Würzburg

Warum die Band Zulu mit E-Bikes auf Tournee geht

Junge Musiker aus Würzburg wagen etwas Ungewöhnliches. Sie verzichten auf Ihrer anstehenden Tournee durch Süddeutschland komplett auf Transporter oder Lkw.
Die unterfränkische Band Zulu wird für ihre Tournee aus Umweltgründen auf Autos verzichten und die Strecke mit E-Lastenfahrrädern zurücklegen. Foto: Kathrin Königl

Die "Time" wählte Greta Thunberg zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten 2019 und die Umweltbewegung Fridays for Future machte Schlagzeilen. Umweltbewusstsein hat im Frühjahr 2019 für viele eine große Rolle gespielt, auch für die Würzburger Band Zulu.

Während das Trio mitten in den Vorbereitungen für seine Sommer-Tournee steckte, entschied sich die Band, ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Die Idee entstand, die etwa 500 Kilometer nicht mit dem Auto zurückzulegen, sondern auf umweltfreundlichere E-Fahrräder umzusteigen.

Zulu: eine Indie-Band aus Würzburg mit sphärischen Klängen

"Eigentlich war das mehr eine Schnapsidee. Wir hatten überlegt, was man als Band für den Umweltschutz machen kann", erzählt Bassist Max. "Auch wir als Band wollten unseren Teil dazu beitragen." Zulu ist ein Indie-Band, bestehend aus Max Seeger, Basti Höhn und Jannis Scheurich, die mit sphärischen Gitarren und Techno-Beats aufwartet. Ursprünglich aus Karlstadt, leben nun alle drei in Würzburg. Im Frühjahr 2018 erschien das Debütalbum "analogue heart // digital brain". Das Thema? Die Melancholie, die das Spannungsverhältnis zwischen dem menschlichen Erleben und dem digitalen Leben durchdringt. Für ihr zweiteiliges Musik-Video "Hidden People" und "Retrofuturism" konnte Zulu den Schauspieler Peter John Sinclair gewinnen, der als Nebendarsteller in der Serie "Game of Thrones" auftrat.

Mit Schlagzeug, Bass und Gitarre auf dem Fahrrad

Zulus Tournee startet am 10. August in der Waldschänke Dornheim in Würzburg. Von dort aus soll es unter anderem nach Fürth, Erlangen, Nürnberg und schließlich am 24. August nach Schweinfurt gehen. Schon auf der ersten Etappe muss die Band 115 Kilometer bewältigen.

"Wir sind junge, sportliche und dynamische Menschen. Das schaffen wir schon."
Max von der Band Zulu

Als Unterstützung hat Zulu noch Raphael Reichert-Lübbert von der Frankfurter Band Namu dabei, der bei den Auftritten für die Technik sorgt. Neben ihrem Gepäck müssen die vier auch noch ein Schlagzeug, eine Gitarre, einen Bass sowie zwei Synthies transportieren. Dazu Max: "Wir versuchen alles so wasserdicht wie möglich zu bekommen. Aber wenn es zwei Wochen lang durchregnet, haben wir natürlich Pech."

Fahrradtournee: Mehr als ein PR-Gag für Zulu

Auffallen werden die Junge auf den E-Bikes definitiv. "Es gibt bestimmt auch Leute, die glauben, wir wollen mit unserer Fahrrad-Aktion nur unser Image verbessern", erzählt Basti. "Aber wir versuchen auch im Alltag möglichst umweltbewusst zu leben und ernähren uns zum Beispiel vegetarisch." Deshalb will Zulu auch ihre Hutgage an die Initiative "Freies Lastenrad Würzburg" spenden, damit sie den kaputten Akku von E-Bike "Louise" ersetzen kann.

"Natürlich sind wir keine perfekten Vorbilder", gibt Basti offen zu. "Doch die Radtour ist nur der Ausgangspunkt." Und das Vorhaben kommt an. Insgesamt 20 Sponsoren konnte Zulu für die Rad-Tournee gewinnen. Eine Kleidungsmarke stattete die Band mit Jacken aus alten Fallschirmen und Fahrradtaschen aus Schwimmwesten aus. Mit Unterstützung des Fahrradkurierdiensts "Radboten" konnten sich die Jungs drei E-Bikes von der Initiative"Freies Lastenrad Würzburg" leihen, eines mussten sie sich selbst organisieren.

Intensiv trainiert haben die vier für ihre Tournee nicht, so Schlagzeuger Jannis: "Wir haben uns die Fahrräder für ein Wochenende ausgeliehen, um das Fahrverhalten zu testen. Ansonsten sind wir aber junge, sportliche und dynamische Menschen. Das schaffen wir schon." Basti ergänzt lachend: "Wir sind auf jeden Fall sehr optimistisch."

(Umwelt-)bewusster unterwegs sein

Ganz so einfach ist das Unterfangen aber natürlich nicht. "Wir sind bei der Nummer extrem auf unsere Sponsoren angewiesen", erzählt Max. " Es ist alles ein bisschen komplizierter mit dem Rad. Aber wir haben echt Lust drauf. Bei unserem Test-Wochenende hatten wir enormen Spaß und man bekommt viel mehr mit. Im Auto hängen normalerweise alle am Handy." Die Jungs erhoffen sich so nicht nur umweltbewusster unterwegs zu sein, sondern auch das Bewusstsein für ihre Umgebung abseits des Digitalen wieder zu schärfen. Ganz im Sinne ihrer Musik.

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