Würzburg

Was die Stadt Würzburg mit dem Footballer-Abstieg zu tun hat

Die Sportart boomt in Deutschland, aber in Würzburg haben die American Footballer zu wenig Jugendteams. Jetzt greifen sie die Stadt an. Auch die Kickers sind beteiligt.
Die Würzburg Panther bei einem Spiel in der Feggrube. Foto: Peter Kuhn

Die Würzburg Panther müssen aus der Football-Regionalliga absteigen. Das hat der Football-Verband AFVBy beschlossen, weil der Verein zuletzt keine ausreichende Jugendarbeit gemacht hat. In einem Facebook-Post auf der vereinseigenen Seite schreibt der Panthers-Vorsitzende Peter Kuhn: "Kann die Stadt Würzburg den Jugendlichen und Kindern nicht wenigstens ein Trainingsgelände mit fließendem Wasser und einer Toilette bieten? 

Vor zwei Jahren trennten sich die Panthers von den Freien Turnern Würzburg, weil sie dort keine Perspektive zur Professionalisierung hatten. Gelandet sind sie auf einem Bolzplatz am Waldfriedhof. Das Gelände hat weder Umkleiden noch sanitäre Anlagen. Der Verein würde es gerne zu einem Trainingsgelände aufbauen. Sportreferent Achim Könneke unterstützt das nicht. "Wir haben die Situation am Waldfriedhof ausführlich geprüft", so Könneke. Aber aus verschiedenen Gründen sei ein Stadion mit ausreichend Zuschauerplätzen, in dem die Panthers dann auch trainieren können, nicht realistisch.

Stadt weist Kritik zurück

Die Stadt begründet das auch, unter anderem mit der geplanten Erweiterung des Baugebiets und naturschutzlichen Belangen. Weitere Argumente sind das abschüssige Gelände, der teure Anschluss an die Kanalisation und die schwierge Verkehrsanbindung. "Der Waldfriedhof ist kein Ort, zu dem Kinder mal eben mit dem Fahrrad fahren," erklärt Könneke. Außerdem sei es fraglich, ob sich der Aufwand für die acht bis zehn Heimspiele pro Jahr, für die die Panthers ein Stadion mit ausreichend Zuschauerkapazitäten brauchen, wirklich lohne.

"Der Waldfriedhof ist kein Ort, zu dem Kinder mal eben mit dem Fahrrad fahren."
Achim Könneke, Kultur-, Schul-, und Sportreferent der Stadt Würzburg.

"Auch wir sind mit der Situation nicht zufrieden, aber die Kritik des Vereins müssen wir zurückweisen", meint Könneke. Bereits seit zweieinhalb Jahren ist die Stadt auf der Suche nach einer Heimat für die Panthers. "Wir haben mit verschiedenen Vereinen gesprochen, aber alle haben abgesagt", berichtet der Referent. Sowohl mit dem TSV Grombühl als auch dem SV 09 in der Zellerau gelang keine Einigung.

Gelände am Hubland ging an die Kickers

Im Juni 2017 entschied die Stadt, das ehemalige Sportgelände der US-Army am Hubland den Würzburger Kickers zuzusprechen und nicht den Panthers. Denn die Profikicker hatten angekündigt, dass sie aktuellen Bedarf für zusätzliche Sportplätze haben und diese "zeitnah'" verwirklichen wollen. Knapp zweieinhalb Jahre später hat sich noch nichts getan.

Laut Kickers-Pressesprecher Nico Eichelbrönner wird der Verein im ersten Quartal 2020 den Bauantrag stellen. Allerdings haben die Kickers ihr Konzept für das Gelände inzwischen geändert. Eine Bauvoranfrage haben sie im Mai 2019 eingereicht. Die Stadt genehmigte diese im November. "Wenn es nach uns ginge, hätten wir in diesem Jahr schon oben am Hubland gespielt", versicherte Gerhard Rumpel, Abteilungsleiter für Breitensport und weitere Sportarten im Mai. 

So sieht das alte Football-Feld am Hubland mittlerweile aus. In Zukunft werden die Würzburger Kickers hier ein Traininsgzentrum errichten. Foto: Thomas Obermeier

Gleichzeitig warten die Panthers mittlerweile zweieinhalb Jahre auf die von der Stadt versprochene Lösung ihrer Probleme.  Aktuell spielen sie auf dem Gelände der TG Würzburg in der Feggrube. Im Oktober verließ auch ihr Coach und ehemaliger Nationaltrainer Martin Hanselmann den Verein. "Ich bin ehrlich, mir hat die Entwicklung zu lange gedauert.  Ich hatte manchmal das Gefühl, dass es den Verantwortlichen der Stadt egal ist, ob in Würzburg American Football gespielt wird", so Hanselmann gegenüber dieser Redaktion.

Die Panthers machen aber auch nicht alleine die Stadt verantwortlich. "Qualitativ war die Jugendarbeit gut, aber die Leitung hat taktische Fehler gemacht. Wir haben zu wenig Werbung gemacht und die falsche Mannschaft gemeldet", so Kuhn. Der Football in Deutschland wächst nämlich aktuell sehr stark. In den letzten 15 Jahren hat sich die Mitgliederzahl des Football-Verbands fast verdreifacht. In der nächsten Saison treten sie nun in der Landesliga an.

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