Würzburg

Was die OB-Kandidaten über die Zukunft der Posthalle denken

Die Zukunft der Posthalle am Hauptbahnhof ist nach wie vor ungewiss. Doch wo könnte das Veranstaltungszentrum eine Zukunft haben? Darüber sind sich nicht alle einig.
Auf dem Podium diskutierten die OB-Kandidaten (von links) Sebastian Roth (Linke), Kerstin Westphal (SPD), Christian Schuchardt (CDU), Martin Heilig (Grüne) mit Moderator Tobias Grimm. Foto: Thomas Obermeier

Gut drei Monate vor der Kommunalwahl am 15. März 2020 ist der Wahlkampf endgültig eröffnet: Bei einer Podiumsdiskussion mit vier der sieben Kandidaten für den Posten des Oberbürgermeisters ging es am Mittwoch um Räume für die Würzburger Kulturszene im Allgemeinen und die Zukunft der Posthalle im Besonderen.

"Würzburger Kultur(t)räume – ist die Vielfalt in Gefahr?" lautete das Thema des Abends, zu dem der Förderverein Posthalle eingeladen hatte. In die Posthalle gekommen waren Oberbürgermeister Christian Schuchardt als Kandidat von CSU, FDP und Bürgerforum, Martin Heilig (Grüne), Kerstin Westphal (SPD), Sebastian Roth (Linke) und gut 100 Besucher, die meisten davon aus der Kulturszene.

Die Kandidaten auf dem Podium lieferten sich zweieinhalb Stunden lang einen munteren Schlagabtausch und waren sich dabei einig, dass es für das Veranstaltungs- und Kulturzentrum am Hauptbahnhof, das in einigen Jahren den Wohnungen und Büros des Bismarck Quartiers weichen soll, einen neuen Standort geben muss.

Roth: Das Gespräch mit Investor suchen

"Für die Vielfalt der Kulturszene wichtige Bausteine dürfen nicht wegfallen. Alle OB-Kandidaten sollten sich dafür einsetzen, dass die Posthalle bleibt", sagte Sebastian Roth. Zumindest sollte in Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer und Investor Beethoven Gruppe ein Zeitfenster von mindestens drei Jahren ausgehandelt werden, um genügend Zeit für eine Lösung zu haben, so der Kandidat der Linken.

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Podiumsdiskussion OB-Kandidaten

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Kerstin Westphal, die vor ihrer politischen Karriere im 1993 abgerissenen Jugendzentrum Falkenhof tätig war, betonte den "Charme des Innenstadt-Standorts" der Posthalle und stellte fest, dass sich seit ihrer Würzburger Zeit nicht viel verändert hat: "Die freie Kulturszene muss immer kämpfen und kann in Gefahr sein, wenn sie keinen Platz hat, an dem sie sich in ihrer Vielfalt präsentieren kann". Die freien Träger benötigen von der Stadt finanzierte Räume, "die aber nicht von der Stadt kontrolliert werden", erklärte die ehemalige Europa-Abgeordnete, die sich auch eine Bewerbung Würzburgs als europäische Kulturhauptstadt vorstellen kann.

Rund 100 Besucher hörten sich den Schlagabtausch auf dem Podium an. Foto: Thomas Obermeier

Martin Heilig, der nach den jüngsten Wahlergebnissen der Grünen als aussichtsreichster Herausforderer von Christian Schuchardt gilt, ging in die Offensive und warf dem OB und der Stadtverwaltung vor, in den vergangenen Jahren nicht genug getan zu haben. "Die Kultur ist auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, da haben wir einiges verschlafen und müssen das Potenzial mit neuen Konzepten besser ausschöpfen", so Heilig, der als Standort für einen Posthallen-Nachfolger das Parkdeck in der Veitshöchheimer Straße bevorzugt.

Schuchardt: Faulenbergkaserne als Favorit

Der Amtsinhaber hat einen anderen Favoriten: Auf dem Gelände der Faulenberg-Kaserne, das die Stadt vom Bund kaufen und entwickeln möchte, "stehen bereits die passenden Gebäude. Dieses Gebiet schreit geradezu nach solchen Nutzungen", sagte Schuchardt. Er sei zuversichtlich, für Posthallen-Nutzer wie den Musikbahnhof mit seinen Proberäumen und den Jugendkulturtreff "Immerhin" neue Räume zu finden.

Für die Veranstaltungs- und Konzerthalle selbst wird das laut OB schwieriger, aber auch dafür sei das Faulenberg-Areal die realistischste Variante. Als Beispiele für neue Kultur-Räume nannte Schuchardt das künftige Mozarteum in der Hofstraße, den Kulturkeller Z87 in der Zellerau und das HUB27 am Hubland. Diese Räume sollen helfen, den in einer Umfrage des Dachverbands Freier Würzburger Kulturträger ermittelten Bedarf von rund 13 000 Quadratmetern Fläche für Ateliers, Proberäume und Bühnen zu decken.

"Man muss genau betrachten, was echter Bedarf und was wünschenswert ist", betonte der OB. Am Ende der Veranstaltung überreichte ihm der Förderverein die rund 21 000 Unterschriften zur Rettung der Posthalle, die innerhalb eines halben Jahres gesammelt wurden.

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