WÜRZBURG

Wasser-Baustelle verschwindet bis zum April

Arbeiter auf dem Pontonschiff Helene: Unter der Alten Mainbrücke werden derzeit die Spundwände entfernt. Bis April kehrt Ruhe ein, dann geht es weiter. Foto: Thomas Obermeier

Viele Passanten bleiben auf der Alten Mainbrücke stehen und schauen nach unten auf das Wasser. Dort liegt noch das Ponton-Schiff Helene, gegen Abdriften gesichert durch Hydraulik-Stelzen, mit dem großen roten Kran an Deck und der hebt Spundwände aus dem Main.
Seit August wird dort gebaggert, gebohrt und Stahlwände werden in den Main eingehoben. Doch bald wird die ganze Wasser-Baustelle verschwinden.

Am Mittwoch, 23. Dezember, ist Schluss mit der schon vertraut gewordenen Baustelle unter Würzburgs beliebtester Schoppenmeile, der Alten Mainbrücke. Das versichert der Bauleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Schweinfurt, das auch für Würzburg zuständig ist. „Doch wir kommen im April wieder,“ versichert Jochen Hümmer.

Er erläutert den Sinn und Zweck der vier Millionen Euro teuren Maßnahme. Sowohl die beiden Revisionsverschlüsse, die dafür sorgen, dass der Bereich unter der Brücke trockengelegt werden kann bei Wartungsarbeiten, als auch die Fischbauchklappe, mit der sich der Wasserpegel steuern lässt, müssen ausgetauscht werden. Die alten Teile des Wehres sind viele Jahre im Einsatz und mittlerweile verbraucht.

Aber Arbeiten im fließenden Wasser sind kompliziert. Seit August wurden 255 Stabanker auf dem Mainboden angebracht und 120 Tonnen Stahl unter Wasser mit Hilfe von Tauchern und Maschinen verbaut.

Und die Baustellen-Logistik war ebenfalls nicht ganz einfach. Ein Großteil des Baumaterials war in Randersacker zwischengelagert und musste dann per Schiff zur Alten Mainbrücke tranportiert werden. Schließlich darf die Würzburger Sehenswürdigkeit nicht mit schwerem Gerät befahren werden. Und so steht der Kran auch auf der Helene.

Lange hat es gedauert, bis die provisorischen Spundwände an den Pfeilern der Alten Main Brücke dicht waren. Sie sind eben nach den vielen Jahren rau geworden. Aber ohne Spundwände bekommt man den Bereich nicht trocken, in dem die neuen Revisions-Stahlwände eingepasst werden müssen.

„Wir haben alles probiert, sagt Hümmer. Schlacke, Sand, Jutesäcke.“ Mit Holz, das im Wasser aufquillt und mit Kohle waren die Spundwände dann endlich dicht.

Weitere Verzögerungen gab es dann noch wegen einiger Munitionsfunde. „Das Sprengstoff-Räumkommando musste aus Nürnberg kommen und hat die Teile begutachtet,“ sagt der Bauleiter.

Dann war es endlich soweit und die in Erlabrunn zwischengelagerten Revisionsverschlüsse wurden angeschippert und eingepasst. Und wieder herausgehoben und zurück nach Erlabrunn gebracht. Also noch nicht endgültig eingebaut?
„Wir hätten das in einem Bauabschnitt nicht gemeinsam mit der Fischbauchklappe hinbekommen,“ so der Mann vom Schifffahrtsamt.

Und so warten die beiden zehn Tonnen schweren Verschlüsse auf das Frühjahr. Ein Trost ist, dass beide neuen Revisionsverschlüsse auf Anhieb gepasst haben und dicht waren.

Von April bis Oktober, zur besten Schoppenzeit für die Würzburger und Touristen auf der Mainbrücke, gibt es also eine Fortsetzung der spannenden Wasser-Baustelle.

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