Rimpar

Warum die Feuerwehr Rimpar 2019 so oft im Einsatz war

Erhielt das Ehrenkreuz in Gold des bayerischen Landesverbands: Theo Eschenbacher (Mitte). Von links: Kreisbrandmeister Mathias Olbrich, Landrat Eberhard Nuß, Kreisbrandrat Michael Reitzenstein und Bürgermeister Burkard Losert. Foto: Christian Ammon

Mit 235 Einsätzen war die Freiwillige Feuerwehr des Marktes Rimpar 2019 mehr als jeden zweiten Tag im Einsatz. Das zeigte der Bericht von Kommandant Theo Eschenbacher bei der Jahresversammlung in der Alten Knabenschule. Für den verdienten Feuerwehrmann war es der letzte offizielle Auftritt. In diesem Frühjahr übergibt er sein Amt an einen jüngeren Mitstreiter. Einer der Höhepunkte des Abends war auch die Verleihung des Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Gold des Landesfeuerwehrverbands Bayern an den scheidenden Kommandanten durch Kreisbrandrat Michael Reitzenstein. Diese Auszeichnung gibt es derzeit im Landkreis nur noch ein einziges Mal.

Eschenbacher, der schon als 14-Jähriger der Feuerwehr beigetreten ist, kann auf 50 Dienstjahre zurückblicken. Seit 2004 ist er Kommandant der Rimparer Wehr. In dieser Zeit hatte er entscheidenden Anteil daran, dass Rimpar über modern ausgestattete und motivierte Einsatzkräfte verfügt. In Rimpar war das erste Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) im Landkreis stationiert. In seiner Zeit als Kommandant wurde das Gerätehaus umgebaut und modernisiert und ebenfalls als Vorreiter mit einer Schlauchprüf- und waschanlage sowie Pflegeeinrichtungen für den Atemschutz ausgestattet.

1018 Einsatzstunden

In seinem Bericht führt Eschenbacher insgesamt 235 Einsätze auf. Dies entspricht 1018 Einsatzstunden. Ein Großteil der Einsätze entfiel mit 173 Einsätzen auf die wichtige First-Responder-Einheit, die als Erst-Helfer besonders gefordert ist. Das sind nochmals 25 Einsätze mehr als 2018. Die Anzahl steigt dabei seit Jahren stetig an. Eschenbacher verwies darauf, dass die 14 Personen starke Gruppe 20 Einsätze absagen musste, da nicht ausreichend Einsatzkräfte zur Verfügung standen. "Durch Umzug, Studium oder Familie fehlte zu gewissen Zeiten Personal, trotz der großen Gruppe", erläuterte er. In einem solchen Fall passt die Leitstelle ihr Alarmierungsschema an.

Eschenbacher stellte zudem beim Bedarfsplan zwei drückende Probleme besonders heraus: das LF 8/6 mit dem Baujahr 1991, das älteste Löschfahrzeug des Marktes Rimpar, benötigt Ersatz. Die Feuerwehr hält ein Tanklöschfahrzeug 3000, das auch die Aussiedlerhöfe, den Gramschatzer Wald oder die Gasdruck-Erhöhungsstation erreichen kann, für sinnvoll. Im Bedarfsplan taucht außerdem das Gerätehaus Rimpar auf. Hier fehlt es an Platz, auch für die Einsatzfahrzeuge. Zudem sei der Standort schlecht gelegen. Einige Punkte in Rimpar ließen sich nicht innerhalb der geforderten Rettungsfrist erreichen. Die Feuerwehr tritt für einen Neubau nahe der Firma Reinfurt ein.

Zwei spektakuläre Einsatzübungen in Kindergarten und Schule

Unentbehrlich war die Feuerwehr beim Brandschutz und der technischen Hilfeleistung. Bei vielen der 50 Einsätzen zeigte sich, wie wichtig es ist, kompetente Hilfe vor Ort zu haben. Zu den Löscheinsätzen gehörten etwa ein Kaminbrand, eine brennende Spülmaschine oder ein überhitzter Ölofen. Auch gab es zwei Alarmierungen im Altenheim. Auch für auswärtige Einsätze alarmierte die zentrale Leitstelle die Rimparer Wehr zu Bränden. Zu erwähnen sind ein Trafo in Kürnach, ein Lagerhaus in Gänheim oder ein Mähdrescher in Güntersleben sowie Einsätze auf der Autobahn, als ein Bus und ein Lkw brannten. Auch die Brandschutzunterweisung im Altenheim, den Kindergärten oder der Grundschule gehören zu den Aufgaben. Zwei spektakuläre Einsatzübungen fanden im Kindergarten und der Schule statt.

Bei den technischen Hilfeleistungen gehörten wie jedes Jahr mehrere Unfälle, einmal musste in Binsbach eine eingeklemmte Person aus einem Lkw befreit werden. Besonders gefordert war sie im Juni, als Starkregen zu überschwemmten Kellern führten und schließlich die Bevölkerung vor verschmutztem Trinkwasser warnen musste. Dreimal war die Drehleiter im Einsatz, zweimal war ABC-Alarm. Wichtige Aufgaben nahm die Wehr bei der Absicherung etwa der Flurprozession, der Maibaumaufstellung oder dem Mountain-Bike-Rennen wahr. Der 25 Meter lange und eineinhalb Tonnen schwere Maibaum wurde gar von zwei Feuerwehrmännern gefällt und zum Platz der Partnerschaft transportiert.

Erhielten für 25 Jahre aktiven Dienst das Feuerwehr-Ehrenzeichen am Band in Silber: Günter Pfau, Christian Hart, Stefan Rind und Robert Neubert; für 40 Jahre aktiven Dienst das Ehrenzeichen in Gold: Walter Riedmann, Horst Tischer und Roland Benak. Vorne Kommandant Theo Eschenbacher, der mit dem Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet wurde, links Landrat Eberhard Nuß, rechts Bürgermeister Burkard Losert. Foto: Ammon

Die Rimparer Feuerwehr kann auf 70 aktive Helfer zurückgreifen. Sie bilden drei Löschgruppen, eine technische Hilfeleistungsgruppe und eine spezielle, achtköpfige Tagesalarmgruppe. Hinzu kommen eine große aus 25 Feuerwehrleuten bestehende Gruppe Atemschutzträger und eine auf Absturzsicherung spezialisierte Gruppe. Die Jugendfeuerwehr unter dem neuen Jugendwart Philipp Bug besteht aus 13 Personen. Sein langjähriger Vorgänger Daniel Göpfert wurde nach neun Jahren verabschiedet.

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