GIEBELSTADT

Wenn die Feuerwehr ohne Löschwasser dasteht

Was tun, wenn man als Feuerwehr an einem brennenden Wohnhaus ankommt und dann merkt, dass weit und breit kein Löschwasser zu Verfügung steht?
Gebäudebrand mit Vermissten: Bei einer Großübung mussten sich die Feuerwehrleute mit Widrigkeiten wie fehlendem Löschwasser herunschlagen. Foto: MARCO FUCHS

Nicht unrealistisch war dieses Szenario in den vergangenen 30 Jahren für den Gebäudekomplex „an der Point“ am Umspannwerk nahe der B 19.

Erst vor wenigen Wochen, als der Essfelder Kommandant Frank Mauter im Vorfeld einer Routineübung das Gelände inspizierte, fiel ihm erschrocken auf, dass kein Hydrant vorhanden ist. Für ein Gelände, auf dem Wohnungen für fünf Familien, ein Tierarzt und eine KFZ- Werkstatt Platz finden, eine nahezu unhaltbare Situation.

Bei der nun angesetzten Großübung ging es deshalb darum, die unter diesen Umständen bestmögliche Wasserversorgung auf die Beine zu stellen. Dabei fand die Übung unter Realbedingungen statt, die Wehren aus Essfeld, Fuchsstadt, Reichenberg, Giebelstadt, Eibelstadt, Albertshausen und Geroldshausen waren im Vorfeld nicht über die Übung informiert worden.

Simuliert wurde ein Gebäudebrand mit vermissten Personen. Weil das in den Fahrzeugen mitgeführte Löschwasser der alarmierten Wehren schnell aufgebraucht war, wurde zur Überbrückung eine Wasserkette eingerichtet: Drei Fahrzeuge fuhren im Takt zum nahegelegenen Gewerbegebiet Klingholz und speisten das dort aufgenommene Wasser in ein Faltbecken ein. Eine aufgrund der beengten Platzverhältnisse vor dem Gebäude sowie des großen Verkehrsaufkommens auf der zu befahrenden Bundesstraße schwierige Aufgabe.

Etwa 45 Minuten nach dem Alarm war schließlich auch die 900 Meter lange Schlauchleitung aus dem nahen Essfeld einsatzbereit. Dazu musste eigens ein speziell ausgerüstetes Fahrzeug der Feuerwehr Eibelstadt angefordert werden. „Die Übung war sehr wichtig, um Schwachstellen auszuloten und die Abläufe zu perfektionieren“, erklärt Kreisbrandinspektor Alois Schimmel.

Eine alltägliche Übung sei es keinesfalls gewesen: „Es war schon eine ungewöhnliche Situation, die die Feuerwehren vor besondere Aufgaben gestellt hat. Besonders Disziplin und eine gute Ordnung des Raums waren hier maßgeblich.“

Ziel müsse es nun sein, die 45 Minuten bis zur aufgestellten Wasserversorgung auf 30 Minuten zu reduzieren. Ein großes Problem im Ernstfall wäre der Personalmangel: Um den zeitgleichen Unterhalt der Wasserkette, den Aufbau der Schlauchverbindung nach Essfeld und zusätzlich noch die Bereitstellung von genügenden Angriffstrupps und Atemschutzträger zu gewährleisten, sind viele Feuerwehrleute nötig.

Bei der Übung waren es etwa 70. Ob eine solche Anzahl auch an einem Mittwochmorgen zusammenkäme ist mehr als fraglich. Auch deshalb plädieren Kreisbrandmeister- und Inspektor für die Einrichtung einer Zisterne oder eines Hydranten um die Sicherheitslücke zu schließen.

Mit dieser Forderung wird sich nun wohl der Giebelstädter Gemeinderat intensiv auseinandersetzen müssen.

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