Würzburg

Wenn Roboter Menschenbildnisse zeichnen

Nicht nur von Robotern gezeichnete Menschenbildnisse stellten Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule (FHWS) stellten bei der Semesterausstellung Bergwerk in der Fachhochschule in Würzburg aus. Foto: Daniel Peter

Papageien schreien über den Alandsgrund. Wahrnehmen kann man die Tiere im Kopfhörer und über die Smartphone-App von Benedikt Falkenstein. Denn der hat als Semesterarbeit für den Fachbereich Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) die Wiesen unterhalb seiner Schule mit virtuellen Urwaldklängen gefüllt. Deren Lautstärke kann der Nutzer mit seinem Handy digital verändern. "Bloß eine Spielerei", nennt der Student sein Werk "Sound3D", doch einige Details ließen sich auch für andere Anwendungen weiterentwickeln.

Am Freitag und Samstag stellten die Studierenden ihre Semesterarbeiten vor. Neben Falkenstein krabbelt Maximilian Seeger mit einem Datenhandschuh. Beide hatten den Kurs "Interaktive Medien" besucht. Seeger spielt Klavier in der Luft, die Fis-Moll-Tonleiter. Als "ziemlich experimentelle Grundlagenforschung" charakterisiert er seine Klangproduktion.

Aus der Abteilung für Künstliche Intelligenz (KI) kommt man schwer wieder heraus, weil die Studierenden den Besucher schon mit ihrer natürlichen Intelligenz in interessante Gespräche verwickeln. Im Hintergrund laufen Flachbildschirme, teils in High Definition, teils pixelt es. Und immer passt die Auflösung zum Projekt. Titus Ebberke beispielsweise hat einem Denkroboter Menschenbildnisse aus einigen Jahrhunderten gezeigt. Seitdem gibt die Maschine interessante Porträts, aber auch Abstraktes aus.

18 Entwürfe für das Plakat zum  Umsonst&Draußen-Festival

Die FHWS hat sich einen Namen für avancierte Techniken gemacht. Warum das so ist, wie das konkret aussieht und wie das weitergeht, das konnte man bei dieser großen Ausstellung namens "Bergwerk" studieren. Und man kann feststellen, dass fast alles auf Digitalisierung hinausläuft. Aber da sitzt Janik Söllner. Der zeichnet richtig mit der Hand. Allerdings hat er seine Blätter auch eingescannt und zu dem Projekt "Das Knäuel Meer" verarbeitet. Die Prints gelten dann als die Originale.

Studierende des Fachbereichs Gestaltung FHWS zeigten eine Performance zwischen Kunst und Mode. Foto: Daniel Peter

In diesen Jahren darf es klein-klein zugehen, jedenfalls auf der visuellen Oberfläche. Fotografien sind bedeutungsschwer, Konzepte komplex. Und Plakate? Man sehnt sich nach Einfachheit im Großformat. Aber von den 18 Studentenentwürfen für das Umsonst&Draußen-Festival wirkt nur ein einziger wirklich plakativ, und der spricht die Formensprache der 1960er Jahre.

Dezentrale Wege der Kleidungsproduktion 

Wenn nichts Monumentales zu sehen ist, dann hilft nur Philipp Tochtermann. Der nahm zu seinem Arbeitsmaterial nichts Kleineres als den Weltmarkt her und programmierte eine "Plattform für gemeinschaftlich dezentrale Produktion". Um der globalisierten, ausbeuterischen Textilindustrie zu entgehen, bestellen Nutzer im Netz Kleidung nach Schnittmustern, die Textilgestalter auf diese Plattform hochgeladen haben. Diese Bestellung sehen die Nähmaschinenbesitzer, die sich die Arbeit nach dem bestellten Schnittmuster zutrauen, und bieten an, bis wann sie die Ware liefern können. Möglichst kurze Lieferwege werden berücksichtigt. Fraglich, ob aus der Idee etwas wird, Philipp Tochtermann hat für die Kampagne zumindest schon mal eine äußerst ansprechende Website gestaltet.

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