimmung mit dem Vorsitzenden Bernd Schraud darauf geachtet, dass "so wenig Oberfläche wie möglich kaputt geht". Hinsichtlich des Denkmal- und Artenschutzes erwartet Ingenieur Rußwurm "keine außergewöhnlichen Besonderheiten". Auch wegen des Feldhamsters nicht. Und in Bezug auf Geruchsbelästigungen durch Fäulnisprozesse auch nicht. Es würden "die üblichen Eigenschaften wie im gesamten Verbandskanal" vorherrschen.

"Dass wir seit Januar vom Wasserwirtschaftsamt noch keine Aussage wegen des Baugrundgutachtens haben", ist laut Bürgermeister Konrad Schlier aus Bergtheim im Hinblick auf den Zeitplan sehr ärgerlich. Erst wenn die Genehmigung da ist, ergibt es Sinn, die Erlaubnis für die Querungen einzuholen und Zuschüsse zu beantragen, für die Auflage des Regenüberlaufbeckens etwa.

Reine Bauzeit beträgt etwa ein halbes Jahr

2020 will der Abwasserzweckverband den Zulaufkanal bauen. Oder – wegen der zugesagten Zuschüsse mit Fristen – zumindest damit beginnen. Es wird mit einer reinen Bauzeit von einem halben Jahr gerechnet.

In Betrieb gehen wird der neue Zulaufkanal aber erst einmal nicht. Weil vorher die Verbandskläranlage in Unterpleichfeld noch ertüchtigt und erweitert werden soll. "Bis dahin ist der Umbau unserer Anlage aber noch nicht fertig", wissen die Verbandsräte. Er ist noch nicht einmal begonnen.

Deshalb fragen sich die Ratsmitglieder, wie nach der Fertigstellung des neuen Zulaufkanals die Gewährleistung überprüft werden kann. "Um zu wissen, ob noch etwas geändert werden muss, ist wohl für eine gewisse Frist ein Testlauf nötig", mutmaßt Verbandsvorsitzender Schraud. Aber das steht noch in den Sternen. Der erste Spatenstich dauert ja noch.

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