Eibelstadt

Wie Eibelstadt Touristen anlocken will

Ein Wunschprojekt der Eibelstädter befindet sich auf der Zielgeraden: Mit der neuen Mainlände entsteht ein neues Erholungsgbeiet und die dritte Anlegestelle für Schiffe.
Die Basis-Arbeiten für den Naturspielplatz und Fitness-Parcours an der neuen Mainlände in Eibelstadt werden diese Woche noch fertig.
Die Basis-Arbeiten für den Naturspielplatz und Fitness-Parcours an der neuen Mainlände in Eibelstadt werden diese Woche noch fertig. Foto: Antje Roscoe

Die neue Mainlände in Eibelstadt hat deutlich Gestalt angenommen. Das Wunschprojekt der Bürger aus dem ISEK-Verfahren soll zu Beginn der Sommerferien fertig sein. Einheimische und Rad-Touristen bekommen einen neuen Lieblingsplatz am Main – und Eibelstadt neben den Häfen des Wassersportclubs und des Yachthafens Lewandowski einen dritten Anlandeplatz für Schiffe.

Der Main schwappt bereits einladend an den Kies- und Sandstrand der Eibelstadter Bucht. Fertige Blockstufen laden zum Sitzen ein. Sie ziehen sich allerdings mitten durch die Baustelle. Fünf Firmen sind diese Woche gleichzeitig auf dem Areal zwischen der B 13-Unterführung zum Maintor-Vorplatz und dem Parkplatz am Landschaftssee beschäftigt. Während an den Spundwänden für den Schiffskai und zur Badebucht noch tiefe Löcher klaffen, sind die Wege im acht Hektar großen Areal bereits fertig angelegt. Gärtner pflanzen Ulmen, Erlen und Eichen. Die Pappeln kommen im Herbst dazu. 50 Bäume werden es insgesamt sein, mindestens zehn Jahre alt, dazu Wildsträucher für die Böschung zum Mainradweg hin. Dieser bleibt wo er ist. Wer zügig weiter fahren will, wird dies auch können.

Attraktive Badebucht

Die anderen erwartet ein Spiel- und Erholungsgelände, das vom Naturdenkmal kommend mit einer Feuchtwiese in den aktiven Bereich überleitet. Robinienstämme und Muschelkalkquader sind die Basis für einen Naturspielplatz, der als Kletter-, Schaukel- und Balancier-Parcours der Fitness dient und eine Anlage für alle Altersklassen ist.

Eine solche Badebucht, ist Bürgermeister Markus Schenk überzeugt, gibt es weit und breit nicht. Zur Badebucht war sie geworden, indem das Ufer um etwa 1,5 Meter abgeböscht und eine doppelte Spundwand für die Schiffsanlegestelle eingebaut wurde. Die Personenschifffahrt soll hier Halt machen können – was gemütlich von den dahinter angelegten Mainterrassen aus zu beobachten sein wird.

Wiesengelände für Picknick und Spiel

Blockstufen als Raumteiler und Sitzgelegenheit bilden den Übergang vom Strand zur Wiese, die auch Festwiese sein darf für das Sonnwendfeuer oder das Wiesenfest. Im Hintergrund bei den Pappeln am Premium-Radweg, der hier ein weiteres Plus an Infrastruktur erhält, soll es einen Kiosk und auch Toiletten geben. Von hier ist zudem die Zufahrt zur Slipanlage gegeben für das Feuerwehrboot, für Kanuten und Standup-Paddler. Ein Entwässerungsrohr der B 13 war bei den Bauarbeiten unerwartet zu Tage getreten und musste integriert werden.

Die Entwässerung für die B 13 mündet jetzt am Stadtstrand. Im Hintergrund wird es einen Kiosk und Toiletten geben.
Die Entwässerung für die B 13 mündet jetzt am Stadtstrand. Im Hintergrund wird es einen Kiosk und Toiletten geben. Foto: Antje Roscoe

Das Wiesengelände für Picknick und Spiel zieht sich noch bis zum Bachsgraben, der einen neuen, breiteren Auslauf bekommen hat. Alte Wegsteine wurden hier verbaut, die überraschend am alten Dreschplatz zu Tage traten. Es sind zumeist Muschelkalksteine, perfekt für den Trockenmauerbau – aber auch zur Stabilisierung des Strands im Untergrund. Auch Weidenbüsche konnten bei der Neugestaltung wieder verwendet werden, so Schenk zu der Baustelle, auf der seit Anfang Oktober gearbeitet wird.

1,4 Mio Euro waren ursprünglich für das Projekt veranschlagt. Es erwiesen sich aber die Spundwände mit fast 500 000 Euro schon deutlich über der Kalkulation. Eibelstadt darf allerdings mit erheblichen Zuschüssen rechnen, nachdem das Projekt 2017 für das Städebau-Förderprogramm "Zukunft Stadtgrün" ausgewählt wurde. Schenk, der mit 820 000 Euro an Zuschüssen rechnet: "Das sind nur eine Handvoll in Unterfranken". Wesentlich dürfte dafür auch die Barrierefreiheit im Wegekonzept und die Hochwasserfestigkeit gewesen sein, die sich unter anderem in hochwertig verbauten Fallschutzmatten für den Spielplatz zeigen. ISEK-Begleitung und Mainlände-Planung lagen bei den Münchner Stadtplanern Mahl Gebhard Konzepte.

WLAN-freie Zone zur Entschleunigung

Bei all dem zu erwartenden Trubel stechen zwei Maßnahmen zur Entschleunigung der Besucher hervor: eine Aussichtsplattform zur Naturbeobachtung am Naturdenkmal Altarm – auf den Fundamenten des früheren Sprungturmes am Bubelesbad – und das fehlende WLAN-Netz. Die Infrastruktur ist für drei Access Points angelegt, sagt der Bürgermeister, aber man wolle es erst einmal als Internet-freie-Zone versuchen.

Um die historische, von der B 13 eingeschränkte Verbindung zwischen Mainlände, Maintor-Vorplatz und Altstadt zu stärken, soll in einem zweiten Bauabschnitt zusammen mit einem Parkraum-Konzept auch dieser Bereich neu gestaltet werden. Er soll Radtouristen neugierig machen auf die Stadt.

Eine doppelte Spundwand bildet den Kai für die Schiffsanlegestelle.
Eine doppelte Spundwand bildet den Kai für die Schiffsanlegestelle. Foto: Antje Roscoe

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