Würzburg

Warum die Stadt Würzburg das Klimaziel verfehlt

Besonders der CO2-Ausstoß hat in Würzburg zum verpassen des Klimaziels beigetragen. Foto: Jan Woitas

Im Jahr 2020 halb so viele Emissionen wie 1990: Das war das Ziel, das sich die Stadt im Jahr 2012 im Rahmen des damals beschlossenen Klimaschutzkonzepts selbst setzte. Erreicht wird dieses Ziel nicht. Aktuell liegt Würzburg bei etwas über 40 Prozent weniger Emissionen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und liegen laut Umweltreferent Wolfgang Kleiner nicht nur in den Händen der Stadt. 

Gemeinsam mit dem Klimaschutzbeauftragten Christian Göpfert und Jakob Frommer, Leiter des Fachbereichs Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Würzburg, stellte Kleiner die Bilanz vor. Dabei gestand er ein, dass das Ziel von 50 Prozent wohl erst im Jahr 2023, wenn das Heizkraftwerk nochmal vier Prozent weniger CO2 verbraucht, erreicht wird. Die aktuell knapp über 40 Prozent Einsparungen verteilen sich auf die drei Bereiche Verkehr, Haushalt und Wirtschaft.

Emissionen durch Verkehr sind gestiegen

Dabei verhindert vor allem der Bereich Verkehr das Erreichen des gesetzten Ziels, denn dort werden im Vergleich zu 1990 sogar fünf Prozent mehr Emissionen verursacht. Die Steigerung hat vor allem drei Gründe. Hierbei stützt sich die Stadt teilweise auf bundesweite Werte. Einerseits sind die Emissionen durch Flugverkehr um vier Prozent gegenüber 1990 gestiegen. Außerdem stieg die Zahl der in Würzburg zugelassenen Lkw außergewöhnlich stark an. Das führte zu einer Verdreifachung der Belastung. Den größten Teil des verkehrsbedingten CO2 machen aber mit 15 Prozent der Gesamt-Emissionen die Autos aus, was eine Steigerung um die Hälfte bedeutet.

Die Bereiche Wirtschaft und Haushalt haben den Ausstoß um 56, beziehungsweise 36 Prozent gesenkt. Erreicht wurde dies vor allem durch die Umsetzung von sechs Projekten im Bereich Haus, wie beispielsweise Gebäudesanierung, und einigen Projekten im Bereich Unternehmen, unter anderem in Zusammenarbeit mit der IHK und Handwerkskammer. Im Jahr 2004 wurden die Emissionen drastisch verringert, da das Heizkraftwerk seinen Betrieb von Kohle auf Gas umstellte. 

"Wir müssen das Tempo erhöhen."
Umweltreferent Wolfgang Kleiner

"Wir müssen das Tempo erhöhen", schlussfolgerte Kleiner aus dem Verpassen des aktuellen Ziels. Deshalb und weil der Klimaschutz laut Stadt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung, auf die auch die Fridays-for-Future-Bewegung aufmerksam macht, ist, setzt sich die Stadt nun neue Ziele. In einem Klimaversprechen mit zehn Punkten, dass die Stadt nun veröffentlichte und das dem Stadtrat am kommenden Donnerstag zum Beschluss vorliegt, sind diese genau ausformuliert.

Unter anderem setzt sich die Stadt das Ziel, bis 2045 komplett klimaneutral zu sein. "Die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an seine Folgen sind zentrale Zukunftsaufgaben von höchster Priorität", heißt es in Punkt eins des Dokuments. Desweiteren will die Stadtverwaltung selbst eine Vorbildfunktion übernehmen und bis 2030 klimaneutral sein, der Stadtrat soll bei seinen Beschlüssen die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit berücksichtigen. 

Klimaschutzkonzept bis Ende 2020

Dabei besteht die Reduzierung von Emissionen für Kleiner aus zwei Faktoren. Einerseits müssen die Emissionen bei der Energieproduktion reduziert werden, andererseits muss aber auch der Energieverbrauch verringert werden. 

Aus den zehn Punkten des Klimaversprechens leiten sich laut Stadt und Umweltreferat sieben konkrete Maßnahmen ab. Unter anderem beauftragt die Verwaltung die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts bis zum Ende 2020. Dieses Maßnahmenprogramm soll zum Erreichen der gesteckten Ziele führen.

Umweltreferent Wolfgang Kleiner (Mitte), Christian Göpfert (links) und Jakob Frommer (rechts) stellten im Rathaus das Kl... Foto: Thomas Obermeier

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