Rottenbauer

Wie Rottenbauer zum Weindorf wurde

Zum zehnten Mal steigt heuer das Rotenbur-Weinfest in Rottenbauer. Das Bild zeigt die Organisatoren bei der Weinprobe: (von links) Bernd Rupprecht, Gottfried Fuchs, Dieter Deckert, Günter Oßwald, Jürgen Nicklaus, Ronald Ehrenberger, Petra Blattner und Matthias Derleth. Foto: Lea Rupprecht

Ein Abend zwei Wochen vor dem Weinfest in Rottenbauer: Die sieben Männer vom Orga-Team treffen sich daheim bei Bernd Rupprecht, um die neu kreierte Brotzeitplatte zu probieren. Schinken, Mett, zweierlei Käse, Gurken und Radieschen: "Passt", lautet das Urteil. Die Platte hat den Test bestanden. Also feiert sie Premiere auf der Speisekarte, wenn der TSV Rottenbauer von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. Juli, zum zehnten Mal das Rotenbur-Weinfest veranstaltet. Rotenbur, das ist der historische Name von Rottenbauer.

Ein Weinfest in Rottenbauer? Schoppenfreunde registrierten die Nachricht mit Erstaunen, als sich 2010 ein halbes Dutzend "alter Fußball-Herren" daran machte, das einst vom Roten Kreuz ausgerichtete Fest neu zu beleben. "Bei Euch gibt's doch gar keine Weinberge", hieß es. Richtig. Deshalb entschied die Truppe, "wir setzen auf Exklusivität und schenken gezielt Schoppen eines renommierten Weinguts aus", nämlich von Hans Wirsching aus Iphofen – süffige Trinkweine ebenso wie Spezialitäten für Kenner und Genießer. Ein Erfolgsrezept, das dem Weinfest vom ersten Tag an auch über Rottenbauer hinaus einen guten Ruf und viele Besucher verschafft hat.  

Zum zehnten Geburtstag des Weinfests in Rottenbauer hat das Weingut Wirsching einen Silvaner als "Jubiläumstrunk" abgefüllt. Foto: Michael Czygan

Wenn die Fest-Orga zur Herzensangelegenheit wird

Das Konzept funktioniert auch deshalb, weil das Orga-Team mit Dieter Deckert, Matthias Derleth, Gottfried Fuchs, Jürgen Nicklaus, Günter Oswald und Bernd Rupprecht seit zehn Jahren das gleiche ist. "Man kennt sich ewig, wir haben nicht nur zusammen Fußball gespielt." Nur Ronald Ehrenberger ist heuer neu dazu gestoßen. Nicklaus ist vor vier Jahren nach Bad Neustadt gezogen, seit März fährt er regelmäßig nach Feierabend zu den Besprechungen in die alte Heimat. "Das Weinfest liegt mir am Herzen." Tische, Bänke, Kühlanlagen, Flammenkuchen-Ofen, der Einkauf, die Musik... Bei aller Routine, die sich seit der Premiere 2010 eingestellt hat, für alle sieben ist den Sommer über gut zu tun. "Und die 18 verschiedenen Weine wollen schließlich auch probiert sein", ergänzt Dieter Deckert augenzwinkernd. 

Jürgen Nicklaus hat heuer von Gottfried Fuchs das Erstellen der Helfer-Liste übernommen. "Läuft viel besser als gedacht", sagt er. Wo sich viele Vereine in der Stadt mittlerweile schwer tun, Mitarbeiter zu finden, helfen beim Weinfest von den Gymnastik-Damen über die Fußballer bis zum Vorstandsvorsitzenden Andreas Förster viele gerne mit. 130 Freiwillige, Ur-Rottenbäurer wie Neubürger, sind es, die diesmal – jubiläumsbedingt – erstmals an drei Tagen mit aufbauen, Wein ausschenken, Flammenkuchen backen oder Würste grillen. Und dann sind da noch die Anlieger in der Rotenburstraße, ohne die es kein Weinfest gäbe: die Familien Rummel, Deckler und Schemm, die ihre Keller, Werkstätten und Garagen zum Lagern ebenso zur Verfügung stellen wie Strom- und Wasseranschluss.

Wie Gottfried Fuchs 50 Kilo Zwiebeln ohne Tränen schneidet

"Und der Gottfried hat dort Platz für die Zwiebeln." Matthias Derleth lacht. Dass der Kollege dank seiner Kontaktlinsen das Wochenende über 50 Kilo Zwiebeln für Flammenkuchen und Käsebrote in Handarbeit zerkleinert, ohne dabei weinen zu müssen, beeindruckt die Mitorganisatoren. "Den Job wird er sicher nicht mehr los." Auch die Familien sind gefragt. Beispielsweise die Mutter von Bernd Rupprecht: Die 86-jährige Mathilde Rupprecht produziert traditionell den angemachten Käse. Heuer zum Jubiläum werden gut 20 Kilo gebraucht.

Dass die auch gegessen werden, hängt nicht zuletzt am Wetter. Die Zeiten aber, dass man ab Anfang Juli Tag für Tag nervös die Wetter-Apps studierte, die seien vorbei, versichert Jürgen Nicklaus. "Man kann eh nichts ändern." Einmal in den zehn Jahren sei man kurz davor gewesen, das Fest wegen Regens abzusagen. "Dann aber riss der Himmel auf, und es kamen so viele Besucher wie nie zuvor." 

Zum zehnten Mal lädt der TSV Rottenbauer zum Rotenbur-Weinfest. Gefeiert wird in der Rotenburstraße am Freitag, 26. Juli (ab 19 Uhr), am Samstag, 27. Juli (ab 17 Uhr) und am Sonntag, 28. Juli (ab 11 Uhr mit Mittagessen). Samstagabend sorgt die "Bayern-Mafia" für Livemusik. Der Festplatz in der Rotenburstraße ist ab der Straßenbahnhaltestelle "Brombergweg" zu Fuß in fünf Minuten erreichbar.   

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