WÜRZBURG

Was Städte für das Klima tun können

Wenn die Fischer aus Würzburgs afrikanischer Partnerstadt Mwanza nachts auf den Victoriasee hinaus fahren, haben sie an ihren Booten mit Kerosin betriebene Lampen angebracht, um die Fische anzulocken. Das ist nicht nur teuer, sondern auch in hohem Maße schädlich für die Umwelt, weil die Leuchten einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. 35 bis 50 Prozent ihres Einkommens geben die Fischer für Wartung der Lampen und den Einkauf von Kerosin aus. Mehrere Jahre lang hat man sich in Würzburg Gedanken gemacht, wie man den Afrikanern umweltfreundlichere und billigere Lampen zur Verfügung stellen könnte.

Jetzt ist eine Lösung gefunden. Die Kerosinlampen werden künftig durch Solarleuchten ersetzt. Diese können von den Fischern erworben oder gemietet werden. Im Verhältnis zu den bisherigen Ausgaben für Kerosin beträgt der Mietpreis gerade einmal die Hälfte. Neben der Kostenersparnis bieten die neuen Lampen auch eine bessere Lichtqualität. Die ersten Lampen werden derzeit an die Fischer in Mwanza ausgeliefert. Nach ersten Probeläufen zeigten sich diese sehr zufrieden.

Dies ist eines von zwei Projekten im Rahmen eines Klimabündnisses zwischen Würzburg und Mwanza. Um den interkontinentalen Austausch zur Umsetzung von derartigen Projekten zur nachhaltigen Energieerzeugung sowie um Energieeffizienz im kommunalen Umfeld geht es bei der internationalen Dialogveranstaltung von Connective Cities, einem weltweiten Städteverbund, die von Montag bis Mittwoch in Würzburg stattfindet.

Dabei werden neben Vertretern aus Würzburg und Mwanza auch Experten aus Buffalo City (Südafrika), Portmore (Jamaica), Kragujevac (Serbien), Nablus (Palästinensische Gebiete) und Skopje (Mazedonien) teilnehmen. Weiterhin werden Spezialisten der Städte Oldenburg und Hagen sowie der FH Würzburg-Schweinfurt, der Uni Würzburg, des Fraunhofer Instituts Würzburg sowie des Zentrums für angewandte Energieforschung erwartet. Organisiert wird die Tagung von Bernd Schmitt vom Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Würzburg.

Bei der Tagung, die im Fraunhofer Institut stattfindet, steht im Mittelpunkt ein systematischer und umsetzungsorientierter Erfahrungsaustausch zwischen den städtischen Akteuren, die sich direkt mit den Fragen der Energieeffizienz beschäftigen. Dabei soll vor allem ausgelotet werden, welche Erfahrungen die einzelnen Städte bisher gemacht haben, und wie andere Kommunen an diesen Erkenntnissen teilhaben können.

Zwischen Würzburg und Mwanza gibt es aktuell ein zweites Projekt im Rahmen der Klimapartnerschaft, das bereits erste Erfolge zeigt. Das Projekt, das die Stadt Würzburg mit 400 000 Euro Fördermitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert, beinhaltet die Errichtung von vier Photovoltaikanlagen in Mwanza. Zwei davon sind bereits installiert und speisen direkt ins Stromnetz ein. Der Projektleiter vor Ort, Amin Abdallah, wird darüber bei der Tagung berichten. Mit ihm kommen der zuständige Mitarbeiter für das Fischerlampen-Projekt Jacob Ndoba sowie der Leiter des Umweltamtes von Mwanza Charles Amani in die Partnerstadt.

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