WÜRZBURG

„Wer im Gleichstrom schwimmt, hat keine Chance“

Der Unternehmer, Coach und Autor stellt sein neues Buch „Mach, was dein Herz dir sagt“ vor. Foto: Thomas Obermeier

Seinen Karriereweg startete er als Führungskraft bei internationalen Konzernen im In- und Ausland, bis er im Jahr 2002 sein eigenes Unternehmen gründete. Gleichzeitig begann der in Waldbrunn (Lkr. Würzburg) lebende Peter Buchenau seine Arbeit als Unternehmens-Coach und Autor der Reihe „Chefsache“. Seit 2015 steht der 56-Jährige als Kabarettist auf der Bühne, derzeit mit seinem Duo-Programm „Männerschnupfen.“ Sein neues Buch „Mach, was dein Herz dir sagt“ (metropolitan-Verlag) präsentiert er am Mittwoch, 25. April, 19 Uhr, in der Weinoase Huppmann in Heidingsfeld. Darin stellt Buchenau Menschen vor, die eingetretene Pfade verlassen haben und dadurch erfolgreicher und zufriedener wurden.

Frage: Herr Buchenau, Ihre roten Schuhe fallen schon von Weitem auf...

Peter Buchenau: Ja, das ist auch gewollt (lacht). Ich trage immer rote Schuhe, das ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Ich finde es wichtig, sich von anderen abzusetzen.

Ist Ihr neues Buch eine Herzensangelegenheit?

Buchenau: Ja, absolut. Ich will zeigen, wie wichtig es ist, auf sein Herz zu hören und seiner inneren Stimme zu folgen. Mein neues Werk ist nicht wie die vorherigen ein Business-Ratgeber, sondern richtet sich an Jedermann.

Spielen persönliche Erfahrungen mit hinein?

Buchenau: Natürlich. Vor 2002 war ich als Krisenmanager unterwegs, hatte 200 Flüge und 250 Hotelübernachtungen pro Jahr und wog 30 Kilo mehr als heute. Es schlichen sich Krankheiten ein, so auch schwere Herz-Rhythmusstörungen bis hin zum Vorhofflimmern. Ich fühlte mich schwerfällig, körperlich und geistig. Da zog ich die Notbremse. Meine drei Leidenschaften sind heute: Reden, Schreiben und auf der Bühne stehen.

Das heißt, Sie sind heute glücklicher?

Buchenau: Seitdem ich angefangen habe Bücher zu schreiben, haben die Herz-Rhythmusstörungen aufgehört. Beim Schreiben fühle ich mich wohl und habe Spaß. Wenn man etwas mit Leidenschaft tut, macht man es besser. Davon handeln auch die Geschichten in meinem Buch. Außerdem gibt es Tipps und Übungen, wie man Dinge im Leben verändern kann.

Warum sind Veränderungen denn so schwierig?

Buchenau: Jede Veränderung tut weh. Der Mensch hat prinzipiell ein Problem mit Veränderungen, denn plötzlich weiß er nicht, was ihn erwartet. Das bringt Unsicherheit mit sich. Und Unsicherheit hält oft davon ab, neue Wege zu beschreiten.

Wenn aber jeder nur seinem Herz folgen würde, wäre das sehr egoistisch. Schließlich hat man auch Verantwortung anderen Menschen gegenüber...

Buchenau: Der Punkt ist der, wir haben einen Dreiklang: der Kopf denkt, der Bauch lenkt und das Herz schenkt. Man muss versuchen für sich einen Kompromiss finden. Wem gebe ich die Oberhand? Es muss ja nicht von jetzt auf gleich alles verändert werden. Und: Man kann ja versuchen sein Umfeld in den Herzenswunsch einzubeziehen.

Im zweiten Kapitel Ihres Buches sprechen Sie davon „Spuren zu hinterlassen“. Was heißt das?

Buchenau: Es geht um den Blick in die Zukunft. Studien zufolge werden in den 2030-er Jahren viele Arbeitsstellen, die es heute noch gibt, durch Technik und Roboter ersetzt. Wer nicht zur Persönlichkeit wird, stirbt.

Das klingt zu hart...

Buchenau: Ja. Aber wer im Gleichstrom schwimmt, wird es definitiv schwer haben, einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Wie aber hinterlässt man Ihrer Meinung nach eine Spur?

Buchenau: Jeder kann Spuren hinterlassen. Auch die erste Spur mit Skiern im Neuschnee ist eine Spur, wenngleich eine kurzfristige. Ich selbst habe mit meiner Buchreihe „Chefsache“ eine Spur gelegt. Ein Unternehmer, den ich in meinem Buch beschreibe, hat beispielsweise für sein Kind den allerbesten Kindergarten geschaffen. Alles beginnt mit einer Idee.

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