WÜRZBURG

Weiterer Appell gegen den Umzug des Staatsarchivs

Mit Brief und Siegel: Wertvolle  Archivalien auch zur Würzburger Stadtgeschichte sind im Staatsarchiv untergebracht.TH. OBERMEIER
Mit Brief und Siegel: Wertvolle Archivalien auch zur Würzburger Stadtgeschichte sind im Staatsarchiv untergebracht.TH. OBERMEIER Foto: Foto:

Acht Millionen einzelne Archivalien hat das Staatsarchiv Würzburg in der Residenz und in der Festung in einem Bestand. Aneinandergereiht wären das 24 Kilometer. Ungefähr so weit ist es auch von Würzburg nach Kitzingen. Ob Heimatminister Markus Söder deshalb auf die Idee kam, das Staatsarchiv von Würzburg nach Kitzingen zu verlagern? Söder begründet seine Umzugsidee mit den Entwicklungsplänen für die Festung und neuen Arbeitsplätzen für Kitzingen.

Gegen die geplante Verlegung des großen Archivbestandes hat nun auch der Verschönerungsverein Würzburg Position bezogen. Hier die Stellungnahme von Professor Stefan Kummer, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, im Namen der Vorstandschaft und des Beirates, in Auszügen:

„Der VVW betrachtet das Staatsarchiv Würzburg, das seit der Gründung des Bistums und Hochstifts Würzburg seinen Sitz in Würzburg hat (...) als einen wesentlichen Bestandteil würzburgischer Identität, als ein Stück Heimat, auf das Würzburg nicht verzichten kann. Es ist nicht ohne Ironie, dass ausgerechnet im Zuge einer 'Heimatoffensive Bayern' den Würzburger Bürgerinnen und Bürgern ein wesentliches Stück Heimat entfremdet werden soll. Denn hier im Staatsarchiv ist die Geschichte, Kultur und Kunst unserer Heimat zu großen Teilen anschaulich in Gestalt der schriftlichen und bildlichen Überlieferung dokumentiert.“

Die Stadt Kitzingen habe einen ganz anderen historischen und auch kulturellen Hintergrund, heißt es in der Stellungnahme weiter. Auch „aus Gründen der Tradition und der Traditionspflege“ sei eine Verlagerung des Staatsarchivs nach Kitzingen deshalb „nicht hinnehmbar“.

Dem Protest des Verschönerungsvereins schließe sich die „Geschichtswerkstatt“ an, deren Mitglieder eifrige Besucher des Staatsarchivs Würzburg seien: „Sie betonen ausdrücklich, dass eine Verlegung des Archivs nach Kitzingen ihre Arbeit erheblich erschweren würde, da im Vergleich zur jetzigen Situation dem Archivbesucher erheblich weitere Wege zugemutet würden. Die bisherige gute Erreichbarkeit des Archivs ist ein bedeutender Ansporn für den heimatinteressierten sog. Laienforscher, den Weg ins Archiv zu suchen und zu finden. Von den bisherigen vorzüglichen Ergebnissen ihrer Archivarbeit zeugt die ansehnliche Schriftenreihe der „Geschichtswerkstatt“.“

Auch der Verschönerungsverein fürchtet – wie viele andere Organisationen und Fachleute –, dass der Forschungsstandort Würzburg durch die Verlagerung des Staatsarchivs „empfindlich“ geschwächt wird: „In der – traditionellen – Bündelung aller Kräfte, die sich mit der Geschichte der Stadt, des Bistums und des Hochstifts Würzburg sowie der fränkischen Region beschäftigen, sowie der Institutionen, die der Forschungen dienen liegt ein wesentlicher Grund für die erfolgreiche Erforschung der Geschichte, Kultur und Kunst unserer Heimat. Die Verlegung des Staatsarchivs würde diesen Forschungsverbund und dessen künftige Arbeit empfindlich schwächen.“

Die Stellungnahme Kummers schließt mit einem Aufruf: „Wir appellieren aus den dargelegten Gründen mit Nachdruck an die Staatsregierung, den Plan einer Verlegung des Staatsarchivs Würzburg aufzugeben: zum Wohle unserer Heimat und insbesondere unserer Heimatstadt Würzburg!“

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