Zeubelried

Wenn zwei Alpakas am Ortseingang stehen

Jan Gabriel und Julia Wilhelm mit ihren Alpakas Olaf (links) und Fritzi (rechts). Im Hintergrund sind das Hühnerhaus und die Hühner zu sehen, mit denen sich die Alpakas die Weide am Ortseingang von Zeubelried teilen. Foto: Sylvia Neubert

Der kleine Ort Zeubelried ist um eine Attraktion reicher: Olaf und Fritzi, zwei Alpakas, stehen seit gut vier Wochen am Ortseingang auf der Weide – zusammen mit 40 Hühnern. Ein alter, grün angestrichener Bauwagen dient als Hühnerhaus, dazu stehen noch ein paar Obstbäume auf der Weide und im Hintergrund tauchen die Häuser des 150-Seelen Ortes auf. Idyllisch sieht das aus.

Aber wie kommt man auf die Idee Alpakas zu halten? Jan Gabriel und seine Freundin Julia Wilhelm spielten schon länger mit dem Gedanken, denn die Weidefläche von 3000 Quadratmetern ist für die Hühner zu groß – die Tiere schaffen es nicht, das Gras abzufressen und werden von den Gräsern regelrecht überwuchert. Schafe wären als Weidetiere eine Möglichkeit gewesen. Aber die beiden jungen Leute entschieden sich anders. „Wir haben die Alpakas vor einem Jahr im Tierpark Sommerhausen gesehen und ihre Ausstrahlung hat uns von Anfang an gefallen“, erzählt Julia. „Wir haben uns dann intensiv über die Haltung informiert und fanden die Alpakas für unsere Anforderung optimal geeignet.“

Alpakas beschützen die Hühner

Alpakas sind robust und genügsam. Sie fressen nur Gras und Heu und können das ganze Jahr auf der Weide stehen. Dort brauchen sie nur einen Unterstand. „Olaf und Fritzi sind pflegeleicht und vertragen sich gut mit den Hühnern“, sagt Jan. Alpakas sind wachsam und beschützen die Hühner so vor Mardern, Füchsen und Greifvögeln, auch auf Grund ihrer Größe. Die Schulterhöhe der Tiere kann bis zu einem Meter betragen.

Alpakas gehören wie Lamas zur Familie der Kamele und stammen aus Südamerika. Sie werden vor allem wegen ihrer Wolle gehalten. Alpakas sind immer weiter in Deutschland verbreitet. Im Ochsenfurter Stadtgebiet sind Olaf und Fritzi die ersten ihrer Art. Doch es war nicht so einfach, Alpakas zu bekommen. Schließlich wurden die Zeubelrieder in Tauberbischofsheim fündig. Alpakas sind Herdentiere, weshalb sie nur in Gruppen gehalten werden dürfen. Olaf und Fritzi sind Geschwister und ein Jahr alt. „Die beiden sind wie zwei Schatten. Sie sind immer zusammen unterwegs“, erklärt Julia. Um die Rangordnung zu klären oder eine Abwehrhaltung zu zeigen, spucken Alpakas - wie Lamas auch - auf die Artgenossen. „Fritzi ist der Chef und spuckt ab und zu mal Olaf an, wenn es ums beste Gras geht.“

Alpakas haben beruhigende Wirkung

Menschen gegenüber zeigen sie aber ihr freundliches und gutmütiges  Wesen. Sie haben eine beruhigende Wirkung. Das macht sie auch zu beliebten Therapie-Tieren. Die Erfahrung haben Jan und Julia auch schon gemacht. „Sie sind zutraulich und fressen aus der Hand.“ Füttern sollten Besucher sie jedoch nicht.

Die zwei Alpakas machen die Bewohner und Passanten neugierig. „Jetzt wird die Geschwindigkeits-begrenzung an der Ortseinfahrt eingehalten, weil jeder die Alpakas sehen will“, erzählt Jan mit einem Lächeln. Auch Kinder und Fahrradfahrer halten an. Jan hat eine Bank am Gehege aufgestellt, damit man den Alpakas und den Hühnern besser zuschauen kann.

Fortbestand der Herde ist gesichert

Als die Alpakas vor sechs Wochen nach Zeubelried gekommen sind, haben die jungen Zeubelrieder an dieser Bank auch gleich ein kleines „Begrüßungsfest“ abgehalten. „Die Leute sagen, dass sie die Tiere als echte Aufwertung für das Dorfbild wahrnehmen. Das freut uns natürlich.“ Hin und wieder spazieren die beiden mit Olaf und Fritzi durch Zeubelried und freuen sich rückblickend, dass sie sich für die Alpakas entschieden haben. „Es ist alles so wie wir es wollten“, ist Jan erleichtert. Der Fortbestand der kleinen Herde ist auch gesichert, denn im Sommer wird noch ein weibliches Alpaka namens „Sisi“ hinzukommen.

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