Höchberg

Warum der Haushalt in diesem Jahr auf Rekordniveau ist

Allein der Umbau der Ernst-Keil-Schule in Höchberg wird über sechs Millionen Euro kosten. Eine Baugenehmigung seitens der Regierung von Unterfranken, die für eine Förderung notwendig ist, steht allerdings noch aus. Foto: Matthias Ernst

Mit einer Summe von 37 597 650 Euro hat der aktuelle Haushalt der Marktgemeinde Höchberg ein "Rekordvolumen", so Bürgermeister Peter Stichler (SPD) bei seiner Haushaltsrede in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er gliedert sich in den Verwaltungshaushalt mit 22 500 850 Euro und den Vermögenshaushalt mit 15 096 800 Euro. Geplant ist eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt 1 595 620 Euro, was einer Verdopplung gegenüber 2019 entspricht. Die Investitionsrate liegt bei 1 561 000 Millionen Euro. Für einen ausgeglichenen Haushalt muss allerdings eine Rücklagenentnahme von 11 186 980 Euro erfolgen. Zum Jahresende werden dann voraussichtlich noch 7,4 Millionen Euro als Rücklage übrig bleiben. Kredite werden keine benötigt.

Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember 2020 auf einen historischen Tiefpunkt von 19,95 Euro. Vergleichbare Kommunen in Bayern haben 777 Euro Schulden je Einwohner, so Stichler. Es war der letzte Haushalt, den Stichler als Bürgermeister zu verantworten hat, da er Ende April aus dem Amt scheidet.

Bei seiner Haushaltsrede klang auch eine gewisse Wehmut mit. Bei der Vorbereitung auf seine Rede hatte er die Reden der letzten 25 Jahre nochmals durchgesehen und festgestellt, dass sich viel wiederholt habe. Entscheidend sei immer wieder gewesen, dass man im Marktgemeinderat Kompromisse gefunden habe, die von allen Fraktionen getragen wurden. Dies zeichne den Höchberger Marktgemeinderat aus, so Stichler.

Konstruktive Zusammenarbeit

Die konstruktive Zusammenarbeit sei auch bei diesem Zahlenwerk deutlich geworden. Keine Fraktion habe "Fantasieanträge" oder ähnliches für den Haushalt beantragt und darauf ist Stichler stolz. "So ein Haushaltsentwurf ist mehr als ein Zahlenwerk". Die gute Finanzlage Höchbergs sei kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer sinnvollen Finanzpolitik, wofür er Kämmerin Stefanie Grund und ihrem Team dankte. Dieser Dank wurde der Kämmerin von allen Fraktionen überbracht. Alle Fraktionssprecher betonten in ihren Haushaltsreden, dass die Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung in den vergangenen sechs Jahren positiv verlaufen sei.

Martin Benthe (SPD) befand die Haushaltssitzung als die wichtigste Sitzung eines Jahres und bedauerte das etwas geringe Zuschauerinteresse. Das kam Bernd van Elten (FDP) ganz recht. Er forderte mehr Transparenz und Beratung von Themen in der Öffentlichkeit. Dann, so seine Hoffnung, würde das Interesse an einer Gemeinderatssitzung steigen. Er sieht die Verabschiedung des Haushalts als ein "Zeichen des Vertrauens", sowohl in Richtung Verwaltung als auch als Vertrauen der Bürger in den Marktgemeinderat und die Verwaltung. 

Viele Projekte vorangebracht

Matthias Rüth (CSU) attestierte, dass in den vergangenen Jahren viele Projekte für Höchberg vorangebracht worden seien. Doch der künftige Gemeinderat habe noch genügend Aufgaben vor sich. Vor allem die Umstrukturierung des Gewerbegebietes zur Steigerung der Einnahmen aus der Gewerbesteuer sei ein großes Ziel. Dagegen mahnte Walter Feineis (Die Grünen) in seiner zehnten und wahrscheinlich letzten Haushaltsrede, dass eine Verdichtung im Gewerbegebiet zu mehr Verkehr führe. Er forderte eine Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs, um dem zu begegnen. Berthold Friedrich (Höchberger Mitte) konnte ihm da folgen. Es müssten konkrete Konzepte für die Versorgung und den Verkehr in der Gemeinde geschaffen werden. Und auch der Wohnungsbau werde den kommenden Gemeinderat beschäftigen. Höchberg solle sich zu einer energieneutralen Gemeinde entwickeln, forderte er.

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