WÜRZBURG

Wer sagt schon Ludwigsbrücke?

Vier monumentale Bronzelöwen aus der Erzgießerei Ferdinand von Miller geben der Brücke ihren Spitznamen: Die Löwenbrücke sowie der Anfang von Mergentheimer und Leistenstraße stehen im Mittelpunkt der Führungen von Kunsthistoriker John-Christoph Baalmann beim „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 14. September.
Die vier Bronze-Löwen geben der Ludwigsbrücke im Volksmund ihren Namen. Foto: FOTO Patrick Wötzel–

Als bedeutendes, das Stadtbild prägende Ensemble des Historismus entstand die Ludwigsbrücke in den Jahren 1891 bis 1894 im so genannten „Prinzregentenbarock“. Zwei Bronzelöwen an jedem Ende der Brücke ließen ihren wirklichen Namen schnell in Vergessenheit geraten. Sie wurde am 25. August 1895 geweiht und war gedacht als Symbol der friedlichen Verbindung der früher verfeindeten Bayern und Franken. Benannt ist sie nach Ludwig, dem Sohn von Prinzregent Luitpold.

Die ursprünglichen Pläne stammen aus dem Jahr 1882, errichtet wurde die Brücke zehn Jahre später zur Zeit der Stadtbauräte Peter Bernatz und Heinlein. Ausgeführt wurde der Bau durch die Würzburger Firma Buchner. Die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg verfehlten die Löwenbrücke. Teilweise zerstört wurde sie, als deutsche Truppen am 2. April 1945 zwei Bögen sprengten, um den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Ab 1949 wurde die Löwenbrücke originalgetreu in Eisenbeton restauriert.

Die etwa einstündigen Führungen mit John-Christoph Baalmann beginnen am 14. September um 12.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr auf der östlichen Seite der Brücke. An der westlichen Doppelrampe der Brücke liegt das Ende des Leistentals und der Anfang der Mergentheimer Straße. Die dortige Bebauung gilt laut Baalmann als „das geschlossenste und qualitätsvollste Ensemble bürgerlicher Einzelbauten des späten Historismus in Würzburg“. Die zwischen 1896 und 1913 errichteten Häuser überlebten den 2. Weltkrieg nahezu unzerstört oder wurden wiederhergestellt.

Baalmanns Führungen am Tag des offenen Denkmals„ enden mit dem Blick auf Festung und Maschikuliturm. “Ich will die Leute ansprechen, die ständig über die Löwenbrücke und die angrenzenden Straßen fahren und glauben, sie zu kennen. Es gibt viel zu sehen und zu zeigen„, verspricht der Kunsthistoriker.

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