WÜRZBURG

Wasser schadet Kranen-Gewölbe

Sanierungsbedürftiges Denkmal: Der Alte Kranen wurde vor 240 Jahren von Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berühmten Barockarchitekten, erbaut.
Sanierungsbedürftiges Denkmal: Der Alte Kranen wurde vor 240 Jahren von Franz Ignaz Michael Neumann, dem Sohn des berühmten Barockarchitekten, erbaut. Foto: PATTY VARASANO

Das Gewölbe des Alten Kranen muss saniert werden. Wie die Stadt Würzburg auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt, bleiben die Holztore des Würzburger Wahrzeichens bis auf weiteres geschlossen, weil sich aus dem knapp 250 Jahre alten Gewölbe Steine lösen und Passanten verletzen könnten. Die Kosten dafür liegen wohl im sechsstelligen Bereich. Konkrete Zahlen will das Rathaus liefern, wenn das Sanierungskonzept steht. Die Statik des 1773 erbauten Denkmal sei aber nicht in Gefahr.

Bekannt wurden die Probleme im Sommer. Damals hatte die Pressestelle des Rathauses auf Anfrage bestätigt, dass der Durchgang unter dem barocken Gewölbe gesperrt ist und dessen Statik untersucht wird. Das Ergebnis werde in „wenigen Wochen“ vorliegen hieß es Anfang Juli.

Einige Monate später steht fest, dass die Sanierung „großflächig erfolgen muss“. Das heißt, der Boden der Kranenbastion muss komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. Denn Ursache für das Bröckeln der rund 250 Jahre alten Steine seien Wasserschäden: „Die Fläche über dem Gewölbe ist nicht mehr dicht versiegelt. Wasser kann eindringen und sobald es gefriert, für kleinere Bewegungen im Bauwerk sorgen“, erklärt Rathaussprecher Georg Wagenbrenner.

Die Sanierung, für die die Holzterrasse des Biergartens abgebaut werden muss, soll im Frühjahr beginnen und bis zum Saisonbeginn abgeschlossen sein. Betrieben wird der Biergarten auf der Bastion vom Brauerei Gasthof Alter Kranen.

Das historische Gelände hat seit 2009 die Würzburger Hofbräu von der Stadt gepachtet. Im Nordflügel ist das Lokal „L'Osteria“ mit Terrasse und im Nord- und Mittelteil der Brauerei Gasthof mit Biergarten auf der Bastion untergebracht. Monatelang war das Gebäude, in dem bis dahin das „Haus des Frankenweins“ gewesen war, umgebaut worden.

Außen wurden laut Rathaus die Werbeflächen an der Fassade ergänzt und die Dachgauben verändert. „An den Terrassenbelägen wurde nicht eingegriffen, es wurden lediglich Holzpodeste aufgestellt. Die Umbaumaßnahme hat mit dem jetzigen Problem nichts zu tun“, erklärt die Pressestelle.

Warum die Sanierung erst im nächsten Frühjahr angegangen wird, obwohl seit diesem Februar bekannt ist, dass das Gewölbe bröckelt, erklärt Wagenbrenner damit, dass zunächst Voruntersuchungen nötig waren und jetzt ein Sanierungskonzept erarbeitet wird. Dann müssten die erforderlichen Mittel beantragt und die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. Diese könnten nur bei Plusgraden erfolgen. Zudem habe man nicht im Herbst beginnen wollen, damit die Terrasse bei schönem Wetter noch genutzt werden kann.

Zum 240. Geburtstag offen

Der Alte Kranen wird am Samstag, 21. September, genau 240 Jahre alt. Der Main-Franken-Kreis öffnet dann ab 11 Uhr für zwei Stunden die Türen und führt das imposante Räderwerk vor. Der Kranen, von 1767 bis 1773 errichtet, galt damals als Meisterwerk: Im Rundturm aus Randersackerer Kalksteinen sind zwei große Räder, die mit Muskelkraft bewegt, bis zu 1,2 Tonnen heben konnten. Die Kranarme waren um die Mittelachse drehbar. 70 Jahre lang wurden so Kähne und Flöße entladen. Zum 240. Geburtstag des Denkmals am Samstag gibt's Blasmusik, Federweißer und Zwiebelkuchen.

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