MARGETSHÖCHHEIM

Weg frei für neuen Discounter

Keine 15 Minuten hat der Margetshöchheimer Gemeinderat gebraucht, um in seiner Sitzung den Tagesordnungspunkt „Neubau eines Ärztezentrums mit Lebensmitteldiscountmarkt“ zu behandeln. Dabei wurde der sogenannte vorhabenbezogene Bebauungsplan für das brachliegende Gelände der Großbäckerei Götz auf den Weg gebracht. Dass das Gremium den Plan so schnell durchwinken konnte, lag auch daran, dass der Projektentwickler die geforderten Unterlagen nicht eingereicht hatte.

Zudem hatten sich die drei Fraktionen vor der Sitzung darauf verständigt, die Ansiedlung eines Discounters mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern zuzulassen. Fraktionsübergreifend hält man diesen Kompromiss für eine akzeptable und tragfähige Lösung, die die Situation von Tegut nicht gefährden würde. Damit war die erwartete Spannung vor der Beratung schnell verflogen. „Prinzipiell“ sei man gegen einen zweiten Verbrauchermarkt vor Ort, erklärte Andreas Raps (MM). Doch mit dem jetzt getroffenen Kompromiss könne seine Fraktion leben, da die Planung soweit schlüssig sei und man das Gesamtprojekt auf der Industriebrache nicht gefährden wolle.

Ausdrücklich begrüßten es Norbert Götz (CSU) und Werner Stadler (SPD), dass mit dem Beschluss gewährleistet werde, dass die Einwohner in Margetshöchheim-Süd eine Einkaufsmöglichkeit im Nahbereich haben würden. Allerdings wolle man keinen „Blankoscheck“ ausstellen, zumal man nicht wisse, welcher Betreiber hinkommen werde, sagte Götz. Eine Ansiedlung eines Vollsortimenters auf dem Gelände lehnen alle drei Fraktionen ab. Einen harten und schädlichen Verdrängungswettbewerb wolle man hier nicht haben, unterstrich Stadler.

Der jetzt einstimmig beschlossene Aufstellungsbeschluss umfasst das Gelände ohne das Verwaltungsgebäude sowie die zwei leerstehenden Wohnhäuser für die geplanten Ärztehäuser und einen Discounter. Damit ist festgelegt, dass der geplante Lebensmittelmarkt nicht größer als 800 Quadratmeter wird. Mit dem Beschluss fängt die Arbeit aber erst richtig an. Laut Bürgermeister Brohm müssen noch viele inhaltliche und rechtliche Fragen für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan geklärt werden. Als Beispiele nannte er unter anderem die nachbar- und verkehrsrechtlichen Fragen mit den Anliegern sowie die Verkehrsanbindung.

Zum Gebäude des Ärztezentrums

Bei der letzten Sitzung wurden die anwesenden Architekten vom Ingenieurbüro Rudloff, Wild und Partner darum gebeten, zu prüfen, ob das geplante Ärztehaus um 90 Grad in Richtung Nord-Süd ausgerichtet werden könne. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, das Gebäude des Ärztezentrums um eine Parkfläche weiter nach Süden zu verlagern. Außerdem wurde angeregt, ein gemeinsames Gespräch mit Einwohnern des Wiesenwegs zu führen. Hintergrund sind Einwende einiger Anlieger. So berichtete Bürgermeister Brohm von Bedenken der Anwohner im Hinblick auf die künftige Verkehrsfrequenz im Wiesenweg.

Der Verwaltung zufolge habe das Ingenieurbüro die Alternativvorschläge geprüft. Hierzu sei in einer Visualisierung über den Schattenwurf dargestellt worden, dass durch die Gebäudehöhe nur in den späten Nachmittagsstunden der Wintermonate eine Verschattung des Nachbargrundstückes stattfinde. Aus diesem Grund halte das Planungsbüro eine Verschiebung des Gebäudes nicht für sinnvoll, zumal bei einer Verschiebung der Parkplätze der Verkehrslärm am Nachbargrundstück ansteigen würde.

Auch die vorgeschlagene Drehung des Gebäudes werde für wenig sinnvoll erachtet. Die infrage stehende Zufahrtsbeschränkung im Wiesenweg soll nach dem Vorschlag durch Anordnung einer Schranke und Zulassung der Zufahrt nur für Mitarbeiter und Versorgungs-Rettungsfahrzeuge realisiert werden.

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